Review: Kirby’s Dream Buffet – Der kleine Multiplayer Snack für zwischendurch

Nach Kirby and the Forgotten Land (unser Test) ist mit Kirby’s Dream Buffet ein eher leichtgewichtiges Party Spiel im Nintendo eShop erschienen. Wir haben uns ins Getümmel geworfen auf der Jagd nach möglichst viel Snacks und Süßigkeiten!

Die Introsequenz stimmt wunderbar auf das folgende Spiel ein. Kirby möchte nämlich eine zuckersüße Erdbeertorte verspeisen, doch eine verzauberte Gabel schrumpft ihn auf Erdbeergröße. Aber Kirby lässt sich davon natürlich nicht entmutigen, denn das Größenverhältnis Torte zu Magen ist damit optimal für ein Wesen mit unendlichem Appetit. Und als noch ein paar andere Kirbys dazukommen, wird schnell klar, dass es Futterneid gibt.

Minigame Spaß

Inspiration von Gourmet Race und Fall Guys

Dieses Thema bringt einem eventuell bereits die Erinnerung an Kirby’s Fun Pak (bzw. Kirby Super Star (Ultra)), Denn dort wird das kürzeste Hauptspiel der Sammlung, “Gourmet Race”, ebenfalls unter dieser Prämisse geführt. In diesem Rennen über drei Level ging es darum mehr zu fressen als King Dedede. Und wer zuerst im Ziel war, bekam einen Bonus. Auf dieser Idee baut Kirby’s Dream Buffet massiv auf und kombiniert es oberflächlich ein wenig mit Fall Guys. Auch diesmal geht es darum eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen und Punkte gibt es für das Futtern von allem was im Level liegt. Als Gegner dienen dabei andere Kirbys, die entweder von der CPU oder von Menschen (offline und online, später mehr dazu) gesteuert werden.

Jede Menge Kalorien – Baumkuchen, Eiscreme oder Pfannkuchen

Die Level sind dabei im wahrsten Sinne des Wortes zuckersüß oder herzhaft zum Anbeissen. Egal ob man in einer Art Fastfoodwelt aus Burgern rollt oder über Kuchen/Torten versucht ins Ziel zu kommen, das Essensthema ist allgegenwärtig. Auch die Minispiele und das sogenannte Battle Royal, die neben den Rennen existieren, sind im selben Setting aufgebaut. Jede der 24. Herausforderungen hat dabei den Namen einer Süssigkeit/von Fastfood, wie z.B. Hamburger, Ice Cream oder Sandwiches. Der Soundtrack ist dabei Kirby typisch fröhlich und passt ebenfalls gut zum Geschehen. Die Präsentation gesamt ist zwar nicht überragend, aber definitiv ausreichend für diese Art von Spiel.

Einwiegen für das Endergebnis

Kommen wir zum Herzstück, dem Grandprix Modus. Egal ob gegen Menschen oder die CPU erledigt man dort ein Rennen, ein Mini-Game, ein zweites Rennen und zum Finale ein Battle Royale. Bei den Minigames geht es, wie in den Rennen, darum möglichst viel zu essen, allerdings sind diese zeitlich begrenzt. Im Battle Royale hingegen müssen die Kontrahenten mittels Items/Copy Fähigkeiten von der Plattform gestoßen werden, um an deren Erdbeeren(= Punkte) zu gelangen. Dadurch kann ein Vorsprung rasend schnell schmelzen, wenn man mehrfach von der Plattform gefegt wird. Zu allem Überfluss gibt es bei der Endstand Ermittlung auf Waagen noch Preise für z.B. die meisten gegessenen Erdbeeren. Auch hier kann das Ergebnis noch auf den Kopf gestellt werden. Aber bei dem Chaos, dass durch Items, die Level und die Ablenkung durch die ansehnlich designten Levels entsteht, ist der Sieg nur zweitrangig und der Spaß im Vordergrund. Und den hatten wir, auch wenn wir vom Schwierigkeitsgrad nicht wirklich gefordert waren.

Wie wollen wir unseren Kirby denn?

Die gewonnenen Punkte von Grandprix und auch Einzelrennen/Minigames/Battle Royales wandern, egal welchen Platz man belegt hat, in eine Leiste, die das eigene “Gourmetlevel” misst. Für jedes Level schaltet man Customizing Optionen frei, mit denen man einen optisch anderen Kirby spielen kann. Zudem kann man die riesige Erdbeertorte im Main Hub und Titelbildschirm mit Stickern dekorieren, um so seinen eigenen Touch zu haben. Ein Kirby mit Sahnehäubchen ist natürlich noch süßer (aber leider nicht schneller). Es gibt insgesamt 136 Gourmetlevel, also wer alles haben will, hat einiges zu tun.

Doch wie spielt sich das Ganze? Im Kern gibt es genau zwei Knöpfe, die relevant sind: Springen und Item nutzen. Ansonsten gibt man mit dem Joystick nur die Richtung vor, in die man rollen möchte. Das Spiel ist damit extrem intuitiv spielbar und lässt sich in sekundenschnelle auch Anfängern und Videospielfremden nahebringen. Noch eine kurze Instruktion, dass man Essen berühren und alles was nach Gegner aussieht meiden sollte und ab geht die wilde Fahrt.

Multiplayer mit Konzeptionsmacken

Und damit kommen wir zum größten Kritikpunkt des Spiels. Offensichtlich wollte Hal Laboratories hier ein multiplayerorientiertes Spiel im Fall Out Guys Stil schaffen. Im lokalen Multiplayer an einer Konsole, können aber nur maximal zwei Spieler im Splitscreen spielen. Man denkt wehmütig an die Zeiten von Mario Kart 64 oder GoldenEye zurück in denen 4 Spieler gleichzeitig zocken konnten. Dafür kann man aber mit einer Joycon spielen. Wer allerdings mehr als 2 menschliche Spieler gleichzeitig offline beschäftigen möchte, muss vier Switches mit vier mal Kirby’s Dream Buffet mitbringen. Das passiert dann in einem lokalen Wifi unter den Switches. Auch der günstige Preis des Spiels macht diesen Makel nicht wirklich akzeptabel. Online kann man natürlich auch mit bis zu drei Freunden mittels Passwort oder mit Fremden spielen, aber hier ist dann eine Switch Online Mitgliedschaft nötig.

Nochmal zusammengefasst:

  • Offline
    • 2 Spieler lokal Splitscreen: 1 Switch + Spiel, jeder 1 Joycon
    • 3 oder mehr Spieler lokal: Jeder 1 Switch + Spiel
  • Online:
    • Switch Online Mitgliedschaft notwendig

Auch ein Feature, dass hier unserer Meinung nach dazugehört hätte, wäre eine Mischung aus lokalem und online Optionen gewesen. Das ist nämlich leider ebenfalls nicht möglich. Leider gab es auch einige Stotterer im Race Modus. Diese sollten nicht an unserem Internet gelegen haben. Diese waren allerdings nur leicht störend und kein großer Beinbruch. Trotzdem schade, dass hier Optimierungspotential liegen gelassen wurde.

Fazit

Der geringe Preis von rund 15€ und die online only Distribution über den Nintendo eShop lassen erahnen, dass es sich hier nicht um ein Hauptspiel der Kirby Reihe handelt. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist auch der geringe Umfang des Core Gameplays (Rennen, Minigame, Battle Royale mit in Summe 24 Stages) verschmerzbar. Denn mit Freunden macht Kirby’s Dream Buffet tatsächlich Spaß dank seiner chaotischen Rennen und last minute Ranking Änderungen. Es ist kein Mario Party für Stunden, aber für kurze Runden top geeignet. Was sich Nintendo/Hal Laboratories aber definitiv ankreiden lassen müssen ist die Entscheidung den lokalen Splitscreen Multiplayer auf 2 Spieler zu beschränken und für 3-4 Spieler jeweils eine Switch + Spiel vorzuschreiben. Auch der Switch Online Zwang macht das Ganze nicht sympathischer. Darum unbedingt diese Einschränkungen beim Kauf beachten, denn im Singleplayer gegen die CPU allein verliert das Ganze schnell an Luft. Wer damit leben kann, bekommt allerdings ein nettes Multiplayergame für Zwischendurch.

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Written by: Steve Brieller

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