Ubisoft setzt den Rotstift an und strukturiert massiv um

Dem französischem Publisher Ubisoft steht bekanntermaßen das Wasser bis zum Hals und greift nun zu drastischen Umstrukturierungsmaßnahmen.

Yves Guillemot, CEO von Ubisoft, hat in einer Unternehmensnachricht die Einstellung von sechs Projekten bekanntgegeben. Dies soll den Fokus auf die übrig gebliebenen Projekte lenken und dort zu Qualitätssteigerungen führen. Von den sechs Spielen wird allerdings nur das Prince of Persia: The Sands of Time Remake erwähnt. Weiterhin werden sieben Spiele verschoben, wobei darunter das Remake von Assassin’s Creed: Black Flag fällt.

Doch dabei bleibt es nicht. Die gesamte Unternehmensstruktur wird umgerissen und mehrere Studios geschlossen. Ubisoft Stockholm scheint dabei eines der ersten Opfer zu sein. Alles was übrig bleibt wird in fünf sogenannte „Creative Houses“ eingeteilt, die von einem „creative network“ unterstützt werden. Die operativen betriebswirtschaftlichen Tätigkeiten , Infrastruktur und ähnliche Bereiche werden von den „Core Services“ abgedeckt. Über allem thront das Ubisoft HQ, das sich um monetäres und natürlich die Gesamtstrategie kümmern soll.

Für uns als Spieler sind dabei natürlich die Creative Houses relevant, die im Prinzip nach Genres aufgeteilt worden sind.

  • Creative House #1 genannt Vantage Studios entstand aus dem Tencent Investment und kümmert sich um die großen Marken Assassin’s Creed, Rainbow Six und Far Cry
  • Creative House #2 ist für die Shooter wie Splinter Cell und Ghost Recon zuständig
  • Creative House #3 ist ein bunter Sack der u.a. aus Skull and Bones, The Crew und For Honor besteht und am ehesten die Live Service Sparte abdeckt.
  • Creative House #4 soll „immersive Fantasy worlds“ und narrative Spiele abdecken und bekommt u.a. Anno, Might & Magic, Prince of Persia, Rayman und Beyond Good & Evil
  • Creative House #5 managed schlussendlich familienfreundliche und casual games wie Just Dance oder Uno

Daraus kann man zumindest für Beyond Good and Evil sowie Rayman Fans entnehmen, dass Ubisoft nicht vergessen hat, dass diese Franchises noch existieren, obwohl man hier schon lange nichts mehr gehört hat.

Als Spieler wird man aber die weiteren Kernaussagen eher kritisch sehen. Ubisoft möchte sich nämlich weiterrhin auf große Open World Spiele, Games-as-a-Service Titel und tatsächlich den Einsatz von generativer AI konzentrieren. Es scheint als ob hier der sprichwörtliche Schuss nicht gehört wurde, da durch die Umstrukturierung zwar wahrscheinlich Kosten gespart werden, aber die Kritik, die seit Jahren von den Konsumenten kommt nicht wirklich Anklang findet. Die Kosteneinsparungen sollen aber zumindest die kürzlich verlautbarten 100 Millionen Euro früher einsparen und zusätzlich weitere 200 Millionen Euro an Ausgaben vermeiden.

Die Aktionäre scheinen aber daran nicht zu glauben, denn der Aktienkurs fiel von 6,71€ am Vortag auf derzeit 4,13€. Wer die gesamte Nachricht im englischen Original lesen will, findet unter diesem Link das Papier.

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Written by: Steve Brieller

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