Super Mario Party Review – Eine Rückkehr zu den Wurzeln der Reihe

Mario Party gibt es als IP nun schon seit 1999 und über die Zeit haben die Spiele einige Veränderungen durchgemacht: Vom klassischen Spielbrett-Prinzip über die Handheld-Spinoffs zu den späteren Teilen, in denen man mit anderen Party-Teilnehmern gemeinsam gegen Bowser zu kämpfen hatte. Doch mit Super Mario Party hat sich Entwickler Nd Cube nun an den früheren Ablegern orientiert – das klassische rundenbasierende Brett feiert neben anderen, neuartigen Modi endlich seine Rückkehr!

Mario Party

Der Modus, den viele Spieler und Fans wohl zuerst ansteuern werden, ist gleich in der Mitte der Party-Plaza (dem Hubraum) plaziert. Er bietet vier Karten (von denen eine freigeschaltet werden muss) von eher kleinerer Größe mit unterschiedlicher Thematik und Spezialevents. Jeder würfelt nach der Reihe und versucht möglichst schnell für 10 Münzen einen Stern zu kaufen. Bereits hier fällt auf, dass jeder Charakter neben dem Standard-Würfel (1-6) auch einen ganz eigenen besitzt. Auf Mario´s Würfel sind eine 1, zwei 3er, eine 5 und eine 6 zu finden, während bei Bowser zweimal -3 Münzen, eine 1, eine 8, eine 9 und eine 10 würfelbar sind. Zusätzlich kann man weitere Würfel über Verbündete erhalten; diese schließen sich einem über spezielle Felder auf der Map oder Items an.

Peach verbündet sich mit Bowser – ein eher ungewöhliches Duo!

Verbündete würfeln nicht nur ganz nebenbei weitere Punkte für den Spieler (nur eine 1 oder 2), sondern können auch in Team-Minispielen eingesetzt werden: Je mehr Verbündete man hat, desto größer ist die eigene Mannschaft; wer keine hat muss solo antreten. Das neue Verbündeten-System ist ein extrem wichtiger Faktor in jeder Party und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es weht ein frischer Wind in die Mario Party – Franchise!

Daisy hat leider keinen einzigen Kameraden und muss daher alleine antreten.

Partner Party

Hier wird zu zweit in einem taktischen Match gegen ein anderes Zweierteam angetreten. Im Gegensatz zur klassischen Party ist es möglich sich dynamisch über die Felder zu bewegen um zum Stern-Feld zu gelangen. Durch die richtige Kooperation mit dem Partner stehen die verschiedenste Spielweisen offen: Entweder bleibt man zusammen und attackiert die Gegner mit Stampfattacken durch Platzieren auf deren Feld oder man teilt sich auf und während einer versucht Sterne zu erlangen, sammelt der andere Münzen und Items irgendwo anders auf der Karte. Neben geteilten Items werden sogar die Würfelaugen addiert: Bei einer 5 des einen und einer 4 des anderen, dürfen beide 9 Felder fahren. Und da sind die hier ebenfalls verfügbaren Verbündeten noch gar nicht eingerechnet.

Luigi fährt zum Stern während Mario mit Wario einen Verbündeten einsammelt.

Raftabenteuer

Beim Rafting befinden sich alle sprichwörtlich im selbem Boot: Vier Spieler bewegen sich durch Paddeln mit dem Joy-Con nach links und rechts und versuchen Gefahren wie Steinen oder Cheep Cheeps auszuweichen und gleichzeitig Zeitboni einzusammeln um vor Ablaufen des Timers ins Ziel zu gelangen. Den größten Zeitbonus erarbeitet man sich durch Zerplatzen von roten Luftballons, die daraufhin ein Minispiel starten. Wer dieses mit einem S-Rang abschließt, erhält bis zu 40 weitere Sekunden. Der Fluss gabelt sich des öfteren und die Spieler entscheiden selbst in welche Richtung es weitergehen soll.

Die gelbe Linie zeigt rechts oben den bisherigen Verlauf der Rafting-Tour an. Minispiel-Ballon voraus!

Beat-Bühne

Die Beat-Bühne ist rund um die Motion-Control des Joy-Con ausgelegt: Im Rythmus tanzt, wischt und marschiert ihr euch durch diesen Modus. Darunter finden sich auch ausgefallenere Ideen wie das Zerstören einer Reihe von Münzblöcken, das Wegziehen einer Tischdecke unter einem Turm von Gläsern und das Antreiben von Pferden. Immer präsent ist eine eingängige Melodie, die euch im Prinzip den Rythmus für eure Bewegungen vorgibt.

Zur klassischen Super Mario-Melodie wird gegen eine Horde Blöcke um die Wette gesprungen.

Pfad der Prüfungen

Der letzte große Modus erinnert ein wenig an einen Einzelspielermodus für Super Mario Party: Über eine Strecke von 80 Felder wollen alle 80 verfügbaren Minispiele gespielt und deren Ziel erfüllt werden. Mit stetigem Fortschritt werden die Prüfungen schwerer, ein Versagen (bei dem man einen ganzen Abschnitt wiederholen müsste) gibt es nicht. Freundlicherweise bietet einem das Spiel an, jedes Minispiel, an welchem man zu oft gescheitert ist, zu überspringen. Einen ähnlichen Modus hat Nd Cube bereits in Mario Party The Top 100 eingebaut, doch dieser wirkt im Vergleich wesentlich abwechslungsreicher.

Diddy Kong befindet sich bereits auf der Zielgerade. Die blauen Felder sind bestanden, die roten müssen es erst noch werden.

Freizeitraum & Minispiele

Alle Minispiele können natürlich auch frei und ohne Party-Modus gespielt werden: Neben der freien Anwahl wird auch der Mariothon und Kampf um’s Quadrat angeboten. Ersterer ist sogar online spielbar. Eine Besonderheit stellt der Freizeitraum dar: Die hier angebotenen Spiele sind so konzipiert, dass sie einen funktionalen Multiplayer für unterwegs bieten. Simplere Titel können auf dem kleineren Bildschirm der Switch problemlos zu mehrt gezockt werden, auch wenn man gerade nicht zuhause ist. Falls eine zweite Switch vorhanden ist, kann auch ein spezieller Titel namens Bananensplit angespielt werden.

Fazit

Super Mario Party ist das Ende einer langen Durststrecke für die Mario Party – Reihe: Nachdem Fans lange mit zu experimentellen Ablegern für Wii und WiiU vor den Kopf gestossen wurden, triumphiert nun das Original-Gameplay. Obendrauf sorgt das implementierte Verbündeten-System für die nötige Abwechslung ohne die Spiele-Erfahrung in irgendeiner Weise zu verwässern. Mit 20 Charakteren (von denen vier erst freigespielt werden müssen) sollte für jeden etwas dabei sein und auch die Auswahl an rund 80 Minispielen lässt kaum Wünsche offen. Einzig die Zahl an Spielkarten fällt mit vier etwas gering aus und leider besitzen sie auch nicht den Umfang früherer Titel. Glücklicherweise gibt es genügend Spielmodi um den Spieler (und seine Party-Gäste) dennoch langfristig an der Stange zu halten. Einer der gelungensten Mario Party-Titel seit langem!

Positiv:

+ unterschiedliche Spielmodi sorgen für Abwechslung

+ Weiterentwicklung des klassischen Mario Party durch Verbündetensystem

+ Qualität der Minispiele ist über dem Durchschnitt

Negativ:

– zu wenig spielbare Maps/Karten

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger