Review: The Outer Worlds: Murder on Eridanos – Ein DLC als gelungener Abschluss des SciFi-RPGs

2019 wurde The Outer Worlds von Obsidian unter Publisher Private Division veröffentlicht – nun schreiben März 2021 und die letzte Expansion Murder on Eridanos beendet offiziell den Großteil der Arbeit der Entwickler, die sich in dem Action-RPG-Genre mit Fallout: New Vegas einen Namen gemacht hat. Kann das abschließende Murder-Mystery-DLC nun das Gesamtpaket von The Outer Worlds abrunden oder verdünnt es die Erfolgsformel nur? Ihr erfahrt es in den nachstehenden Zeilen.

Eine Leiche, viele Verdächtige – ein klassisches Whodunit

Der Mord an der Fernsehfigur Halcyon Helen hat oberste Priorität in den Ermittlungen

Das berühmte TV-Sternchen Halcyon Helen wurde tot in der Lobby des Grand Colonial Hotels aufgefunden! Während sie sich auf Eridanos, einem Gasplaneten mit schwebenden Insel in der Atmosphäre, für ein Event zur Einführung der neusten Produktlinie von Rizzo, Vodka „Spectrum Brown“, findet die Hauptdarstellerin ihrer eigenen Abenteuer-Serie ein vorzeitiges Ende – und der Spieler wird als Außenstehender beauftragt, den Fall zu lösen. Bereits kurz nachdem in der neuen Rolle als ‚Inspektor‘ mit dem Raumschiff landet, wird klar, dass wesentlich mehr als nur der Mord an einer Berühmtheit auf Eridanos geschehen, erlebt der Spieler wesentlich mehr als nur das: einen Machtkampf zweier Konzerne, SLUG – einem Subunternehmen von SubLight -, und Rizzo, dem tonangebenden Lebensmittelunternehmen auf Eridanos, alkoholisierte Hotelangestellte und Troglogs, aggressive Kreuzungen zwischen Wespen und Moskitos, Firmenspionage, illegale Schmuggelgeschäfte und nicht zuletzt schneckenartige Parasiten, die den Wirten reines Glück verspüren lassen.

Man beachte die Schnecke, die der Händlerin aus dem Hals sprießt

Im Mittelpunkt steht aber immer der Mord an Halcyon Helen, der eigentlich von jeder ihrer nahestehendem Personen hätte ausgeführt werden können: einem eifersüchitgen Co-Stars, einem fanatischen Fan, einer profitorientierten Sektenführerin, ihrem kürzlichen Ex-Freund oder vielleicht sogar von jemandem, an den man anfangs gar nicht denken würde… Genau wie in einer klassischen Murder-Mystery-Story bleibt auch hier die Story spannend und bietet gegen Ende noch den ein oder anderen Plot-Twist. Um keine wichtigen Hinweise zu übersehen, erhält der Spieler zu Beginn den Diskrepanz-Verstärker, eine Waffe die fast keine Durchschlagskraft besitzt, aber dafür immer Alarm schlägt, sollten sich verdächtige Punkte in der Nähe finden lassen.

Der Diskrepanzverstärker schlägt jedes mal aus, sobald sich etwas Wichtiges finden lässt; nach Auffinden der Spur gibt er eine Analyse ab

Ganz im Stile des Hauptspiels fehlt es auch in der Erweiterung kein bisschen an schwarzem Humor; so antwortet der Diskrepanzverstärker sarkastisch auf so manche Aussage (bsp. „Was geschah mit der Person?“ „Sie ist tot, das war sie früher noch nicht!“). Dennoch darf man die eigentlich spannende Basis nicht aus dem Auge lassen, denn bald entwickelt sich der Einzelmord zu einer ganzen Serie an Morden an wichtigen Schlüsselpersonen, die dem Spieler eigentlich noch etwas Wichtiges zu sagen gehabt hätten.

Die neuen Gegnertypen und Waffenarten von Eridanos

Eridanos besteht aus schwebenden Inseln, auf denen Spectrum Vodka hergestellt wird: Eine Insel für den Anbau, eine für die Destilliere, eine für das Hotel, in dem Werbung gemacht wird, und eine für die Distribution – die letzte Insel wurde als Jagdrevier für Touristen umfunktioniert

In Bezug auf Gameplay ändert sich natürlich genauso wenig bei dem ersten DLC, allerdings bringt Obsidian diesmal neue feindliche Kreaturen mit in Spiel, die das Kampfgeschehen ein wenig aufmischen sollen. Richtig erraten, es handelt sich um eben die bereits erwähnten Parasiten, die entweder einen menschlichen Wirten gefunden haben oder in ausgewachsener Form alleine eine Bedrohung darstellen.

Die Parasiten können ohne Wirt kaum Schaden einstecken; dieser erhält gerade durch „den Stachel“ zwei Debuffs – Vergiftung und Verlangsamung

Zur Wehr setzen kann man sich mit neuen einzigartigen Wissenschaftswaffen. Wie bereits im ersten DLC gibt es auch hier wieder drei an der Zahl: „Der Stachel“ ist ein Revolver aus der gleichnamigen Serie von Halcyon Helen, der keine Munition verbraucht und dem Gegner je nach Modus Debuffs zufügt (Vergiftung – Rüstungsschwächung – Verlangsamung), die „Spectrum Gatling, die unterschiedliche Munitionstypen verschießt, und den „Euterkumpel“, eine einhändige Keule, die beim Zuschlagen umstehende Feinde heranzieht.

Den „Euterkumpel“ erhält man durch ein Sidequest mit einem Melkroboter; hier sieht man die Keule in Aktion

Außerdem wird das Level Cap auf Stufe 36 angehoben, doch bereits hochgelevelte Spieler brauchen sich keine Sorgen machen: Auch dieses DLC bietet auf dem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad keine echte Herausforderung. Dank den sehr praktischen Wissenschaftswaffen – möglicherweise den besten im Spiel bisher -, und einem Gameplay, dass aufgrund seiner Natur eher auf Dialog als auf Kampf basiert, sollte es jedem über Level 25 möglich sein, die Expansion vollständig abzuschließen.

Fazit

Murder on Eridanos schneidet besser ab als sein Vorgänger Peril on Gorgon – alleine schon aufgrund der Aufteilung in verschiedene Inseln im Himmel (die ein wenig an Skies of Arcadia erinnern) wird dem Spieler eine bessere Übersicht als im letzten DLC gegeben. Zudem hebt der Mix aus Thriller und Verschwörungen die Story auf positive Weise an, sodass man in den rund zehn Stunden Spielzeit durchgehend motiviert bleibt. Einzig die langen Ladezeiten und das nicht erweitere Kampfsystem stören den Spielfluss.

Positiv:

+ mysteriöser Kriminalfall authentisch umgesetzt

+ übersichtlicher Aufbau der Umgebungen

+ Wissenschaftswaffen wissen zu überzeugen

Negativ:

– keine Neuerungen im Kampfgeschehen

– lange Ladezeiten

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger