The Legend of Zelda: Link’s Awakening Review – Eine aufpolierte Rückkehr zum klassischen Adventure

The Legend of Zelda: Link’s Awakening erschien ursprünglich 1993 für den Game Boy – es war der erste Handheld-Ableger der Zelda-Reihe, stand seinen 2D Heimkonsolenkollegen in Bezug auf Gameplay aber in nichts nach. Bereits drei Jahre später entschied sich Nintendo für eine kolorierte Neuauflage, die mit dem Titel The Legend of Zelda: Link’s Awakening DX für den Game Boy Color veröffentlicht wurde. Nun, im Jahre 2019, versucht sich Big N erneut an einem Remake, diesmal für die Nintendo Switch und mit knuffigen 3D Grafiken sowie ein paar Gameplay-Änderungen.

Auch der Game Boy Klassiker besitzt noch jede Menge Charme.

Keine Zelda und kein Ganon, dafür Cocolint und der mysteriöse Windfisch

Link hat es aufgrund eines Schiffbruchs ungewollt auf die seltsame Insel Cocolint verschlagen und um diese wieder verlassen zu können, erfährt er von dem Windfisch, einer sagenumwobenen Entität, die in einem Ei auf der Spitze eines Berges schläft. Damit er diesen wecken kann, benötigt er acht Instrumente und – wie könnte es anders sein – befinden sich diese in den verschiedenen Dungeons, die überall auf der Insel verstreut sind.

Die Karte der Insel wird erst mit laufendem Spielfortschritt aufgedeckt.

Interessanterweise arbeitet Link’s Awakening nicht mit den typischen Charakteren des Zelda-Universums: Prinzessin Zelda und Ganon sind nicht dabei, ja sogar nicht mal das Triforce spielt eine Rolle. Stattdessen finden sich auf der Insel Cocolint viele Figuren des Pilzkönigreichs wieder: Goombas und Piranha-Pflanzen hausen in den Dungeon, eine Dorfbewohnerin hält sich einen Kettenhund als Haustier und beim Spielebasar kann man sogar eine Yoshi-Puppe gewinnen.

Wir alle lieben Yoshi!

Die ganzen 100% an klassischer Zelda-Action

Auch wenn Breath of the Wild die altbekannte Zelda-Formel verworfen hat, bleibt das Grundprinzip in den älteren Titeln gleich: Einen Weg in den Dungeon suchen, Gegner besiegen, Puzzle lösen, ein neues hilfreiches Item finden und zum Schluss den Bossgegner fertig machen. Je weiter man im Spiel ist, desto größer wird auch die Herausforderung der Spieleabschnitte. Als Alleinstellungsmerkmal besitzt Link’s Awakening auch kurze Sidescrolling-Passagen innerhalb der gefährlichen Bereiche, die sogar ein wenig an einen gewissen italienischen Klempner erinnern.

Auch hier lässt das Pilzkönigreich grüßen.

Gegenüber dem Original wurde an den Layouts absolut nichts verändert, man könnte mit einem Walkthrough des Game Boy – Spiels die gesamte Neuauflage durchzocken ohne das groß Änderungen auffallen würden. Natürlich gibt es aber doch ein paar Neuerungen in Hinsicht auf Spielbarkeit. Zum Beispiel muss das Kraftarmband nun nicht mehr auf einen der beiden Aktionsknöpfe angelegt werden, damit Link schwere Dinge heben kann. Das spart dem Spieler das nervige Auswechseln von aktiven Items im Startmenü.

Ein weiteres Item, das nun passiv genutzt werden kann, sind die Pegasus-Stiefel.

Zudem lassen sich auch neue Items wie die im Zelda-Universum äußerst beliebten Flaschen finden, mit der man Feen einfangen kann, um sich in brenzligen Situationen wieder ein paar Herzen aufzufüllen. Eine andere Option besteht darin mir den Pegasus-Stiefeln gegen Apfelbäume zu rennen, um seine Früchte runterzuschütteln, die auch für einen Gesundheitsschub sorgen.

Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern – oder zumindest das Game Over.

Bei der größte Neuerungen, die in Link’s Awakening zu finden ist, handelt es sich allerdings um den „Labyrinth-Bau“-Modus. Bereits sehr früh im Spiel kann man Boris, den Totengräber, in seinem Haus besuchen und beginnen seine eigenen Dungeons zu bauen. Dabei darf man hauptsächlich aber nur auf die Räume bereits abgeschlossener Dungeons zugreifen – und darin liegt auch das Problem des Modus.

Boris gibt zum Start Tipps zum Labyrinth-Bau.

Anfangs mag es noch Spaß machen, die bekannten Areale erneut in eigener Anordnung zu durchstreifen, doch dieses Novum wird schnell alt. Boris stellt später zwar kleine Herausforderungen, zum Beispiel einen Dungeon mit nur drei Herzen oder unter Zeitdruck zu beenden, allerdings bietet dies auch keine wirkliche Abwechslung. Diesen Job erfüllen dann schon eher der Bonus-Dungeon aus Link’s Awakening DX oder kleine Minispiele wie das Angeln.

Nicht Ocarina of Time, sondern Link’s Awakening war das erste Zelda mit einer Angelrute.

Fazit

Es ist natürlich schade, dass gerade das neue Feature des „Labyrinthbauens“ hinter den Erwartungen zurückbleibt – wer sich erwartet hat, ähnlich wie bei Super Mario Maker eigene Level komplett flexibel zu gestalten, wird enttäuscht werden – doch von diesem Manko abgesehen, ist The Legend of Zelda: Link’s Awakening für die Switch die beste Version, die man zurzeit spielen kann. Außer der ein oder anderen Aktualisierung in Bezug auf das Gameplay spielt sich der Titel noch genau so wie auf dem Game Boy. Klassische Dungeons, Rästsel und eine überschaubare Worldmap bereiten auch in einer Zeit nach dem genre-definierenden Breath of the Wild jede Menge Spaß – Link’s Awakening ist das beste Beispiel dafür!

Positiv

+ Spaß und Gameplay der Game Boy-Klassikers absolut treu geblieben

+ niedliche und greifbare 3D Animationen

+ kleine Anpassungen erleichtern umständliches Item-Switchen

+ Bonus-Dungeon aus der Game Boy Color-Version enthalten

Negativ

– der Modus „Labyrinth bauen“ lässt zu wünschen übrig

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger