Die Switch 2 leidet immer noch unter einem Mangel an System Sellern neben Mario Kart World und Donkey Kong Bananza. Stattdessen bekommen wir Remakes und Remaster Versionen von bereits bekannten Spielen. Ein weiterer solcher Fall liegt mit Super Mario Galaxy 1+2 vor, das als Nintendo Switch Spiel und einem zusätzlichen gratis Switch 2 Update wieder in den Handel kommt. Unser Test wurde auf Basis der Switch 2 Version mit dem HD Upgrade geschrieben.
Mario erobert den Weltraum

Nach Super Mario Sunshine auf dem Gamecube erschien Super Mario Galaxy (SMG) 2007 und schlug ein wie eine Bombe. Auch der drei Jahre jüngere Nachfolger SMG 2 überzeugte Fans wie Fachpresse. Danach wurde es still um die Serie und viele Rufe um einen dritten Teil wurden laut. Das gibt es dieses Jahr aber nicht und wir werfen uns nochmal in die Latzhose um auf den verschiedensten Planeten Sterne zu sammeln und die Prinzessin zu finden.

Denn, wenig überraschend, gilt es Prinzessin Peach zum x-ten Mal aus den Klauen von Bowser zu befreien. In beiden Teilen ist sein Größenwahn und seine Körpergröße extrem gewachsen und so macht er sich auf das gesamte Universum zu erobern. Glücklicherweise bekommt Mario bei der Rettungsmission Unterstützung von kleinen Sternenwesen namens Luma und von der erstmals in SMG auftauchenden Rosalina, die inzwischen aus dem Nintendo Charakter Roster nicht mehr wegzudenken ist.

Isaac Newton wäre stolz auf Nintendo

Der allgegenwärtige Clou beider Spiele ist die Gravitation. Das klingt schnöde, ermöglicht aber sehr interessantes Leveldesign auf kugelförmigen Planeten, sich ändernde Gravitation und sogar ein paar zusätzliche Physikspielereien mit Bewegungsimpulsen. Damals wie heute funktioniert die Steuerung dabei bis auf wenige Ausnahmen sehr präzise. Manchmal allerdings kommt Mario ins Schleudern und läuft im Kreis, während ihr eigentlich in einer geraden Linie laufen wolltet. Das liegt wahrscheinlich daran, dass im Hintergrund während Kamera- und Gravitationswechseln das Spiel heimlich beim Geradeauslaufen unterstützen möchte.

Ein weiteres wichtiges Element ist die Inkludierung von Motioncontrols. Zum Einen könnt ihr nämlich die durch Luma verursachte Drehung, die euch etwas an Höhe gewinnen, Bremsen und Attackieren lässt, durch Schütteln des Controllers auslösen. Zum Anderen sammelt und schießt ihr sogenannte Star Bits durch Zeigen auf den Bildschirm. Das funktioniert in allen Modi (Docked und Handheld) und auch mit einem Procontroller durchweg gut. Die Starbits können, falls ihr im Handheldmodus spielt, auch über den Touchscreen aufgesammelt und geschossen werden.

Hier kommt auch der Co-Op Modus ins Spiel, bei dem ein zweiter Spieler mit einer Joy-Con unterstützen kann. Neben dem Sammeln der Starbits, kann euer Partner dann auch Gegner festhalten und euch das Leben so erleichtern. Das ist immer noch eine nette Art auch nicht videospielaffine Menschen mitspielen zu lassen, aber natürlich kein vollwertiges Spielerlebnis. Das Hauptspiel an sich ist aber in beiden Teilen auch heute noch eines der besten Mario Abenteuer. Während eurer Reisen durch die verschiedenen Galaxien findet ihr die verschiedensten Power-Ups, thematische Welten und obenauf noch weitere Herausforderungen in Form von Kometen, die bestehende Level verändern. Und wer lang genug spielt, der wird auch Marios Bruder finden.
Was gibt’s neues zu bestaunen?

Nintendo hat sich bei dieser Version von SMG ein wenig mehr bemüht, als noch bei Super Mario 3D All-Stars. Diesmal gibt es ein deutliches grafisches Update, mit neuen Texturen, zumeist schärferer Optik und auf der Switch 2 sogar mit einem kostenlosen HD Update, dass im Handheld Modus 1080p und auf der Docking Station sogar 4K Auflösung ermöglicht. Dass das Original an sich ein hübsch anzusehendes Spiel war, hat sich natürlich bis heute nicht geändert und die verschiedenen Galaxien und ihre Planeten sind nun einfach noch ein Stück schöner. Und als kleine Draufgabe wurden die schwarzen Ränder in Zwischensequenzen entfernt.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit den sogenannten Assist Modus einzuschalten. Dieser trivialisiert das Spiel ein wenig, da ihr mehr Lebensenergie erhaltet, bei Abstürzen in schwarze Löcher gerettet werdet und sogar durch Stillstehen heilen könnt. Vorteilhaft ist aber, dass ihr diesen Modus jederzeit ein- und wieder ausschalten könnt und somit volle Kontrolle habt, wie viel ihr euch helfen lassen wollt. Eine weitere Stütze bieten euch Amiibos, die euch Items, Münzen und Star Bits liefern.

Weniger Einfluss aufs Gameplay hat die Option aus dem Hauptmenü die Musikstücke der Spiele direkt anzuhorchen. Der orchestrale Soundtrack des Spiels gilt auch heute noch als ein Glanzstück und die Möglichkeit direkt die Lieblingstitel abzuspielen, ist eine nette Dreingabe. In dieselbe Kategorie fällt die Erweiterung von Rosalinas Bilderbuch und einer neuen Bilderbuchgeschichte in SMG2.
Quo vadis Nintendo?

Ist nun also alles Eitel Sonnenschein? Leider nein, auch wenn es sich um zwei hervorragende 3D Jump’n’Runs handelt und aus unserer Sicht nichts verschlimmbessert wurde, müssen wir wieder einmal die Preisgestaltung in Frage stellen. Im Nintendo eShop kostet das Bundle mit beiden Spielen 69,99€. Aufgehübschte Fassungen von zwei 15, respektive 18 Jahre alten Spielen, von denen seit Jahren ein dritter Teil gefordert wird, sind für diesen Preis zu teuer. Niemand bestreitet, dass hier durchaus einiges an Aufwand betrieben und damit Kosten verursacht wurden, aber die Preisgestaltung ist aus unserer Sicht trotzdem zu hoch gegriffen.

Zumindest kann man die Spiele separat kaufen. Dann wird allerdings für ein Spiel 39,99€ fällig. Die Kritik an diesen Preisen wird so jedenfalls auf keinen Fall leiser und das Argument man wärmt nur alte Hits nochmal auf, anstatt etwas zu wagen, wird garantiert wieder fallen.
Fazit
Die spielerische Qualität von Super Mario Galaxy 1 und 2 ist auch heute noch über alle Zweifel erhaben und wir hatten wie zu Wii Zeiten eine Menge Spaß alle Sterne zu sammeln. Nintendo hat mit der grafischen Verbesserung und kleineren Zusätzen wie dem integrierten OST Musikspieler und dem Assist Modus auch ein wenig Mehrwert geliefert. Allerdings ist der aufgerufene Preispunkt aus unserer Sicht ein Hinderungsgrund um eine uneingeschränkte Kaufempfehlung auszusprechen.
Positiv
- Damals wie heute hervorragendes Gameplay, abwechslungsreiche Levels und jede Menge zu entdecken
- Auch der Soundtrack ist immer noch spitze
- Gefällige grafischen Verbesserungen
Negativ
- Die UVP ist für ein Remaster/Remake sehr hoch gegriffen
- Etwas mehr zusätzliches Hintergrundmaterial (z.B. Konzeptzeichnungen, Interviews etc.) wären wünschenswert gewesen
- Auch die Spiele selbst hätten substantielle Erweiterungen nötig gehabt



