RIDE 3 Review – Ein gelungener Mix aus Arcade und Simulation

Nachdem wir bereits vor einigen Wochen unsere ersten Runden mit RIDE 3 drehen konnten, haben wir vor kurzem auch die finale Version des Spiels erhalten um euch einen ausführlichen Eindruck zu liefern was Motorrad Enthusiasten ab den 30. November erwarten wird.

Vielfalt, Umfang und Optik im Vordergrund

Durch den Umstieg auf die Unreal Engine 4 können sich Besitzer der Vorgänger schon mal auf deutliche grafische Änderungen in RIDE 3 freuen. Die gut 230 Motorräder sehen großartig aus und machen neben den neuen Strecken definitiv am meisten her. Mit dem Fokus auf die Optik und den neuen Livery Editor der mehr Freiheit im selbständigen designen und konfigurieren der einzelnen Bikes geben soll bleiben leider viele Bereiche auf der Strecke liegen. Neben Zuseher-Animationen auf einem eher Last-Gen Niveau haben auch alle lizenzierten Strecken die man bereits aus anderen Rennspielen kennt sehr wenig Aufmerksamkeit durch die Entwickler erhalten. Wer also von anderen Rennspielen auf RIDE 3 wechselt, könnte hier von Tracks wie Laguna Seca oder auch den Nürburgring etwas enttäuscht werden, da es hier deutlich an Details und überarbeiten Umgebungen fehlt wie in den neueren Tracks die man im neuesten RIDE Ableger sonst serviert bekommt. Dafür überzeugen diese Strecken umso mehr.

RIDE 3 Review Screenshot Motorrad

Durch die neue Grafik Engine werden hier eure spannende Aufholjagden auf Strecken wie Tenerife, Sugo als auch am kompletten Gardasee großartig untermalt. Die Karriere ist dieses Mal in sogenannte Volumes unterteilt die euch Schritt für Schritt durch die Historie hinter den einzelnen Bike Kategorien und der diversen Hersteller leitet. Die kurzen Zwischensequenzen bei jeden freigeschaltenen Special Volume sind sehr gut gemacht und auch die Inhalte selbst werden sowohl Neueinsteiger als auch Veteranen für einige Stunden beschäftigen können. Wer motiviert genug ist kann sich gegen Ende dann auch dem gesamten Nürburgring annehmen oder komplette Ausdauerrennen bestreiten. Bei den „Tutorials“ hat man leider etwas an Potenzial verschenkt um den Titel weitaus einsteigerfreundlicher zu gestalten. Ohne Info oder eine kurze Vorschau wie man es richtig angehen könnte, werdet ihr hier auf simple Aufgaben angesetzt wie es eigentlich bereits andere Modi im Spiel vorzeigen. Hier hätte man zumindest wie in beispielsweise GT Sport einen Geist vorfahren lassen können der kurz vorzeigt wie man die Übung korrekt durchführt.

Karriere Screenshot RIDE 3 Xbox One X

Leichte Ansätze von Realismus

Die enthaltenen Regeneffekte wirken auch sehr individuell auf die einzelnen Strecken angepasst und bieten auch nach einigen Stunden im Spiel noch einige Überraschungen auf bereits mehrmals befahrenen Tracks. Wo einem RIDE 3 immer wieder daran erinnert, dass es sich nicht unbedingt um eine vollwertige Simulation handelt sind kleine Details wie das falsch einschätzen von Kurven oder auch das fehlende abprallen von Wasserspuren auf den Rädern. Dennoch finden sich einige Kleinigkeiten die auch Motorrad Besitzer mit hohen Ansprüchen überzeugen könnten. Neben den klassischen Ansichten bietet RIDE 3 eine ausgesprochen gute Helm-Ansicht und selbst die Spiegel lassen sich nicht nur personalisieren, sondern reagieren auch auf diese optischen Veränderungen. Das zieht sich sogar bis hin zum Anpassen der Bikes durch Veränderungen im tuning. Bei der Anzahl der Bikes und verschiedenen Möglichkeiten gibt es natürlich einige Beschränkungen aber für eine eigentlich eher arcadelastige Reihe geht man hier dann doch hin und wieder sehr ins Detail. Neben den unzähligen optischen Anpassungsmöglichkeiten sind hier Fans der Reihe oder auch generell Motorrad Enthusiasten alle Möglichkeiten um der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen frei gestellt. Als quasi Neueinsteiger hat uns hier besonders das umfangreiche Motorrad Lexikon von RIDE 3 überzeugen können. Mit Unmengen an Hintergrundinfos zu den einzelnen Bikes, Hersteller und wichtigen geschichtlichen Daten bekommen gerade Spieler die eigentlich wenig mit der Leidenschaft hinter den motorisierten Fahrzeugen anfangen können die volle Ladung an Bike-Wissen.

Screenshot RIDE 3 Review Regenwetter

Die Spannweite des Schwierigkeitsgrades geht hier von 20% Sehr leicht zu 100% (Quasi Dark Souls Bike Simulator). Bis auf wenige ungewöhnliche Versuche uns beim Überholen von der Spur zu drängen ist die KI für ein Rennspiel in RIDE 3 völlig in Ordnung ausgefallen. Das Spiel empfiehlt hier laufend schwierigere Stufen wie beispielsweise von 20 auf 45% wenn man laufend einzelne Rennen mit Leichtigkeit gewinnt. Nach einer leichten Eingewöhnungszeit hat man hier auch als Neueinsteiger relativ schnell die richtigen Einstellungen gefunden. Auch Fahr-Assistenten gibt es en masse, wo auch die Einstellungen von den Ellbogen mit dem man pro Kategorie in die Kurve geht bis hin zu keinerlei Fahrhilfen geht. Hier wäre uns wieder nur aufgefallen, dass die Fahrlinien die eigentlich eine Hilfe sein sollten nicht immer ganz stimmig ausgespielt werden was wieder ein Punkt ist der es Neueinsteigern erschweren wird innerhalb der Serie oder generell im Bike Bereich Fuß zu fassen. Man muss hier leider sehr viel manuell austesten um die idealen Einstellungen für den eigenen Fahrstil zu finden, was teilweise ohne jegliche Infos vom Spiel selbst sehr mühsam ausfallen kann.

Screenshot Review RIDE 3 Fahrhilfen

Leider hat man es auch wieder versäumt etwas mehr die Langzeitmotivation für alle zu erhöhen die etwas Beschäftigung neben dem umfangreichen Karrieremodus finden wollen. Keinerlei Co-Op Optionen bzw. Offline Modi beschränken den Multiplayer Umfang des Titels auf Online Rennen und wöchentliche Challenges wo noch offen sein wird in welchem Umfang hier Spieler bei Laune gehalten werden können. Gerade durch die vielen optischen Verbesserungen und Erweiterungen im Umfang der Strecken und Bike-Auswahl wären ein paar Offline Möglichkeiten ideal gewesen um sich mit Freunden vor der Konsole zu messen. Zumindest werden hier Fans der Serie mit der bisher besten Optik der Reihe und einigen netten Überraschungen aus der Geschichte der Welt der Motorräder entschädigt. Kenner der einzelnen Bikes werden natürlich weiterhin kleine Mankos im Sound und Design feststellen können, aber bei diesem Umfang kann man mit diesen Schnitzern definitiv sehr gut leben.

RIDE 3 erscheint sowohl physisch als auch digital am 30. November 2018 für Xbox One, PS4 und PC.

Fazit

RIDE 3 ist der wohl schönste und umfangreichste Ableger der Reihe und bekommt eine klare Empfehlung von uns auch wenn man definitiv mehr Modis und Unterstützungen für Neueinsteiger einbauen hätte können. Die unzähligen Aufgaben innerhalb der Karriere werden euch lange beschäftigen und ansonsten bietet der Titel genug Möglichkeiten um sich kreativ im neuen Livery und Charakter Editor auszutoben.

 

 

Positiv

+ Karriere überzeugt mit viel Liebe zum Detail und Umfang

+ Strecken und Bikes optisch (Großteils) sehr gelungen

+ Enorme Menge an Hintergrundinfos für Bike Fans

Negativ

– Lizenzierte Tracks leider sehr schwach umgesetzt

– Zu wenig optimierte Modi und Hilfen um es Neueinsteigern leichter zu machen

– Fehlende Offline Modi (Co-Op)

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer