Review: The Outer Worlds: Peril on Gorgon – Eine düstere, aber nette Erweiterung

Eins vorweg: Das aktuelle DLC Peril on Gorgon für The Outer Worlds ist definitiv nichts für Leute, die das Spiel erst angefangen haben – daher wird es erst überhaupt nach der bestandenen Hauptmission „Radio Freies Monarch“ verfügbar und sollte mit einem Charakter, der bereits mindestens Stufe 25 erreicht hat, begonnen werden. Sobald ihr diese Anforderungen jedoch erfüllt, hält euch nichts mehr ab, den überaus lebensfeindlichen Asteroiden zu betreten.

Ein abgetrennter Arm, per Post geliefert

Zu Beginn des DLCs werdet ihr von eurem Bordcomputer ADA darauf aufmerksam gemacht, dass ein Botendienst euch ein Päckchen direkt in das Schiff, die Unreliable, zustellen möchte. Dieses stammt von Lucky Montoya und enthält nicht nur einen Audio-Log mit wertvollen Infos, sondern auch seinen gesamten Unterarm. Lucky scheint etwas Großem auf der Spur gewesen zu sein, allerdings wurde sein Abenteuer abrupt beendet. Gemeinsam mit zwei der bekannten Crewmitgliedern – neue werden durch Peril on Gorgon nicht hinzugefügt – begebt ihr euch nach Ambrose Manor, wo euch die dort allein lebende Wilhelmina denselben Auftrag anbietet, auf den sie schon den verunglückten Lucky angesetzt hat: das Tagebuch ihrer Mutter zu finden.

Was wie ein simpler Job erscheint, stellt sich natürlich bald als äußerst gefährlich heraus: Denn Gorgon wird nicht nur von bedrohlichen Plünderern und mutierten Wildtieren besiedelt, er birgt auch ein schreckliches Geheimnis. Genau dieses versucht eine unbekannte mysteriöse Person vor euch zu verbergen und wirft dem Spieler jede Menge Steine in den Weg, indem sie euch Auftragsmörder auf den Hals hetzt und mittels Verriegelungssystem wichtige Bereiche unzugänglich macht.

Die harte, raue, unliebsame Welt von Gorgon – und Abstecher auf andere Planeten

Der Asteroid Gorgon ist zwar Dreh- und Angelpunkt der Erweiterung, doch hat Entwickler Obsidian auch weitere Areale in der Stadt Byzantium und auf der Groundbreaker frisch hinzugefügt. Völlig neu ist auch der Planet Olympus, in dessen Umlaufbahn eine Raumstation besucht werden kann. All dieses Orte müssen im Zuge des DLC-Quests angesteuert werden, denn nur so ist das dunkle Rätsel um die Forschungseinrichtungen auf Gorgon zu lösen. Es bleibt dabei euch überlassen, ob ihr es mit Diplomatie, Stealth oder reiner Waffengewalt lösen wollt.

In Bezug auf Feuerkraft darf man sich auf ein erweitertes Arsenal mit noch stärkeren Schießeisen freuen – auch bei den verrückten und einzigartigen Wissenschaftswaffen gibt es Zuwachs: ein zielsuchender Raketenwerfer, der sechs Geschosse auf einmal verschießen kann, einen Plasmastab, der Gegner während des Ausholens heranzieht und eine kleine Pistole, mit deren Hilfe man Gefährten heilen kann. Zusätzlich gibt es neue Vor- und Nachteile für den Hauptcharakter zu erringen, und das Höchstlevel wird von Stufe 30 auf 33 erhöht.

Fazit

Peril on Gorgon bietet mehr von den Dingen, die wir bereits aus dem Hauptspiel kennen, bringt aber keinerlei nennenswerte Neuerungen ins Spiel: So wird das Problem mit dem bösen Megakonzern Spacer’s Choice konsequent weitergeführt und mit Themen wie Drogensucht und Menschenexperimenten noch um ein ganzes Eck düsterer und zynischer. Man kann sagen, dass es sich bei diesem DLC um eine klassische Erweiterung handelt – also mehr von demselben – und wem dies gefällt, der wird mit den zusätzlichen zehn Stunden Spielzeit (lange Ladezeiten eingerechnet) seine Freude haben, doch wer sich mit Peril on Gorgon einen neuen Schliff in Richtung Gameplay oder Storytelling gewünscht hätte, wird seine Erwartungen leider nicht erfüllt sehen.

Positiv:

+ spannend geschriebene Geschichte mit Mystery-Elementen

+ ausreichend viel Inhalt zum Entdecken

+ neue Wissenschaftswaffen

Negativ:

– keine echten Neuerungen oder Gefährten

– lange Ladezeiten

– fühlt sich zu sehr dem Hauptspiel angepasst an

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger