Code Vein Preview inklusive Interview mit dem Entwickler: Nur ein Mix aus Anime und Dark Souls?

Mit Code Vein bringt das Team hinter der God Eater – Reihe einen Titel auf den Markt, den einige in den ersten Minuten vielleicht als „Anime Dark Souls“ abschreiben würden, doch wir haben das Spiel vor kurzem genauer unter die Lupe genommen und können euch nun von unseren Eindrücken erzählen.

Bereits zu Beginn fällt das detaillierte Menü zur Charakteranpassung auf, welches wirklich keine Wünsche offen lässt: Weit über die klassischen Entscheidungen zwischen Haut-Ton und Frisur, lassen sich auch Farben und Muster der einzelnen Kleidungsstücke ändern, Purifier-Maske inklusive. Gerade ohne dieses Kleidungsstück kann niemand in der postapokalyptischen Welt von Code Vein auskommen, ohne dabei den Verstand zu verlieren.

Womit auch bereits Story-Elemente angeschnitten werden, die wir uns den Machern von Bandai Namco (natürlich ohne Spoiler) erklären ließen:

Code Vein liegt eine dramatische Geschichte zugrunde, die in der dystopischen, von rotem Nebel umgebenen, Welt Vein spielt. Der Fokus liegt auf den Revenants – Vampire, die auf der ständigen Suche nach Blut sind, um zu überleben. Ist es einem Vampir nicht mehr möglich, sich Blut zu beschaffen, so wird er zum Lost, einer gräßlichen Bestie, die alles attackiert, was sich ihr in den Weg stellt. Um dies zu verhindern, verwalten die Revenants zum einen die restlichen Menschen als Blutressourcen und suchen andererseits nach seltenen Blutperlen, die aus mysteriösen Blutquellen wachsen. Hinter diesen steckt ein großes Geheimnis, für welches sich speziell einer der möglichen Companions des Protagonisten, Louis, interessiert.“

Companions spielen eine wichtige Rolle in Code Vein; fast immer steht dem Spieler ein NPCs zur Seite, der nicht nur fleißig mitkämpft, sondern ihn auch, falls nötig, mit den eigenen LP wiederbeleben kann, sollte er durch den Gegner fallen. Und das wird öfters passieren, den der Schwierigkeitsgrad ist ähnlich hoch wie in den Soulsborne-Titeln. Die Entwickler meinten hierzu:

„Wir wollten gezielt bei einem höheren Schwierigkeitsgrad ansetzen, der sich unter anderem auch an der Action in Dark Souls oder Bloodborne orientiert. Das Spiel ist absichtlich schwierig, aber nicht unfair gehalten: Vor allem war uns bei der Entwicklung des Spiels das Erfolgserlebnis wichtig, welches der Spieler beim erfolgreichen 21. Versuch hat, nachdem er 20 Mal vorher gescheitert ist. Er darf die Motivation unterdessen nicht verlieren.“

Blocken ist möglich, Ausweichen ist besser: Auch wenn aufgrund des oft ineffektiven Parierens insbesondere ein Vergleich mit Bloodborne naheliegt, beweist Code Vein doch viel mehr Abwechslung in Sachen Gameplay: Eine große Auswahl an aktiven und passiven Fähigkeiten, genannt Talente, bestimmen das Kampfgeschehen, einige von diesen werden erst durch einen bestimmten Blutcode erlernt.

Anfangs gibt es nur den Blutcode Kämpfer, es kommen aber schnell immer mehr Blutcodes hinzu, zwischen denen der Spieler wählen kann: Berserker, Ranger, Zauberwirker und Prometheus (um nur eine Handvoll zu nennen) haben alle unterschiedliche Wirkungen, nicht nur auf die mögliche Auswahl der Talente, sondern auch auf LP, Ausdauer, Ichor, Schnelligkeit, die Handhabung der Waffen und wieviel Schaden sie austeilen sowie vieles mehr. Wer den Berserker spielt, will zweifelsohne mit verheerenden Angriffen im Nahkampf siegen, der Ranger verlässt sich auf Fernkampf und Verteidigungsboni.

Die Talente sind das Um und Auf für jegliche Art von Konfrontation – man unterscheidet in aktive und passive Talente, wobei aktive logischerweise erst über das Schnellmenü aktiviert werden müssen, während zweitere permanent wirksam sind. Das Einsetzen von aktiven Talenten kostet Ichor, ein Wert, der den Spieler darauf achten lässt, welche Talente er im Moment am meisten benötigt. Von der Wirkung her rangieren die Talente auf verschiedensten Ebenen: Einige können nur mit einem speziellen Begleiter wie Io oder Louis eingesetzt werden (z.B. „Tollkühne Hingabe“), andere, wie zum Beispiel „Heilendes Opfer“, nutzen die LP des Protagonisten, um die des Begleiters zu heilen.

Code Vein wirkt auf den ersten Blick ein wenig wie Bloodborne – ein Umstand, der auf keinen Fall schlecht ist – doch auf den zweiten Blick erkennt man ein wesentlich vielschichtigeres Kampfsystem, das auch ein wenig mehr Nachsicht mit unerfahreneren Spielern hat. Gut vorbereitet ist der Spieler, der den passenden Blutcode ausgewählt, die wichtigsten Talente im Schnellmenü parat und den besten Begleiter an der Seite hat. Wer trotzdem scheitert, kann mit ein wenig Grinden beträchtlich viele Erfahrungspunkte sammeln und diese zum Aufleveln an den Speicherpunkten verwenden. Gepaart mit einer Story, die vom Entwickler als tiefgreifend beschrieben wird, ist Code Vein um einiges mehr als ein Dark Souls-Klon mit Animefilter, sondern kann als eines der wichtigsten kommenden Action RPGs des Jahres gehandelt werden.

Unser Gameplay Video von der E3 2018
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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger