Bravo Team PlayStation VR Review – Ein taktischer Krampf

Nach The Inpatient beschert uns das Team von Supermassive Games mit Bravo Team gleich den nächsten PlayStation VR Exklusivtitel. Ob hier Fans von SOCOM, XCOM oder sogar Time Crisis bedient werden, könnt ihr wie immer bei uns im Test nachlesen.

Eine VR Produktion vom Fließband

Nachdem The Inpatient bereits etwas generisch ausgefallen ist, waren die Erwartungen so kurz danach bei Bravo Team nicht sonderlich groß. Ohne irgendein wirklich Tutorial oder kurze Einblendungen von Steuerungshilfen wird man ins Spiel geworfen und muss sich von Deckung zu Deckung durch 2-3 verschiedene Gegner-Typen ballern. Trotz Aim Controller wirkt das finale Produkt dann aber dennoch nicht wie ein Shooter in den man eintauchen könnte. Viele Stellen erinnern eher an die Arcade-Zeiten bzw. PSone mit Time Crisis und House of The Dead und durch die Wartezeiten während den Animationen zwischen den Deckungswechsel bekommt man teilweise eher das Gefühl man spielt XCOM-VR als einen Echtzeit-Shooter. Auch die Geschichte verlauft hier relativ simpel. Anfangs beschützt ihr ein Staatsoberhaupt dessen Vorstellung relativ kurz ausfällt und das restliche Spiel geht es von Abschnitt zu Abschnitt und Deckung zu Deckung bis man sein Ziel erreicht hat. Die Spielzeit beläuft sich hier für VR-Titel typisch auf maximal 3-4 Stunden und wird eher durch frustrierende Eingaben oder Aktionen des KI-Partners ungewollt verlängert. Wer hier wie bei bereits bei Farpoint einen etwas angenehmeren Spielverlauf haben will, sollte auf einen Online-Mitspieler warten. Neben der Story bietet der Titel nur einen Score-Attack Modus, wo wir wieder zu den Time Crisis Ähnlichkeiten gelangen. Hier signalisieren euch bunte Anzeigen wie viel Punkte ihr beim treffen eurer Gegner abgestaubt hat, aber vom Umfang her liefert der Modus 1:1 dieselben Abschnitte die ihr auch in der Story absolvieren müsst. Auch nach dem durchspielen beider Modi ist mir hier großteils nur die krampfhafte Steuerung in Erinnerung geblieben, trotz mehrmaligen kalibrieren des Controllers.

Screenshot Bravo Team PS VR

Solides Gameplay? Fehlanzeige

Zusätzlich zu der krampfhaften Steuerung und der quasi nicht vorhandenen Geschichte, bietet Bravo Team leider auch nicht wirklich eine überzeugende Waffenhandhabung. Durch die Begrenzungen der PS VR Sichtweite sind Gegner bereits nach kürzester Entfernung nur noch ein verwaschener Haufen an Pixelbrei, was beim nutzen des Scharfschützengewehrs seinen Höhepunkt erreicht. Trotz anlegen des Aim Controllers bis fast direkt vor die VR-Brille lässt sich selten ein besseres Bild erzeugen und zerstört auch den letzten Funken Hoffnung auf Spielspaß bei Bravo Team. Die ohnehin schon mageren Auswahl an Schusswaffen wird dadurch nicht gerade schmeichelhaft getarnt. Für alle die Inpatient gespielt haben, wird man auch auf einige recyclte Sound Samples und Animationen treffen die zusätzlich darauf hindeuten, dass die Produktionszeit beider Titel nicht wirklich großzügig ausgefallen ist. Falls auch während den einzelnen Abschnitten die Munition ausgehen sollte, gibt es in regelmäßigen Abständen Munitionskisten die euch überraschenderweise vom Feuer der Gegner bewahren, aber euch nach dem aufheben der Munition direkt dem Feuer der gegnerischen KI aussetzen was oftmals in einer zwingend notwendigen Rettungsaktion durch euren KI-Partner endet.

PlayStation VR Screen Bravo Team

In gewissen Level-bereichen wirkt dann der Deckungswechsel mit den KI-Gegenspielern wie aus einem schlechten Cartoon übernommen. Gegner kommt aus Tür 3, ihr geht bei Tür 3 in Deckung, der Gegner wechselt auf Tür 4, ihr geht gegenüber in Deckung und so geht das Spielchen weiter bis man die Schrotflinte künstlerisch hinter den Schultern verfrachtet um einen Gegner den man bisher nicht sehen konnte zufällig erwischt. Hier hat man sich leider auch etwas zu sehr von Call of Duty inspirieren lassen, wo ein unendliches spawnen von Gegnern angesagt ist, bist man eine gewisse Deckung erreicht hat.

Grafisch bietet Bravo Team leider auch wenige Lichtblicke. Gut in Szene gesetzte Explosionen bzw. hollywoodreife Abstürze von Helikoptern und co. sind sehr generisch umgesetzt und wirken wie der Pixelbrei den man meistens im Zielvisier erblickt sehr frustrierend. Um nicht all zu viel zu spoilern: Sowohl die Waffenauswahl, Gegnervielfalt und Fahrzeuge die euch im Laufe des Spiels begegnen werden lassen sich großteils an einer Hand abzählen.

Fazit

Bravo Team versagt leider auf ganzer Linie und endet durch eine quasi nicht vorhandene Geschichte und vielen technischen Mängeln als ein wirklich unterdurchschnittlicher VR-Shooter. Wie auch bereits bei Farpoint lässt sich mit Freunden online etwas dem Titel abgewinnen, aber ansonsten sollte man das Spiel eher auslassen.

Positiv

+ Ansätze von einem Wiederspielwert durch den Score Attack Modus

Negativ

– Grauenhafte Steuerung

– Generischer Spielaufbau/Waffenauswahl/Gegnervielfalt

– Kaum Motivation vorhanden (Fehlende Story)

– Stark verwaschene Texturen beim zielen

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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