Vienna Comic Con 2018 Recap: Ein Muss für jeden Geek und Cosplay-Fan

Alle Jahre wieder pilgern die Besucher der Vienna Comic Con in den Messe-Prater um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen: Von Cosplayern über E-Sports-Teams bis zu den Amateur-Zeichner konzentriert sich die gesamte Geek-Kultur für ein Wochenende auf die weitläufigen Hallen, wo die Interessen frei ausgelebt werden. Und ein volles Programm seitens der Betreiber sorgt dafür, dass Langeweile gar nicht erst aufkommt.

Siegeszug der britischen Popkultur – Dr. Who

Manga und Anime-Charaktere sind natürlich jedes Jahr Schwerpunkte der Convention, doch gerade letztes Wochenende war auch stark die Beliebtheit zu einer gewissen britischen Franchise spürbar – BBC´s Dr. Who ist die am längsten laufenden SciFi-Serie aller Zeiten und nun ist der titelgebende Timelord als Frau reinkarniert. Grund genug für viele weibliche Fans in den markanten Mantel der 13. Doktorin Jodie Whittaker zu schlüpfen und sich vor der Tardis ablichten zu lassen. „Der neunte Doktor war lange Zeit mein Favorit, aber mit Jodie habe ich jetzt wohl einen neuen,“ gibt eine Cosplayerin, die wir vor der blauen Box gefunden haben, zu. Auch Sylvester McCoy lobt die neue Richtung der Serie in einem Interview und scherzt sein Charakter habe nun eine Geschlechtsumwandlung gemacht.

Hochkarätige Stars aus Film und Fernsehen

McCoy war nicht der einzige Brite zu Gast in Österreich; David Morrissey, vielen bekannt als der Gorvernor aus The Walking Dead und Andrew Scott, der die einprägsame Figur des Moriarty in Sherlock darstellte, haben sich ebenfalls bei uns eingefunden und waren am Actor´s Panel für Autogramme zu haben. Besitzer eines Super VIP-Tickets durften sich obendrauf noch auf eine private Fragerunde mit ihnen und den restlichen Prominenten – John Noble (Fringe), Sean Biggerstaff (Harry Potter), Eugene Simon (Game of Thrones) und Steve Cardenas (Power Rangers) – freuen. Aufgrund zweier Absagen waren diesmal weniger geladene Gäste anwesend, jedoch machte der hohe Bekanntheitsstatus der restlichen Gäste diese Ausfälle mehr als wett.

Wenig spieletechnisch Neues  – mit lobenswerten Ausnahmen

Obwohl Videospiele Hand in Hand mit der restlichen Fangemeinde gehen, war der Videogame-Bereich auch bei dieser Con nur sehr spärlich vertreten. Großes Lob an Nintendo, die es im Gegensatz zu ihren Konkurrenz-Unternehmen nicht verabsäumt haben, mit einem guten Lineup aufzuwarten. Die Highlights am Stand von Big N waren das brandneue New Super Mario Bros. U Deluxe, das offiziell erst im Januar erscheinen wird, Pokémon Let´s Go, Evoli und Let´s Go Pikachu sowie der Dauerbrenner Super Smash Bros. Ultimate, der jetzt schon als Verkaufshit angesehen werden kann. Nicht nur Ultimate wurde eifrig gezockt, auch der Vorgänger SSB Melee erfreut sich in der E-Sports-Szene noch immer an einiger Beliebtheit. Viennality, österreichischer Veranstalter groß angelegter E-Sports Events mit Schwerpunkt auf Beat’em Ups, nutzte ebenfalls die Gelegenheit und lud Spieler ein sich, zum Beispiel in Injustice 2, gegeneinander zu messen.

Die Lichtschwertkampf-Arena: Fixpunkt der Messe und Publikumsmagnet

Gern gesehen sind die Lichtschwertkämpfe auf jeden Fall – davon zeugt die Menge an Schaulustigen, die sich bei jeder Show an die Absperrungen drängt um das Treiben im Ring aus nächster Nähe zu erleben. Die Vorstellungen macht aber nicht nur eine genau geplante Choreographie aus, die in unzähligen Trainingskämpfen am Übungsschwert erst geplant werden müssen; wichtig ist auch die Verkörperung des dargestellten Charakters – die Dialoge müssen ebenso sitzen wie die Schläge. Verbunden werden die Elemente schließlich durch einen erdachten Handlungsstrang, der meist den klassischen Kampf Gut gegen Böse – Jedi gegen Sith, ausmacht. Die Truppe von Lightsaber Battleshow präsentierte vergleichsweise eine bemerkenswerte Darstellung zwischen Obi-Wan Kenobi und Asajj Ventress und deren Schergen, die von Count Dooku beauftragt wurden, den Jedi-Meister zu töten. So verrät uns Birgit, die Asajj-Darstellerin: „Lichtschwertshowkämpfe vorzubereiten ist wie eine Sportart, die sowohl Ausdauer, Kraft als auch Koordination und Gedächnis fordert und jedem Beteiligten einiges abverlangt.“ Das Ergebnis kann sich dann allerdings sehen lassen und kommt bei Star Wars Fans und Zuschauern, die nicht mit der Macht vertraut sind, gleichermaßen gut an.

Die Massen kommen samstags – und ruhen am Sonntag

Die Vienna Comic Con kann auch dieses Jahr als Erfolg verbucht werden, wenn sich auch merklich weniger Besucher am zweiten Tag eingefunden haben; Sonntag ist zwar regulär der weniger frequentierte der beiden Tage, doch leider war die Besucherzahl heuer selbst unter diesen Umständen schwach. Dennoch sollten diese Umstände niemanden zu dem Schluss führen, dass es schlecht um die VIECC stünde – sie ist immer noch eines der wichtigsten Popkultur-Events Mittel- und Osteuropas. Das merkt man allein schon an den vielen Nationalitäten, die extra nach Wien gereist sind um ihre Hobbys und Liebhabereien mit anderen zu teilen. Sie werden sicher nächstes Jahr wiederkommen – genauso wie wir. Bis dahin!

 

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger