Review: Teenage Mutant Ninja Turtles Shredder’s Revenge – Pizza, Power-Level und jede Menge Prügel

TMNT und Side-Scrolling Beat ’em ups passen zusammen wie Schnitzel und Pommes! Zahlreiche Titel zu den mutierten Schildkröten mit Top-Bewertungen sind bereits ein Indiz, aber ungeschlagen bleibt bis heute Teenage Mutant Ninja Turtles: Turtles in Time, das als eines der bester SNES-Portierung überhaupt gilt. Das neue TMNT: Shredder’s Revenge hat also große Fußstapfen auszufüllen – ob das gelingt, erfahrt ihr in den nachstehenden Zeilen.

Typische Untergangszenarien in den Abendnachrichten

Gemütlicher Fernseh-Abend in der Kanalisation!

Wie bei Beat ’em ups üblich, ist auch die Handlung in Shredder’s Revenge nicht sonderlich von Belang. Einzelne Standbilder verknüpfen lediglich die 16 Level des Spiels miteinander, der Fokus liegt auf der Prügel-Action selbst. Bebop ist in die Nachrichtenzentrale eingebrochen, bringt sich selbst auf Sendung und kündigt an, die Freiheitsstatue verschönern zu wollen. Klarer Fall für die Turtles, die Übertragung mit allen Mitteln zu stoppen.

Bebop holt sich im späteren Spieleverlauf Unterstützung von seinem Kumpel Rocksteady!

Doch nicht nur Leonardo, Raphael, Donatello and Michelangelo ziehen in den Kampf, auch Meister Splinter und April O’Neil dürfen mitmischen. Jeder Charakter besitzt dabei eigene Angriffe und Spezialangriffe sowie unterschiedliche Stärken und Schwächen in Bezug auf Stärke, Schnelligkeit und Reichweite. Es ist allerdings möglich, Werte wie Lebenspunkte und 1UPs aufzubessern und neue Angriffe zu erlernen, indem man durch gesammelte Punkte ein neue Power-Stufe erreicht. Insgesamt gibt es für jeden Charakter zehn erreichbare Stufen.

Der Super-Dive-Angriff wird auf Stufe 3 für den jeweiligen Charakter freigeschalten.

Für Spezialangriffe ist eine gefüllte Ninja-Power-Anzeige erforderlich – diese wird durch nicht unterbrochene Kombos aufgefüllt. Auch hier gilt wieder: Je höher die Power-Stufe, desto mehr Ninja-Power-Anzeigen können gefüllt werden.

Beat ’em up-Qualität erster Klasse, die ein wenig kurz kommt

Die Überwelt, in der man sich zwischen den Level bewegt, ist schlauchartig angelegt wie in z.B. Super Mario Bros 3.

Für das Durchspielen bis zum Abspann braucht es trotz der actiongeladenen 16 Stages nicht mehr als drei Stunden. Für einen gewissen Wiederspielwert sollen sogenannte Hürden dienen, von denen es in jedem Level drei gibt. Deren Schwierigkeitsgrad dieser Hürden reicht von leicht (eine bestimmte Anzahl an Gegnern mit Spezialangriffen K.O. hauen) bis zu wirklich knifflig (kein einziges Mal während eines gesamten Levels getroffen werden). Zusätzlich können noch Sammelobjekte gefunden werden, die man dann gegen Punkte bei dem jeweiligen Auftraggeber eintauscht. Doch auch die Auftraggeber müssen erst mal in den Leveln gefunden werden.

“Napoleon gespeichert” anstatt “Napoleon gerettet” weist auf die nur mittelmäßige Spiele-Übersetzung hin.

Abseits des Story-Modus bietet Shredder’s Revenge noch einen Arcade-Modus: Hier müssen die 16 Level direkt hintereinander ohne Unterbrechung absolviert werden, genau wie auf klassischen Spiele-Automaten. Man kann sich hier aber ebenfalls wie im Story-Mode bis zu fünf weitere Mitspieler online oder offline zu Hilfe holen, wobei es ganz egal ist, welches Power-Level diese besitzen. Mit solch einem großen Team ist zwar ein Einfaches, die schwierigeren Level zu meistern, allerdings arten die Gefechte fast immer in reinem Chaos aus.

Zu sechst ist das Beat ’em up noch chaotischer und wird geradezu unübersichtlich.

Neben des sechs Charakteren zu Beginn erhält man nach Story-Abschluss noch einen siebten: Casey Jones. Dieser Selbstjustizler und Freund der TMNT nutzt Sportequipment um seinen Feinden mächtig einzuheizen, so besitzt er auch bessere Werte als jede andere Figur im Spiel.

Der erst nach Story-Ende freigespielte Casey Jones soll Spieler zu einem weiteren Durchlauf animieren.

Fazit

Unterm Strich liefert TMNT: Shredder’s Revenge Fans der Turtles einen absoluten Leckerbissen an Referenzen an die TV-Serie und frühere TMNT-Spiele und für alle anderen eines der besten Side-Scrolling Beat ’em ups des Jahres. Man merkt die Liebe zum Detail, die in jedes der Level geflossen ist, auch wenn davon ruhig ein paar mehr im Spiel enthalten hätten sein können. Dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, macht es wirklich Laune, einen zweiten Spiele-Durchlauf zu starten – vor allem, wenn man ein paar Freunde an der Seite hat.

Positiv:

+ hieb- und stichfeste Beat ’em up-Action, die sich nicht hinter Vorgängern verstecken muss

+ Liebe zum Detail mit jeder Menge TMNT-Figuren als Helden oder Bossgegner

+ Level-System und Arcade-Modus erhöhen Wiederspielwert

Negativ:

– kaum Nebenaktivitäten, wodurch sich die Spielzeit auf 16 kurze Level beschränkt

– deutsche Übersetzung nicht wasserdicht

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, RPG-Allrounder und eifriger Trophäenjäger

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