Fast 30 Jahre nach ihrem ersten Abenteuer kehrt Lara Croft dorthin zurück, wo alles begann. Crystal Dynamics und Flying Wild Hog beschreiben Tomb Raider: Legacy of Atlantis als komplette Neuinterpretation von Laras erstem Abenteuer. Die bekannte Geschichte und ihre zentralen Schauplätze bleiben dabei erhalten, werden jedoch räumlich, spielerisch und teilweise auch erzählerisch erweitert.
Das Team orientiert sich nicht ausschließlich am Original von 1996, sondern greift auch Ideen aus Tomb Raider Anniversary und anderen Phasen der Seriengeschichte auf. Besonders spannend ist dabei der Umgang mit dem Leveldesign. Bereiche, die im Original noch klar voneinander getrennt waren, sollen zu größeren, miteinander verbundenen Gebieten ausgebaut werden und dadurch deutlich organischer wirken.

Ein großer Teil des präsentierten Griechenland-Abschnitts dreht sich um die Damocles-Prüfung aus Tomb Raider Anniversary. Die fallenden Schwerter wirken deutlich bedrohlicher als noch im Original und werden gleichzeitig geschickt in die Rätsellösungen integriert. Auch abseits davon hinterlässt die visuelle Präsentation bereits einen starken Eindruck. Kleine Käfer krabbeln an den Wänden der Ruinen entlang, überall finden sich liebevolle Details und selbst klassische Kämpfe gegen Fledermäuse oder andere tierische Gegner wurden umfassend modernisiert.

Die Gegner verfügen nicht nur über neue Bewegungsabläufe, sondern nutzen die offenen Bereiche der Schauplätze auch deutlich aktiver. Gleichzeitig wurde Laras eigenes Bewegungsrepertoire erweitert. Mit ausreichend Fokus könnt ihr neue Bullet-Time-Effekte aktivieren und gegnerischen Angriffen akrobatischer als je zuvor ausweichen. Die neuen Akrobatikeinlagen machen dabei nicht nur im Kampf eine gute Figur, sondern spielen auch beim Erkunden höher gelegener Bereiche der Levels eine wichtige Rolle.

Abseits der Kämpfe darf Lara diesmal auch craften. Ein Forscher-Eintopf reduziert beispielsweise den Schaden, den Fallen verursachen. Damit übernimmt Legacy of Atlantis Mechaniken, die vor allem durch das letzte große Reboot der Reihe stärker etabliert wurden. Von den neueren Metroid-Ablegern hat man sich außerdem einen Scanner abgeschaut. Dieser kann verbessert werden und liefert Informationen über die Umgebung sowie Hinweise auf mögliche Rätsellösungen. Sein Einsatz bleibt allerdings vollständig optional, sodass ihr weiterhin selbstständig und ohne zusätzliche Hinweise nach Lösungen suchen könnt.

Auch Laras Ausrüstung wurde umfassend modernisiert. Ein Greifhaken erweitert ihre Möglichkeiten beim Erkunden und Klettern, während optionale Geheimnisse zusätzliche Anreize schaffen. Nach einigen gezielten Klettereinlagen bekamen wir beispielsweise mit der Eule von Athen den ersten versteckten Schatz zu Gesicht. Neben interessanten geschichtlichen Informationen sollen diese Fundstücke auch neue Kostüme freischalten. Viel wurde dazu bislang nicht verraten, doch Fans dürfen sich vermutlich auf zahlreiche bekannte Outfits aus der Seriengeschichte freuen.
Kurz angeschnitten wurde während der Präsentation außerdem der Skillbaum. So war beispielsweise ein Upgrade für die Pistolenfähigkeit Deadeye notwendig, um mit den Pistolen ein weit entferntes Ziel treffen zu können. Zum Abschluss gab es noch einige kurze Eindrücke aus weiteren Levels, die im Schnelldurchlauf gezeigt wurden.
Natla kehrt als Gegenspielerin mit neuer Darstellerin zurück
Eine der jüngsten großen Enthüllungen betrifft Jacqueline Natla, die zentrale Gegenspielerin des ersten Tomb Raider.
In Legacy of Atlantis wird sie von Adrienne Wilkinson verkörpert. Laut der offiziellen Vorstellung soll Natla dabei nicht einfach nur als klassische Bösewichtin auftreten. Stattdessen möchte das Team die Rivalität zwischen ihr und Lara stärker in den Mittelpunkt rücken und auch Natlas Versuch, Lara für ihre eigenen Ziele zu gewinnen, ausführlicher beleuchten. Entsprechend dürfte die Neuinterpretation nicht nur Grafik und Gameplay erweitern, sondern auch mehr Raum für Charakterentwicklung und erzählerische Nuancen bieten.
Technisch setzt Legacy of Atlantis auf die Unreal Engine 5. Crystal Dynamics und Flying Wild Hog versprechen eine umfassende visuelle Modernisierung mit detaillierteren Umgebungen, moderner Beleuchtung und einer atmosphärischeren Klangkulisse. Gleichzeitig soll die Stimmung des Originals erhalten bleiben, ohne dessen technische Einschränkungen übernehmen zu müssen.
Zumindest anhand des bisher gezeigten Materials scheint dieser Ansatz aufzugehen. Obwohl uns während der Präsentation im Grunde nur eine Mission ausführlicher gezeigt wurde, hinterlassen die beiden Studios einen vielversprechenden Eindruck. Auch in den kurzen Gesprächen mit den Entwicklern vor Ort wurde deutlich, wie viel Leidenschaft und Liebe zum Original in diesem Projekt steckt. Ob wir auch in der Neuauflage Winston im Kühlraum einsperren dürfen, wurde leider bisher noch nicht bestätigt.
Tomb Raider: Legacy of Atlantis erscheint am 12. Februar 2027 für PS5, Xbox Series X|S, PC via Steam und Nintendo Switch 2.


