Review: Super Mario Bros. Wonder – Ein klassischer Side-Scrolling-Trip ins Blumenkönigreich für Mario und seine Freunde

Der 22. Ableger der Super Mario-Reihe ist seit fast 11 Jahren der erste, der sich wieder zu den Ursprüngen von Super Mario Bros. begibt: Damit meinen wir nicht 8-bit-Grafik, sondern ein klassisches Side-Scroller-Abenteuer, wie man sie zuletzt bei New Super Mario Bros. U für die Nintendo Wii U sah! Das bedeutet kein 3D wie in Super Mario Galaxy oder Odyssey, lässt aber mehr Spielraum für gutes, altes Jump ’n‘ Run-Gameplay mit Option auf Multiplayer. Wir konnten den Titel für euch bereits testen, unsere Eindrücke findet ihr nachstehend.

Das Pilzkönigreich war gestern, Bowser hat schon neue Pläne!

Prinz Florian aus dem Blumenkönigreich lädt die Helden aus dem Pilzkönigreich zu Besuch ein, doch die Feier wird – wie überraschen – vom König der Koopas, Bowser, höchstpersönlich gecrashed. Anstatt Prinzessin Peach hat er es diesmal auf die nur im Blumenkönigreich existierenden Wunderblume abgesehen, und als er diese zu fassen bekommt, verschmilzt er sogleich mit dem Schloss von Prinz Florian. Wer nun denkt, er wäre dadurch immobil und ungefährlich, irrt gewaltig. Denn Bowser kann nun als fliegende Festung mit Bowser Jr. und Kamek an seiner Seite jede Menge Chaos in dem neuen Königreich anrichten.

Es wird also wieder mal Zeit für Mario, den Tag zu retten… sofern ihr euch für den rotbemützten Klempner entscheidet! Denn eigentlich ist es bereits zu Beginn möglich, aus zwölf verschiedenen Charakteren zu wählen: Neben Mario stehen klassisch noch Luigi, Peach, Daisy, ein gelber und ein blauer Toad sowie Toadette zur Auswahl. Und für alle, die sich das Spiel ein wenig leichter machen wollen, gibt es noch Yoshi, drei weitere Farbvarianten von ihm und auch Mopsie. Diese können nicht von Gegner oder Gefahren verletzt werden, dafür aber auch keine Power-ups verwenden.

Der Spieler kann aber natürlich auch beliebig zwischen den Figuren während des Spielens im Menü hin und her wechseln, wodurch man sich nicht auf eine festlegen muss. Doch egal, wen man wählt, dass Blumenkönigreich bietet für alle dieselben Herausforderungen und Möglichkeiten, bestehend aus sechs verschiedenen Welten und der sie verbindenden Blüteninseln. Alle sind voller Level, die im Spielverlauf immer fordernder werden. Für unseren Spieldurchlauf haben wir übrigens rund 12 Stunden benötigt!

Neben der regulären Level findet man Super Mario Bros. Wonder auch kleinere Level, welche „Verschnaufpausen“ genannt werden und in weniger als zwei Minuten erfolgreicher abgeschlossen werden können. Sie stellen weniger eine Challenge dar als ein Konzept oder ein Musikstück vor. Wesentlich härter sind die „Kampfpartys“, die verlangen, in kürzester Zeit mehrere Räume mit Gegnertypen zu bestehen. Ebenso gibt es kurze Abzeichen-Test, in denen man die Funktion eines neuen Abzeichens erlernt und dieses entsprechend daraufhin erhält. Einige davon kann man allerdings auch in den Oberwelten existierenden Läden für sogenannte Blumenmünzen kaufen. Auch im Sortiment befinden sich 1-Up-Pilze und Aufsteller – doch zu diesen später mehr!

Mehr Abzeichen als jeder Fünf-Sterne-General!

Bei den Abzeichen unterscheidet man zwischen aktiven „Aktionsabzeichen“ und passiv wirksamen „Stärkungsabzeichen“. Es kann leider nur immer ein Abzeichen getragen werden, weshalb man genau überlegen sollte, welches man wann einsetzt. Ein Wechseln ist nur zwischen den Level und bei Scheitern an den jeweiligen Rücksetzpunkten möglich. Ist das Level also beispielsweise voller Lava oder Abgründen, sollte man den „Rettungssprung“ ausrüsten, um einen automatischen Sprung in gegebener Notsituation zu machen, anstatt sofort K.O. zu gehen. Handelt es sich bei dem nächsten Level um ein Unterwasser-Level, kann der „Delfin-Kick“ für einen kurzen Geschwindigkeitsschub sorgen.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Rankenschuss – mit ihm kann man sich ähnlich wie Spider-Man in der Luft an die nächste Wand festkleben. Wer schnell Münzen sammeln möchte, könnte auch auf „Belohnungsmünze“ (zusätzliche Münzen für das Besiegen von Gegnern) oder „Münzmagnet“ (zieht Münzen und Blumenmünzen in der Nähe an) zurückgreifen. Man merkt, die Abzeichen in Super Mario Bros. Wonder sorgen für eine frische Dynamik, die – ähnlich einem Rollenspiel – verschiedene Herangehensweisen an eine Herausforderung bieten.

Hilfreich sind klarerweise auch die neuen Power-ups, die Nintendo für den Spieler erdacht hat: Neben der altbekannten Feuerblume, kann man sich nun in einen Elefanten, der mit seinem Rüssel Blöcke zerstört, Wasser speichert und anschließend versprüht, verwandeln. Eine weitere Verwandlung ist die Seifenblasenform, deren verschossene Blasen dem Spieler als Plattform dienen, aber auch Gegner an den Kragen gehen. Komplettiert wird das Quartett durch die Bohrerform, mit der man sich sowohl in Boden als auch Decke vergraben kann. Auch hartnäckige oder gepanzerte Gegner müssen sich dem Bohrer oftmals geschlagen geben! Die neuen Power-ups machen durchaus Laune, es fällt aber stark auf, dass davon nur vier im Spiel existieren!

Wunder können immer wieder geschehen!

Doch das eigentliche Highlight von Super Mario Bros. Wonder finden sich bereits im Titel des Spiels: Die Blumen! Nein, wir meinen hier nicht die durchwegs nervigen Plauderblumen, die in jedem Level verstreut sind, und, anstatt zu Hinweise zu geben, nur unnötiges Zeug quatschen. Die Rede ist natürlich von den Wunderblumen, die Mario & Co. auf einen meist wahnwitzigen Trip schicken, in denen man plötzlich auf riesigen, farbigen Seifenblasen springt…

…. einem tödlichen Stachelball entkommen muss, da das Level ständig nach links und rechts kippt, …

… oder auch selbst, wie Peach in diesem Fall, zum Stachelball wird, der durch das Level rollt und alles Erdenkliche dem Erdboden gleich macht. Darüber hinaus konnten wir miterleben, wie: Piranha-Pflanzen im Chor singen, ein Quiz gestartet wird, ein Aussetzen der Schwerkraft und viele andere verrückte Dinge, die man so im Pilzkönigreich nicht erwarten würde. Beendet werden solche ‚Wunder‘ mit dem Aufsammeln des Wundersamens, von denen man aber auch einen bei absolviertem Level von einem Poplin (den Bewohnern des Blumenkönigreichs) erhält. Pro regulärem Level können also mindestens zwei, manchmal sogar drei Wundersamen gefunden werden. Mit genügend Wundersamen ist es möglich, sich Zutritt zu dem Boss-Level mit Bowser Jr. zu verschaffen – und wird dieser besiegt, erhält man einen Riesensamen, der wiederum Schloss-Bowser schwächt.

Massives Power-up für Mario im Multiplayer-Bereich!

Der neuste Mario-Ableger behält zwar einige Spieldesign-Entscheidungen bei, die schon in früheren Titeln funktionierten, dafür sind die Aufmachung, die Power-ups und die Gegnertypen komplett neu erdacht. Beispiel für letzteres sind Pfeilschnäbel, die unwillentlich Klimmstangen erschaffen, Sagaahs, die das Maul weit aufreißen und alles verschlingen, was ihnen in den Weg kommt, oder auch die reitende Abrissbirne namens Gallopteros. Doch wie sieht es mit den Multiplayer aus? Bereits wenn man einfach nur online geht, sieht man andere Spieler in Form von „Geistern“ überall in den Level und den Oberwelten herumwuseln.

Nutzen kann man daraus vor allem ziehen, wenn man an einem gewissen Punkt scheitern sollte – der Spieler muss in diesem Fall nicht den Level von vorne starten, sondern verwandelt sich in ein „Phantom“, das bei Berühren eines andern Spielers wieder lebendig wird und weiter spielen kann. Hier kommen auch die früher erwähnten Aufsteller ins Spiel: Sie können ebenfalls bei Kontakt „Phantome“ wiederbeleben – allerdings zählen hier nur Aufsteller von anderen Spielern und nicht der eigene! Zuletzt noch eine kleine, aber eine der wichtigsten Neuerungen im Multiplayer: Entgegen den früheren Serienteilen kann man die Spielfigur eines anderen Mitspielers nicht mehr physisch beeinträchtigen – sprich, jemanden von der Plattform schubsen ist nicht mehr möglich!

Fazit

Super Mario Bros. Wonder besticht offenkundig durch Kreativität und Innovation! Beste Jump ’n‘ Run-Action gepaart mit der farbenfrohen Aufmachung des Blumenkönigreichs inklusive neuer Gegnertypen und den unvorhersehbaren Spektakeln einer Wunderblume lassen kaum Wünsche offen! Das Implementieren eines wählbaren Abzeichens vor den Level runden das Spielerlebnis ab; und über den Multiplayer hat man sich auch sichtlich Gedanken gemacht. Nur schade, dass man gerade beim Spiele-Umfang die kurze Spielzeit und die limitierte Menge an Power-ups spürt…

Positiv:

+ gewohnt qualitativ hochwertiges Level-Design für Jump ’n‘ Run-Action

+ Wunderblumen überraschen und bringen im besten Fall zum Staunen

+ Abzeichen können gezielt in bestimmten Level aushelfen

+ Multiplayer um ein Vielfaches besser als in früheren Ablegern

Negativ:

– etwas zu kurze Spielzeit

– Plauderblumen eher nervig als hilfreich

nur vier Power-ups sind äußerst dürftig

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, RPG-Allrounder und eifriger Trophäenjäger

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