GameStop nach Verkaufsdebakel am absteigenden Ast

Letztes Jahr versuchte der Führungsstand von GameStop das Unternehmen zu verkaufen, Ende Jänner wurde nun bekannt gegeben, dass kein Käufer mehr für das Unternehmen gesucht wird – im Wesentlichen aus Gründen der mangelnden Rentabilität, die externe Käufer auf lange Sicht in dem Unternehmen sehen. „Die Leitung von GameStop hat nun die Bemühungen um einen Verkauf des Unternehmens eingestellt, da keine verfügbaren Finanzmittel zu Bedingungen verfügbar sind, die für einen potenziellen Erwerber wirtschaftlich akzeptabel sind“, so der Inhalt der Pressemitteilung. Grundsätzlich sahen alle potenziellen Käufer von GameStop keine gute Investition in dessen Erwerb, dies ist in Zeiten der digitalen Distribution allerdings keine Überraschung. GameStop hat trotz der Steigerung des Gesamtumsatzes Mühe gehabt, in der letzten Zeit positive Nettogewinne zu erwirtschaften, was zeigt, wie überholt die Geschäftsstruktur des Unternehmens ist. Kurz nach Veröffentlichung dieser Mitteilung fielen die Aktien um bis zu 27% ab.

„Du willst deine Spielesammlung verkaufen? Mehr als 30 Euro können wir nicht geben!“

Verschiedene Gründe für das Versagen des Unternehmen sind plausibel:

  • die Zahl digitaler Marktplätze im Internet wächst weiterhin an, jedoch muss angemerkt werden, dass GameStop ohnehin eher auf den Konsolenmarkt fokussiert ist, wobei GameStop auch hier mit dem preiswerten Xbox Game Pass Wasser abgegraben wird
  • zudem werden Streaming-Service von Sony und Microsoft gleichermaßen angeboten, ein Service der Discs, die über GameStop verkauft werden können, nicht inkludiert
  • Amazon fährt mit einer aggressiven Preispolitik auf, die oft sogar den Preis der bereits gebrauchten Artikel bei GameStop unterbietet
  • die Beliebtheit von Onlineportalen wie Willhaben ist ungebrochen und der dort gebotene Handel überbrückt einen Zwischenhändler (Wieso sollte man das Spiel bei GameStop eintauschen, wenn man es direkt dem Interessenten zu einem besseren Preis anbieten kann?)
  • das verstärkte Anbieten von Gaming Merchandise scheint sich nicht zu rentieren
  • keinerlei Kundenbindung mit Aktionen, die wirklich attraktiv für Langzeitkunden wären
„Ihr wollt eure Geschäftskette verkaufen? Mehr als 30 Euro können wir nicht geben!“

Es bleibt abzuwarten, wie die Zukunft des Unternehmens ohne das Eingreifen einer externen Firma aussehen wird; 2019 wird für GameStop ein Jahr auf dem Prüfstand, man darf gespannt bleiben, welche Entscheidungen getroffen werden, um sich über Wasser zu halten.

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger