Die „Top 5 Spiele des Jahres“ von Julian aus der Redaktion

Dieses Jahr hat uns Spiele verschiedenster Machart beschert: Death Stranding, das die Meinungen spaltet wie kein anderer Titel, Sekiro: Shadows Die Twice, das brillant aber auch bockschwer ist, und Shenmue 3, das aus irgendeinem Grund unbedingt Gameplay und Grafik aus der Dreamcast-Zeit behalten wollte, sind nur drei Beispiele für 2019, das spieletechnisch einiges zu bieten hatte, nur eben keinen Oberknüller. Umso spannender ist es, die Favoriten der Zockergemeinde zu lesen, die zumindest für dieses Jahr ganz unterschiedlich ausfallen kann. Hier ist meine:

5. Luigi’s Mansion 3

An dem dritten Teil einer Spielereihe merkt man normalerweise, ob sie Zukunft hat oder nicht! Der erste Teil stellt eine neue Spieleidee vor, der zweite Teil verbessert und verfeinert das Grundkonzept und mit dem dritten Teil kommt dann der Härtetest: Ist die Idee bereits mit zwei Ablegern der Franchise völlig ausgeschöpft und verliert jeglichen Reiz oder kann man noch immer darauf aufbauen und Fans weiterhin begeistern? Luigi’s Mansion 3 zeigt, dass der „andere Bruder“ mit seiner eigenen Serie in keinerlei Schwierigkeiten steckt, und gerade Innovationen wie Gooigi als schleimigen Partner verleihen dem Titel ganz neue Perspektiven. Auch der stockwerkartige Aufbau, in der jedes Areal in sich mit eigenen Puzzlen abgeschlossen ist, geht auf, und – nicht zu vergessen – liegt der Fokus diesmal nicht nur auf Singleplayer, denn die Story ist komplett mit einem Freund durchspielbar und bietet nebenher noch viele weitere Multiplayer-Optionen.

4. Nowhere Prophet

Nowhere Prophet ist mein absoluter Favorit unter den Indie-Titeln dieses Jahr! Artstyle, Story und Gameplay ergänzen sich nahezu perfekt in diesem roguelike Kartenspiel. Als Prophet und Anführer schlägt man sich durch das mit indischem Mythos durchsetzte Ödland und versucht Feinde möglichst ohne eigene Verluste auszuschalten, um sich danach für den nächstenWegpunkt auf der Karte zu entscheiden. Lieber in der friedlichen Siedlung Zuflucht suchen oder doch noch einen Umweg in feindliche Befestigungen machen, um guten Loot abzugreifen? Doch Vorsicht, die Widersacher sind alles andere als dumm – wer nicht gut gerüstet ist oder seine Karten falsch legt, darf nach einem Game Over schnell von vorne anfangen. Das Spiel bietet zudem noch gewisse Herausforderungen, die, wenn erfüllt, alternative Decks und Anführer zu Spielbeginn zur Verfügung stellen. Dadurch erhöht sich der Wiederspielwert enorm und treibt den Spieler dazu an, mit neuen Karten noch ein wenig tiefer in die Postapokalypse vorzudringen. Einfach jedem, der strategische Deck-Building Kartenspiele dieser Art mag, sollte unbedingt einen Blick auf Nowhere Prophet werfen; ein Spiel, das die Idee des „easy to learn, hard to master“ verinnerlicht hat.

3. Control

Obwohl das Line Up für 2019 nicht wirklich überragend war, gab es doch einen Titel der relativ untergegangen ist: die Rede ist von Control, dem Third Person Shooter von Remedy Entertainment, Entwicklerstudio von bekannten Titeln wie Max Payne, Alan Wake und Quantum Break. Das Spiel mag nicht die beste Grafik haben und die Charaktere (sowie Story) sind sehr dünn konstruiert, doch dafür glänzt Control in zwei anderen Bereichen: der mythisch-gruseligen Spielewelt und dem hervorragenden Gameplay. Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß Gegnerhorden mit der mutierenden Amtswaffe aus der Luft zu befeuern und diese sogar mit einer Gedankenkontrollfähigkeit gegeneinander kämpfen zu lassen. Control ist nicht umsonst ein Liebling unserer Redaktion!

2. The Outer Worlds

Bethesda hat mit der erkauften Fallout-IP zweifelsohne viel Geld gemacht – es liegt von der Beliebtheit her wohl schon mit Bethesda’s hauseigener The Elder Scrolls-Marke gleichauf. Doch als das Studio mit Fallout 76 nach dem süßlichen „Live Service“-Geld gierte, hat es sich dabei selbst ins Knie geschossen. Gut dokumentiert sind die unzähligen Pannen des Online-Titels, der noch heute für Aufregung sorgt – zuletzt mit dem Bezahlservice „Fallout First“, bei dem man sich mit echtem Geld Vorteile gegenüber den anderen Spielern sichern kann. Und alles was die Fans wirklich wollen? Singleplayer-Action mit einer gut konstruierten Welt! Und dank Obsidian haben wir genau das bekommen. Auch wenn es in Hinsicht auf Spielelänge gegenüber Fallout 3 und Fallout New Vegas den Kürzeren zieht, bleibt The Outer Worlds der Formel treu, die Bethesda aus Profitgier so schändlich verraten sollte. Obendrauf ersetzt der Titel das angestaubte V.A.T.S. durch einen wesentlich dynamischeren Zeitlupenmodus und die farbenfrohe Welt wirkt imposanter auf das Auge als das Grau in Grau aus Fallout. The Outer Worlds hat als Franchise einen fantastischen Start hingelegt, jetzt gilt es nur noch darauf aufzubauen.

1. Star Wars Jedi: Fallen Order

Die Zeiten für Star Wars Fans waren nicht immer gut: Die fürchterlich langweilige Episode I, der Lootbox-Skandal von Star Wars Battlefront II und so viele weitere Stolpersteine, die den Anhängern damals George Lucas und jetzt von Megakonzern Disney in den Weg gelegt wurden. Doch das letzte Quartal 2019 ist der reinste Segen dank der Serie The Mandalorian und Jedi: Fallen Order. Während die Serie klassische Star Wars auf unsere Bildschirme zurückbringt (mit der klassischen Story eines Einzelgängers, der gezwungenermaßen auf ein Kind Acht geben muss und gekonnt durch so viele phantastische Ecken des Star Wars Universums navigiert), zeigt Entwickler Respawn wie ein richtig, richtig gutes Star Wars-Spiel aussehen muss. Verschiedenste Machtkräfte, ein Lichtschwert, das zum Doppellichtschwert umfunktioniert UND geworfen werden kann, und eine Vielzahl an Anpassungsmöglichkeiten sorgen in dem Metroidvania-Titel für das richtige Jedi-Feeling, auf das so mancher sehr lange gewartet hat. Ein Projekt im Star Wars Universum kann schnell schief gehen, doch mit einer stimmigen Welt, solidem Gameplay und einer gut geschriebenen Story (inklusive imposantem Ende), beweist Jedi: Fallen Order, dass es alles andere als unmöglich ist. Hoffentlich erhalten wir in der Zukunft mehr davon!

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger