Yo-kai Watch Blasters Review – Der Pokémon-Killer?

Yo-Kai Watch hat sich in den letzten Jahren als Alternative zu Pokémon einen Namen gemacht – auch wenn sich die beiden IPs gar nicht mal so ähnlich sind. Yo-Kai sind nämlich Geister, die sich mit dem Protagonisten befreunden und nicht in Bällen gefangen werden. Außerdem können sie reden und mit Waffen ausgerüstet werden, anstatt nur Items zu tragen und ihren eigenen Namen zu rufen. Mit dem Erfolg, den Yo-Kai Watch nicht nur in Japan sondern inzwischen auch in der westlichen Hemisphäre errungen hat, kommt nun auch das erste Spin Off in Europa auf den Markt – Yo-kai Watch Blasters. Hier steht kein menschlicher Hauptcharakter im Mittelpunkt, sondern nur die Yo-kai selbst. Also ein wenig wie in Pokémon Mystery Dungeon.

Ein Team aus vier Yo-Kai stellt sich selbst den größten Gefahren

Story

Die Handlung ist schnell erklärt: Ihr befehligt ein Team aus maximal vier Yo-Kai, die geschworen haben sich um schwächere Yo-Kai zu kümmern, die nicht stark genug sind sich selbst zu verteidigen. In eurem Hauptquartier nehmt ihr Missionen von Schleifer an, der euch in unterschiedliche Wohnblock-Areale schickt damit ihr dort entweder gezielt Feinde eliminiert oder hilflose Yo-Kai rettet. Ansonsten wird Handlungsfaden stark von den Charakteren getragen: Serienfavoriten Whisper und Jibanyan übernehme auch in Blasters eine größere Rolle, wobei letzterer sogar spielbar ist, während Whisper wieder nur eine passive Beraterrolle einnimmt. Jibanyan selbst denkt die meiste Zeit aber gar nicht an seine Einsätze, ihm wären Süßigkeiten und Konzertbesuche wesentlich lieber.

Die Katzenmädchen-Band hat es Jibanyan schwer angetan

Gameplay

Blasters spielt sich ein wenig wie Pokémon-Quest oder Ni No Kuni – es geht darum Kämpfe mit Monstern zu bestreiten und dabei erfolgreich noch mehr Gefährten in die eigenen Ränge zu bringen, egal ob besiegten Gegner oder gerettetes Opfer.  Es ist möglich sich mit sage und schreibe über 400 Yo-Kai anzufreunden, welche dann das 4-Mann-Team verstärken können. Unterschieden wird in vier Klassen: Angreifer (Damage Dealer), Wächter (Tank), Schütze (Fernkampf) und Heiler (Support).

Nixda ist eine Mauer mit Händen und Füßen und gehört sinngemäß zur Wächterklasse

Aufgelevelt wird manuell im Hauptquartier mit Onikugeln, die aber gleichzeitig auch als Zahlungsmittel dienen. So bleibt es dem Spieler selbst überlassen ob er lieber die Stats der Yo-Kai selbst verbessert oder aber in Waffen investiert, die dann im Zweifelsfall auch anderen Mitstreiter gegeben werden können. Neben Onikugel gibt es noch Münzen, die man in einen Spieleautomaten werfen kann (Hauptpreis: ein neuer Yo-Kai), und Splitter aus denen wiederum neue Waffen geschmiedet werden. Jeder Yo-Kai hat neben der Standard-Attacke zwei Slots für auswechselbare Angriffe und einen Ultiseel-Schlag, der das Dreifache an Schaden austeilt, aber auch lange zum Aufladen braucht. Besonders in den etwas schwereren Boss-Kämpfen ist dieser nützlich.

Bossgegner nutzen gerne ihre Umgebung für Spezialangriffe – also Vorsicht!

Es ist jederzeit möglich zwischen den Charakteren hin und her zu wechseln; die drei Yo-Kai, welche nicht gerade vom Spieler selbst gesteuert werden, greifen automatisch an; ihr Angriffsverhalten ist modifizierbar. Falls einer der Teammitglieder alle HP verliert, bleibt noch ein kurzes Zeitfenster offen, in dem es mit geringen HP wiederbelebt werden kann. Außerdem sorgen zwei Item-Slots für kurzzeitige Stat-Boots, unter anderem eine Erhöhung der Verteidigung, oder zur HP-Regeneration (z.B. ein Reisbällchen).

Fazit

Yo-Kai Watch Blasters wird ganz nach dem Vorbild von Pokémon in zwei Editionen erscheinen: Rote Katzen Kommando und Weiße Hunde Brigade. Das Konzept dahinter soll Freunde und Bekannte dazu bringen sich ebenfalls das Spiel zu kaufen und dann gemeinsam zu spielen. Zu diesem Zweck ist auch ein Mulitplayer integriert, bei dem man zu viert die Haupt- und Nebenmissionen absolvieren kann. Doch in Wirklichkeit sind diese Aufträge auch schon alleine sehr einfach, meist können die KI-Teamkollegen die Situationen fast alleine übernehmen. Einzig die Bosskämpfe stellen sich als ein wenig kniffliger heraus – jedoch nichts mit dem man nicht fertig werden könnte. Ein Spiel für Kinder konzipiert – das merkt man auch an den überzeichneten Figuren und der flachen Story. Unterm Strich ist Blasters ein solider Titel, bei dem jeder Yo-Kai Watch – Fan bedenkenlos zugreifen kann und alle anderen, die über das doch recht seltsame Design der Yo-Kai hinweg sehen können, werden ebenfalls ihren Spass haben.

Positiv

+ farbenfrohe Charaktere

+ gut umgesetzte Action-RPG Elemente

+ Koop für bis zu vier Personen

Negativ

– Schwierigkeitsgrad generell zu niedrig angesetzt

– gewisse Spieleumgebungen wiederholen sich zu oft

– die Gestaltung vieler Yo-Kai sorgt einfach nur für Kopfschütteln

Teilt uns eure Meinung mit

Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger