The Inpatient PlayStation VR Review – Ein kurzer Horrortrip

Nachdem Until Dawn jetzt auch auf die Masse der PlayStation 4 Besitzer in den PlayStation Plus Angeboten losgelassen wurde und der VR Ableger Rush of Blood auch relativ gut angekommen ist, hat sich Entwickler Supermassive Games nun auf ein weiteres PlayStation VR Exklusiv-Projekt gestürzt. Ob The Inpatient mehr als nur reiner Until Dawn Fanservice geworden ist, könnt ihr hier bei uns im Test nachlesen.

Der „meine Hände kleben in der Tür/in einem NPC“ Simulator

The Inpatient dient großteils als Vorgeschichte zum Survival Horror Game Until Dawn, was ursprünglich für die PS3 und zum promoten der Move Controller/Steuerung gedacht dann letztendlich erst für die PlayStation 4 erschienen ist. In einem klassischen Walking Simulator schlendert ihr teilweise durch die Gänge des Blackwood Sanatoriums oder sitzt in einem Rollstuhl fest und müsst diverse Jump Scares oder auch Dialoge mit den anderen Protagonisten über euch ergehen lassen. Die Entwickler haben hier alle Möglichkeiten des VR-Headsets ausgeschöpft und lassen euch per Sprachbefehlen mit den NPCs kommunizieren oder auch durch das auswählen von jeweils zwei Dialogoptionen mit dem VR Headset. Wo das Spiel eine weniger gute Figur macht, seht ihr direkt in unserem Gameplay Video. NPCs gehen willkürlich durch euren Körper und die fehlende Kollisionsabfrage führt beim näher kommen eurer Hände mit den anderen Charakteren zu interessanten Ergebnissen. Die größten Herausforderungen bei Inpatient sind eigentlich nur gewöhnliche Türen oder das aufheben von Gegenständen. Egal ob per ausgiebig kalibrierten Move Controllern oder dem PS4 Dualshock Controller, das interagieren mit der Welt ist relativ mühsam für ein interaktives VR-Abenteuer. Die kurze Spielzeit von 2-3 Stunden wird durch vorzeitig eingesetzte Credits und die bereits erwähnte mühsame Interaktion mit Gegenständen und den diversen Schauplätze unnötig in die Länge gezogen.

Screenshot Inpatient PS VR PS4 Cerealkillerz

Wie man es von Supermassive Games bereits aus Until Dawn gewohnt ist, sind alle eure Entscheidungen wichtig und verändern den Verlauf der Geschichte. Hier verkommt der Titel aber leider etwas zum einem abgespeckten Until Dawn mit weitaus weniger tragenden Ereignissen. Es gibt zwar versteckte Enden und mögliche NPCs oder auch Ereignisse die man übersehen könnte, aber durch den gezielt gesetzten Autosave gegen Ende des Spiels lassen sich bereits zwei mögliche Enden des Spiels erspielen. Ein Wiederspielwert ist hier schwer zum sehen, da es im Spiel selbst bis auf wenige Dialogoptionen kaum Interaktionsmöglichkeiten für den Spieler gibt und ihr beim erneuten durchspielen gezwungen seid dieselben Abläufe zu wiederholen nur um den entscheidenden Sequenzen eine andere Entscheidung zu treffen. The Inpatient wirkt etwas zu forciert für ein VR Spiel. Durch die kurze Spieldauer und die wenigen spielerischen Möglichkeiten bekommt man hier einen sehr eingeschränkten Walking Simulator der bis auf wenige Jump Scares und Until Dawn Fanservice wenig bietet.

Playstation VR the Inpatient Screenshot

Verschenktes Potenzial

Gerade nach der leichten Steigerung in Sachen Horror, die man in Rush of Blood erkennen konnte, waren die Erwartungen an The Inpatient deutlich zu hoch gesteckt. Bis auf kurze Situationen die man bereits aus Until Dawn kennt, passiert dem Spieler selbst einfach viel zu wenig für ein Survival Horror Game. Auch die Atmosphäre selbst wird viel zu wenig ausgenutzt um den Spieler unter Druck zu setzen oder in Angst zu versetzen. Gerade bei der kurzen Spielzeit die man The Inpatient ausgesetzt ist, hätte man den Spieler mit deutlich mehr an Horror-Elementen bewerfen können. Auch die zuvor angesprochenen technischen Mängel führen hier ständig zu einem Verlust der Immersion und somit bleibt großteils rein nur der Antrieb für Until Dawn Fans, die wissen wollen wie die Geschichte des Spiels endet und vor allem was ihre Entscheidungen wirklich gegen Ende des Spiels beeinflusst haben. Wir wollen hier natürlich nicht all zu viel verraten, aber es fällt leider etwas enttäuschend aus.

The Inpatient PS VR Screen

Die einzelnen NPCs, die eigentlich die gesamte Geschichte tragen sind leider deutlich schwächer als noch in Until Dawn ausgefallen. Es ist natürlich schwer einen interessanten Charakter in einer so kurzen Spielzeit aufzubauen, aber da kommen wir dann wieder zum Anfangs erwähnten Punkt, dass The Inpatient nicht wirklich als 2-3 Stunden VR-Trip funktionieren kann.

The Inpatient erscheint am 24. Januar für PlayStation VR.

Fazit

The Inpatient entpuppt sich als ein schlecht durchdachter Walking Simulator der es so gut wie nie schafft aus dem Schatten von Until Dawn zu treten. In der kurzen Spielzeit die euch hier geboten wird gibt es zu wenig Charakterentwicklung, Entscheidungsmöglichkeiten und auch kaum Horror-Elemente die euch motivieren würden das Spiel ein weiteres Mal durchzuspielen. Eine bedingte Empfehlung bekommen gibt es dieses Mal eher nur für Until Dawn Fans die unbedingt etwas mehr zu den Ereignissen vor dem Spiel erfahren wollen.

Positiv

+ Sprachbefehle als nette Idee um die Immersion zu steigern

+ Interessantes Setting und Dialoge

Negativ

– Kurze Spieldauer

– Kaum tragende Charakter-Entwicklungen

– Immersion geht ständig durch schwammige Steuerung/Interaktion mit der Welt verloren

– Viel verschenktes Potenzial/Fehlende Horror-Elemente

– Wiederspielwert nur bedingt vorhanden

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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