Ghost of Tsushima Director’s Cut Iki Island DLC PS5 Review – Ein kurzer Familienausflug

Nachdem wir damals bereits ausführlich vor dem offiziellen Release von Ghost of Tsushima auf das Hautspiel in unserem Test eingegangen sind, fokussieren wir uns hier jetzt explizit auf alle Verbesserungen und neuen Inhalte die der Director’s Cut, der neue Iki Island DLC und vor allem die PS5-Version mit sich bringen. Können die neuen DLC-Inhalte überzeugen, und zahlt sich das Upgrade für PS4-Besitzer wirklich aus? Mehr dazu wie immer bei uns im Test.

Imposant in Szene gesetzt

Ab dem zweiten Akt des Hauptspiel steht euch die gesamte neue Insel Iki über eine neue Quest im Hauptmenü zur Verfügung. Dieser früher Zugang zum DLC-Gebiet ist leider auch mit kleinen Unannehmlichkeiten für alle, die das Hauptspiel bereits abgeschlossen haben, verbunden. Mit der Insel Iki bekommen Spieler leider nur Zugang zu einem neuen Skillbaum und zwei neuen Winden, mit denen ihr fehlenden Objekte auf der Karte findet. Ideal für Neueinsteiger, aber der Anreiz für alle anderen hält sich zumindest in diesem Bereich in Grenzen. Die unglaublich gelungenen Ästhetik-Ansätze aus dem Hauptgebiet setzen sich gleich zu Beginn auf der Insel Iki fort. Wunderschöne und vor allem abwechslungsreiche Landschaften erwarten euch über den gesamten Spielverlauf, und zusätzlich jede Menge neue Tiere zum Streicheln und Bespaßen mit Flöten-Musikstücken. Wer bisher nicht einen Ordner voll mit Screenshots im Fotomodus des Spiels erstellt hat, wird spätestens jetzt im DLC damit anfangen.

Auf der Insel Iki müsst ihr dieses Mal nicht alleine in den heißen Quellen entspannen

Angekommen auf der Insel Iki, muss Protagonist Jin Sakai erst einmal wieder sein treues Reittier suchen und den mysteriösen Vorgängen auf der Insel nachgehen. Auch hier hat sich das Studio etwas mit großzügigen Neuerungen zurückgehalten und liefert Spielern des Hauptspiels gerade einmal eine neue Gegner-Variation. Die Schamanen werden euch schon in der ersten Mission vorgestellt und sind Speer-Kämpfer, die eure Gegner mit Zaubern verstärken. Das Gameplay beziehungsweise die spielerische Abwechslung profitiert aber davon keineswegs, außer dass ihr im DLC-Gebiet euren Fokus als Erstes auf die Schamanen legen solltet und danach wie üblich dieselben Gegner-Klassen wie im Hauptspiel serviert bekommt. Die größten Überraschungen im DLC sind gut versteckt auf der Karte verteilt oder offenbaren sich in Bogen-Herausforderungen und Hintergrundinformationen zur Familie von Jin. Diese werden euch in Schnipsel verteilt über Hauptmissionen, Nebenaufgaben, als auch Flöten-Konzerten für alle möglichen Tiere auf der Insel präsentiert. Mit guten 2-3 Stunden an Hauptmissionen und einer Gesamtzeit von 5-10 Stunden, um die gesamte neue Insel zu erkunden, hält sich auch der Mehrwert durch das neue DLC-Gebiet etwas in Grenzen.

Fähigkeiten für euer Pferd sind leider die einzigen neuen Upgrades, die auf der Insel Iki auf euch warten.

Wenig Anreize für Besitzer des Hauptspiels

Generell wirkt der gesamte DLC weniger stimmig als das Hauptspiel. Man bekommt zwar jede Menge gut in Szene gesetzte Eindrücke aus der Vergangenheit von Jin und seiner Beziehung zu seinen Eltern, aber durch den etwas schwachen Gegenspieler und die fehlende Gegner-Variation fühlt sich der DLC für alle die das Hauptspiel bereits beendet haben, etwas chaotisch und wenig durchdacht an. Natürlich muss man hier zur Verteidigung des Studios erwähnen, dass mit Ghost of Tsushima eine hohe Messlatte gesetzt wurde. Technisch gibt es auch wenig bis gar nichts am Spiel auszusetzen. Die Performance auf der PS5 ist auch in den alten Gebieten des Hauptspiels immens verbessert worden und wirkt gegenüber der ursprünglichen PS4 Version dank der erhöhten Auflösung und Framerate teilweise wie ein komplett neues Spiel. Fans der Original-Synchronisation dürfen sich endlich auch über eine verbesserte japanische Lippensynchronisation für die japanische Sprachausgabe freuen. Die Ladezeiten waren schon auf der PS4 Pro quasi nicht vorhanden und sind jetzt auf der PS5 beinahe auf einem Level mit Ratchet & Clank: Rift Apart. Es fehlt dem DLC allgemein in allen Bereichen nicht wirklich an der Qualität des Hauptspiels, sondern eher an der finalen Abstimmung. Easter Eggs und Geheimnisse lockern zwar das Erlebnis ein wenig auf, aber insgesamt gesehen bekommt man hier einen kleinen Bruchteil des Hauptspiels mit sehr vielen wiederholenden Abläufen. Director’s Cut trifft es in diesem Fall sehr passend, da alle diese Inhalte eigentlich im Hauptspiel mit dabei sein hätten können.

Katzen, Affen und Hirsche gesellen sich zu den Füchsen aus dem Hauptspiel dazu und bieten neben Streicheleinheiten auch ein neues musikalisches Minispiel

Die klassischen PS5-Upgrades

Durch die Tatsache, dass der Titel bereits auf der PlayStation 4 Pro so gut gelaufen ist, fallen die PS5-Upgrades teilweise kaum auf. Neben den bereits erwähnten verbesserten Ladezeiten bietet der Director’s Cut auch diverse 4K-Auflösungsoptionen mit einer Zielrate von 60 FPS, 3D-Audio Unterstützung, als auch haptisches Feedback des DualSense-Controllers, sowie den Einsatz der adaptiven Trigger. Das haptische Feedback ist sehr minimalistisch eingebaut, was bei diesem Titel gar keine schlechte Idee ist. Das Reiten oder auch brenzlige Situationen im Kampf werden dadurch ein Stück realistischer und bieten eine verbesserte Immersion. Vor allem das Anvisieren von Gegnern beim Kampf, welches mit dem Director’s Cut als kostenloses Update ergänzt wird, hilft immens um kleinere Mankos der ursprünglichen Veröffentlichung auszumerzen. Der Ghost of Tsushima: Director’s Cut wird also als quasi “Komplettpaket” in Zukunft sowohl für die PS4, als auch für die PS5 die beste Version für Neueinsteiger sein.

Die neuen 8 Bogen-Herausforderungen sind ein kurzer Zeitvertreib, bringen aber zu wenig an Abwechslung für Veteranen

Um vielleicht ein wenig Klarheit zu den unterschiedlichen Ghost of Tsushima PS4 und PS5-Varianten zu schaffen, haben wir hier eine kleine Übersicht für euch:

Ghost of Tsushima: Director’s Cut 
Enthält das Hauptspiel, sämtliche bisher erschienene DLCs und Upgrades sowie die Erweiterung “Die Insel Iki”.

  • für PS4 – 69,99 €
  • für PS5 – 79,99 €

Upgrade für Besitzer von Ghost of Tsushima
Enthält die Erweiterung “Die Insel Iki”.

  • für PS4 – 19,99 €
  • für PS5 – 29,99 € (inklusive technischen Upgrades auf PS5-Version mit exklusiven Features)

Upgrade von PS4- auf PS5-Version des Director’s Cut
z. B. bei späterem Kauf einer PlayStation 5

  • 9,99 € (technisches Upgrade des Director’s Cut bzw. des Originals samt Story-Erweiterung auf PS5-Version mit exklusiven Features)

Entwickler Sucker Punch Productions hat sich hier definitiv entschieden, Neueinsteiger das bestmögliche Erlebnis zu bieten, hat aber damit leider relativ wenig Anreize geliefert für alle, die bereits Ghost of Tsushima durchgespielt haben. Gerade die fehlenden Gegner-Variationen und wenigen neuen Aktivitäten werden zusammen mit der kurzen durchwachsenen Geschichte Fans des Hauptspiels leicht enttäuschen. Durch die ohnehin schon immens hohe Qualität des Hauptspiels sieht der neue Trip auf der Insel Iki wenigstens wieder einmal verdammt gut aus. Wir konnten leider die neuen Inhalte für den Multiplayer-Modus Legends, als auch das am 3. September erscheinende kostenlose Update mit dem Titel Rivals, nicht ausprobieren. Die bisherigen kostenlosen Multiplayer-Updates zu Ghost of Tsushima waren überraschend gut und haben einiges an neuen Spielspaß mit sich gebracht. Bei der bisherigen Qualität der Inhalte kann man also auch hier von sehr hochwertigen Updates ausgehen, die eure Spielzeit um ein gutes Stück erweitern werden.

Das organische Erkunden der Welt und die unglaublich schönen Landschaften bleiben auch auf der Insel Iki ein Highlight

Ghost of Tsushima Director’s Cut erscheint am 20. August 2021 für PlayStation 4 und PlayStation 5. Hier könnt ihr den Titel bereits vorbestellen.

Fazit

Der Ghost of Tsushima: Director’s Cut beweist sich als die bisher beste Version von Ghost of Tsushima und liefert mit Iki Island einige Stunden an interessanten neuen Inhalten ab, auch wenn sich die Anreize für alle, die das Spiel bereits beendet haben, in Grenzen halten. Die fehlende Gegner-Variation und die wenigen neuen Aktivitäten und Verbesserungen sind die größten Mankos, in dem eigentlich soliden neuen Gesamtpaket, das der Director’s Cut mit sich bringt.

Positiv

+ Jede Menge Hintergrundinformationen über die Vergangenheit des Protagonisten

+ PS5-Upgrades solide in die Spielwelt integriert

+ Optisch und technisch weiterhin ein Meisterwerk

+ Organisches Erkunden und Ästhetik auch im DLC-Gebiet gekonnt in Szene gesetzt

Negativ

– DLC-Aufbau und Ablauf weniger stimmig als das Hauptspiel

– Zu wenig Gegner-Variationen und Gameplay Neuerungen für Veteranen

– Kaum neue Aktivitäten und weiterhin viel zu starker Fokus auf Farbvariationen und optische Upgrades

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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