Need for Speed Payback PS4 Review – Der alles Nichtskönner

Nach dem dürftigen letzten Need for Speed Ableger hat man sich auch im Hause EA etwas mehr Zeit genommen und mit der Serie wieder voll durchstarten zu können. Ob die Pause Need for Speed Payback wirklich geholfen hat könnt ihr wie immer bei uns im Test nachlesen.

Die Sparversion von Forza Horizon

Seit dem letzten Ableger der Serie versuchen die Entwickler von Ghost Games vehement alles was nur geht in ein Spiel zu packen. Trotz der verlängerten Entwicklungszeit bei Payback, hat es aber dieses Mal wieder nicht geklappt und ist in einem fragwürdigen Experiment geendet. Der erste Versuch zeigt sich im Story-Aufbau. Hier will man eine Fast & Furious like Geschichte aufbauen mit sehr viel Action, Verfolgungsjagden und Intrigen. Das funktioniert auch die ersten Minuten relativ gut (bis auf einige sehr schwache Dialog-Passagen) aber direkt danach beginnt das Open World Fiasko. Um den nächsten kurzen Story Schnipsel sehen zu können müsst ihr Drift, Sprint, Offroad und Drag Challenges absolvieren. Dafür braucht ihr jeweils einen Wagen den ihr nach jedem Rennen tunen müsst um wieder mit der Konkurrenz mithalten zu können. Hier zeigt sich auch sehr schnell warum der Titel dieses Mal noch weniger motivierend als seine Vorgänger ausgefallen ist. Tuning-Teile müssen en masse eingekauft werden und erhöhen euer Level um wenige Punkte, kosten aber pro Stück fast so viel wie die Belohnung aus einem Rennen. Somit beginnt ein ewiger Kreislauf von Credits sammeln, neue Tuning Teile einkaufen und ein Rennen bestreiten um den Prozess wiederholen zu können. Aus den Rennen selbst bekommt ihr zufällige Teile, die meistens nicht für euer Level geeignet sind und der Hinweis darauf, dass ihr doch Echt-Geld investieren könnt für neue Teile wird auch sehr früh im Spiel deutlich erklärt. Von der großartigen Geschichte bleibt im Grunde weniger hängen als die ständig wiederholenden Werbereklamen und das offensichtliche Product Placement. Im Falle der beworbenen Monitore, haben es zumindest zwei Produkthersteller ins Spiel geschafft die euch überall in der “umfangreichen” offenen Welt präsentiert werden. Trotz der furchtbaren Live-Action Story aus dem letzten Teil, hatte man sich dort wenigstens noch Mühe gegeben Charaktere ins Spiel zu bringen, die man nicht nach fünf Minuten Spielzeit wieder vergessen hat.

Need for Speed Payback EA Cerealkillerz

Das große Problem von Payback ist im Grunde der Versuch alle Genres unter einem Hut zu bringen. Forza Horizon hat es mit Bravur bereits gemeistert und dabei nicht vergessen was die Serie dahinter ausmacht. In Need for Speed Payback machen leider nicht einmal die klassischen Verfolgungsjagden Spaß, da die KI der Polizeiwagen wieder einmal furchtbar ausgefallen ist und es mehr wie ein Checkpoint für Checkpoint abfahren wirkt, als eine actiongeladene Verfolgung durch die Polizei. Mit den “Runner” Wagen könnt ihr eigene Polizei Challenges annehmen, wo ihr verschiedene Punkte auf der Karte abfahrt und danach wieder von einem Checkpoint zum nächsten vor der Polizei flüchtet. Auch das tuning wofür man die Serie bisher gelobt hat, wurde durch Mikrotransaktionen und einem demotivierenden Grinding-System so sehr zerbrochen, dass es einfach keinen Spaß macht seine Autos aufzuwerten. Durch die Knappheit an Credits und die hohen Kosten für neue Autos wird man auch immer mehr dazu gezwungen die Startformation an Wagen über das gesamte Spiel zu verwenden. Zum Vergleich: Ein neuer Wagen im selben Level kostet 100.000 Credits aufwärts im Gegensatz zu ein bis zwei Tuning Upgrades die euch fürs nächste Rennen startklar machen (15.000-30.000). Weiters könnt ihr in jedem Rennen ein Risiko eingehen und eine weitere Challenge annehmen, die in so gut wie jedem Rennen von der Strecke her bereits aufgelegt ist und somit eine weitere nette Idee darstellt, die wieder versucht eure mögliche Credit-Ausbeute im Spiel zu reduzieren. Der Umfang von Payback ist auf dem Blatt Papier gesehen wirklich in Ordnung nur die Durchführung leider immer wieder miserabel ausgefallen.

Aaron Paul Need for Speed Screenshot PS4 Cerealkillerz

Und der letzte Platz geht an:

In einem Jahr was voll gepackt ist mit Racern wie Forza Motorsport 7, GT Sport und Project Cars 2 hätte für Payback noch der Platz des spaßigen Arcade Racern gereicht, aber selbst der bleibt verwehrt. Die Kampfansage an The Crew und Forza Horizon ist hier wieder einmal deutlich misslungen und selbst die Kernelemente der Need for Speed Reihe wurden hier auf dem untersten Niveau implementiert und mit Lootbox-Systemen zerbrochen. Das einzig positive an Payback ist der wie immer großartige Soundtrack mit Künstlern wie Royal Blood, Queens of the Stone Age und vielen Mehr. Selbst grafisch hinkt der Titel Welten hinter der bereits erwähnten Konkurrenz und findet keinen Bereich wo er irgendwie herausstechen würde.

Need for Speed Payback Screenshot Live Tuning

Fazit

Need for Speed Payback will der Racer für alle Zielgruppen sein und überzeugt in keinem Bereich. Die Kernelemente die Need for Speed ausmachen würden, sind durch Mikrotransaktionen oder demotivierende Grinding-Systeme in ihre Einzelteile zerbrochen und auch sonst liefert der Titel auch durchgängig keine gute Figur ab.

Positiv

+ Gelungener Soundtrack

Negativ

– Schwache Story

– Kernelemente der Serie wie Tuning und Verfolgungsjagden furchtbar zerstückelt worden

– Zu starker Einfluss durch Mikrotransaktionen

– Demotivierender Spielaufbau

– Fragwürdige Gegner KI und Risiko-Challenges

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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