Untitled Goose Game Review – Goldene Eier oder doch nur eine Handvoll Vogeldreck?

Wer sich auch nur eine Minute Gameplay von Untitled Goose Game ansieht, der weiß, dass es sich um einen sehr speziellen Titel handelt. Wer schon immer eine fürchterliche, arschlochmäßige, hinterlistige, gemeine Gans sein wollte, der kommt hier voll auf seine Kosten. Entwickler House House hat den Release ihres Projekts mehrere Male verschoben, um wirklich sicher zu gehen, dass Goose Game das bestmögliche Spiele-Erlebnis wird. Ob es ihnen nun gelungen ist, erfahrt in den folgenden Zeilen.

Ein Leben als Antagonist

Ein Leben als schreckliche Gans in einer friedlichen Vorstadt

Die namenlose Gans, die man steuert, trötet anfangs und springt aus einem Busch. Soviel zur Einführung des Helden – oder eigentlich des Bösewichts, denn die Gans wird in den folgenden Stunden den nichtsahnenden Bewohnern des Dorfes die Hölle heiß machen. Auf einer handgeschriebenen Liste stehen die Ziele geschrieben, die man erreichen muss, um das Areal vollständig abzuschließen. Jetzt wissen wir es genau: Vögel folgen nicht einfach ihren Instinkten, sondern einer genauen Agenda!

Der Plan um die Weltherrschaft an sich zu reißen

Die Aufgaben reichen von einen Jungen so viel Angst zu machen, dass er sich in einer Telefonzelle verbarrikadiert, teure Vasen kaputt zu schlagen, einem nichtsahnenden Mann die Pantoffeln von den Füßen zu schnappen, in einen Elektronikladen einzubrechen bis zu vielen anderen boshaften und schelmischen Taten. Unterm Strich bleibt es allerdings bei geringen Sachbeschädigungen und leichten Blessuren, Menschen können zum Beispiel nur angequackt, aber nicht direkt attackiert werden.

Als lokaler Superschurke erlangt man schnell Berühmtheit

Frecher Vogel, kleines Dorf, kurze Spielzeit

Vom Gameplay her ist Untitled Goose Game so minimalistisch wie nur vorstellbar: Außer dem prominenten Tröten der Gans kann man noch mit den Flügel schlagen und den Kopf nach vorne beugen. Essentiell sind die Fähigkeiten Sachen mit den Schnabel aufzuschnappen und dann schnell wegzulaufen bzw. zu watscheln. Das ist besonders wichtig bei den Sammelaufgaben, die in der Liste immer ganz unten angeführt sind. Wer diese löst, bekommt eine weiteres Zielaufgabe gestellt, mit der er in das nächste Areal vordringen kann.

Wir haben den Gärtner so erschreckt, dass er durch Holztür stürzte und damit den Weg freimacht

Insgesamt gibt es fünf Bereiche (Gartenbeete-Straße-Privatgärten-Gastgarten eines Lokals-Miniaturstadt) im Spiel zu erforschen, mit jeweils eigenen Missionszielen. Die Gans kann jederzeit zwischen ihnen hin und her wechseln und auch Objekte von dem einen in ein anderes tragen. Sobald alle regulären Ziele abgeschlossen sind, werden Zusatzaufgaben freigeschalten und nach diesen stellt das Spiel noch eine Art Speedrun-Version der früheren Aufgaben. Leider bleibt Untitled Gosse Game auch mit diesen Bonus To-do-Listen dennoch recht kurz und kann neben den fünf überschaubaren Arealen nichts Neues liefern.

Auf der Lauer nach neuen Opfern

Fazit

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und eine Gans leider noch kein hochwertiges Spiel. Das Konzept hinter Untitled Goose Game ist möglicherweise so noch nie zuvor gesehen – am ehesten lässt es sich noch mit dem Gameplay von Hitman vergleichen – doch hinter der überaus witzigen Prämisse steckt leider nicht viel mehr. Zudem nervt die schwammige Steuerung mit der Maus ein wenig, obwohl das wahrscheinlich von dem Entwickler beabsichtigt war. Schlussendlich fällt allerdings am meisten ins Gewicht, dass die In Game Welt so winzig ist – hier wäre definitiv noch Luft nach oben gewesen. Mit dieser Gans kann man auch allein nur beim Zusehen sehr viel Spaß haben, allerdings hat das Vergnügen sehr schnell ein Ende!

Positiv

+ Überzeugendes und einzigartiges Setting

+ Witzige Gameplay-Ideen eingebracht

Negativ

– sehr kurze Spielzeit, auch mit Bonuszielen

– ungenaue Steuerung erschweren das Spiel

– nicht genug Abwechslung

Teilt uns eure Meinung mit

Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger