Hamsterdam Review – Niedliches Nagetiergezanke oder handfeste Hamsterprügelei?

Mit Hamsterdam bringt Indie-Developer Muse Games einen actionreichen Prügeltitel mit bunten Grafiken auf Handy und Tablet, aber auch PC und Nintendo Switch sind als Plattform miteingeplant. Bei dem breiten Angebot will der Entwickler ein möglichst großes Publikum erreichen, daher wollten wir wissen, ob der Titel nur einmaliger Zeitvertreib ist oder ob hinter Hamsterdam mehr steckt, als es der kindgerechte Animationsstil wirken lässt.

Hipper Hau-drauf Hamster kommt seinen Artgenossen zu Hilfe

Ihr spielt Pimm, einen Hamster in blauer Sportjacke, der die Geheimnisse des Ham-Fu von seinem Großvater lernt, der auch eine Horde anderer Hamster beherbergt. Als diese von Marlo, dem bösen Chinchilla, und seiner Bande attackiert werden, versucht Pimm erst noch sie mit Schlägen und Tritten zurückzuhalten, doch die Versuche sind schlußendlich vergeblich und der Großvater und eure Brüder werden allesamt entführt.

Von nun an gilt es den weiten Weg bis zu Marlo’s Versteck zurückzulegen um die Familie zu retten. Während seiner Reise muss der kleine Hamster sein gesamtes Arsenal an Kampftechniken benutzen, um gegen die Gegnerwellen aus Mäusen, Wiesel und Kaninchen zu bestehen. Seine Reise führt ihn durch das an Amsterdam angelehnte „Hamsterdam“ aus Windmühl- und Rotlichtbezirken, die ähnlich der Oberwelt aus Super Mario Bros. in Level aufgeteilt sind.

Fürchtet den Nager, der nicht 10.000 Schläge trainiert hat, sondern jeden Schlag 10.000 mal

Die Steurung von Hamsterdam ist schnell zu erlernen – man benötigt nur einen Knopf zum Ausführen von Schlägen und den Stick um Gegner zu kontern, bevor diese überhaupt angreifen können. Zusätzlich kann ein aufgefülltes KO-Symbol über einen bestimmten Widersacher gezogen werden, der ihm dann im folgenden Move eine gesamte Energieleiste abnimmt.

Aber auch die Gegner besitzen über spezielle Angriffe, für welche schnelle Reaktionen gefordert sind: In kurzen Zwischensequenzen müsst ihr den Stick in einer Reihenfolge nach links, rechts, unten und oben bewegen oder den Action-Button entweder so schnell wie möglich oder zu einem bestimmten Zeitpunkt drücken. Wer das nicht schafft, kassiert einen Schlag und der Kombo-Meter wird zurückgesetzt.

Es ist also nicht nur wichtig, schnell Schläge auszuteilen, sondern auch jegliche gegnerischen zu vereiteln. Wenn man die Situation nicht im Überblick hat, landet man schnell mit dem Hamstergesicht am Boden. Dasselbe gilt auch für Mini- und Endbosskämpfe, die im Spiel die größte Herausforderung darstellen. Marlo tritt am Ende der Areale selbst in Erscheinung und bewirft Pimm mit Bomben oder versucht ihn zu überrollen.

Hamsterdam bietet neben den lebensbedrohlichen Situationen auch noch die Möglichkeit auf ein Minispiel, in dem Pimm mit seinem Roller im Sidescroller-Stil durch die Straßen fährt und Samen sammelt. Diese Bonusmissionen können durch eine gewissen Anzahl von Sternen (die wiederum für besonders gut abgeschlossene Kämpfe vergeben werden) freigeschaltet, bieten insgesamt aber eher ein monotones Erlebnis – sie sind leider ohne jegliche Spannung und stellen keine Anforderungen an den Spieler.

Um auch für kniffligere Konfrontationen gewappnet zu sein, kann der Spieler im Austausch für gesammelte Samen im Shop einkaufen gehen: Verschiedene Hüte, Brillen, Handschuhe und Jacken beeinflußen die Aufladezeit für KOs, die eigene Zähigkeit, Gegnermanöver und vieles mehr. Sogar neue Hamster-Faust-Techniken können hier erlernt werden, aber auch Gegenstände die Pimm das Leben erschweren, um eine größere Herausforderung zu schaffen.

Fazit

Da ist sehr viel Potential in Hamsterdam, doch leider bleibt es zu großem Teil ungenutzt: Mit dem Hauptaugenmerk bei der Entwicklung auf Android und iOS ist der Titel eher auf kurzweiligen Spass ausgelegt, und auch wenn das Spiel mit Bonuszielen versucht, den Spieler nach dem finalen Level zum Weiterspielen zu motivieren, ist die Gesamtspielzeit von knapp drei Stunden einfach zu kurz. Ansonsten klappt in dem knuffigen Rhytmus-Prügler einfach alles, obwohl es eigentlich nicht sollte: Harte Fights, comichafte Nagetierfiguren und Gameplay, das schnelle Reaktionen fordert, ergänzen sich trotz des chaotischen Mix sehr gut und sind sicherlich nicht nur für Kinder gedacht.

Solo Wertung

Positiv

+ liebenswerter Held in comichafter Abenteuermission

+ Gameplay kann mit Hilfe von Items modifiziert werden

+ Motivation zum Weiterspielen vorhanden

Negativ

– Spieldauer ist einfach zu kurz

– Roller-Missionen zu einseitig

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger