Review: Star Fox – Ein Remake das Lust auf mehr macht

Der erste Kontakt mit dem Rumble Pak für Vibrationen am Nintendo 64 Controller, war für viele das Spiel Lylat Wars, das euch in die Rolle von Fox McCloud schlüpfen ließ, um den verrückten Wissenschaftler Andross aufzuhalten. Nach Neuauflagen für den 3Ds und Emulatorenversionen kommen die Söldner von Star Fox nun im gleichnamigen Remake auf die Switch 2. Wir konnten bereits ausgiebig testen und liefern euch unsere Eindrücke in dieser Review.

Das heldenhafte Opfer des James McCloud

Das Spiel beginnt cineastisch auf dem Planeten Venom auf dem James McCloud mit dem ursprünglichen Star Fox Team mysteriöse Aktivitäten untersuchen soll. Fox Vater wird dort allerdings von Söldnerkollege Pigma Dengar verraten und opferte sich für Peppy Hare, der in seinem Arwing Kampfflieger den Planeten verlassen konnte. Zwei Jahre später hat sich Star Fox unter Fox (James Sohn) und Peppy reformiert und Fliegerass Falco Lombardi sowie Technikgenie Slippy Toad ins Boot geholt. Fans der Serie dürften sich hervorragend abgeholt fühlen und gleichzeitig zeigt sich das grafische Update auch sofort von seiner besten Seite.

Der größte Unterschied zum 1997er Original ist nämlich definitiv die Optik. Alle antromorphen Figuren im Spiel haben ein realistischeres Aussehen und auch wenn wir zu Beginn Fox Aussehen als gewöhnungsbedürftig empfunden haben, waren wir spätestens zum Outro überzeugt davon, dass es nie anders gewesen ist. Die Vollvertonung in den Zwischensequenzen, bei denen mit General Pepper die nächste Mission diskutiert wird oder auch das Star Fox untereinander berät, tragen dazu einiges bei. Bei den Sprachen war Englisch unser Favorit, aber wer möchte hat u.a. auch Japanisch, Deutsch oder Spanisch zur Auswahl.

Der Arwing fühlt sich immer noch sehr vertraut an

Die Präsentation wurde zwar grundlegend überarbeitet, aber am Gameplay des Rail Shooters hat Velan Studios nichts gerüttelt. Von der memegewordenen Barrel Roll, über das Aiming bis hin zu Boost und Bremse fühlt sich alles noch so an wie früher. Auch die Gegner tauchen an denselben Stellen auf und die Secrets sind ebenfalls dieselben wie damals. Veteranen werden an dieser Stelle einwerfen, dass die Steuerung also auch die etwas schwammigen Elemente wieder mitbringt und dass das Zielen immer noch viel Übung erfordert und das können wir 1 zu 1 bestätigen. Dafür gibt es aber jetzt auch eine Egoperspektive in der ihr die Fassrolle und Loopings richtig miterleben könnt. Wer hier Angst hat durcheinander zu kommen, kann das Drehen aber auch ausschalten und so trotzdem die 1st Person Sicht nutzen.

Wenn man sich aber an die Steuerung gewohnt hat, dann kann man sich auf die kurzen, aber knackigen Levels konzentrieren und dort auf Punktejagd gehen. Wer mit aufgeladenem Schuss oder Bomben mehr Gegner auf einmal vom Himmel holt, bekommt nämlich mehr Punkte gutgeschrieben, die pro Kampagnendurchgang sogar als eine Art Highscore Zähler fungieren. Zudem gibt es in jedem Level für eine bestimmte Punktzahl eine Medaille zu holen. Star Fox zeigt euch aber netterweise die Ziele an und gibt auch Hinweise darauf, wie ihr die geheimen Routen für weitere Levels freischalten könnt.

Do a Barrel Roll

Tipps gibt es auch durch die plappernden Kollegen, deren sprachliches Repertoire ebenfalls erweitert wurde. Das sorgt für mehr Atmosphäre und untermalt die Charakterzüge der einzelnen Charaktere umso besser. Auch die Nebencharaktere wie z.B. Katt oder das Star Wolf Team machen sowohl optisch als auch akustisch mehr her als früher. Nur die Sternenkarte ist immer noch so klein wie damals. Soll heißen es gibt keine neuen Levels, was uns wirklich enttäuscht hat. Als kleines Trostpflaster gibt es aber eine andere Form der Spielzeitstreckung, nämlich Herausforderungen. Diese werden in zwei Stufen aufgeteilt: Normal und Expert. Wer alle normalen Aufgaben eines Levels im Challengemode (mit Leveldirektauswahl) geschafft hat, der schaltet die extra harten Expertenaufgaben frei.

Hierbei handelt es sich um Zeitlimits für den Level oder Bosskämpfe, Sonderaufgaben wie das Verhindern, dass Roboter auf Corneria Häuser umwerfen oder auch das Vernichten aller Gegner einer bestimmten Art. Netterweise zeigt euch das Spiel live, wenn ihr eine Aufgabe geschafft oder versiebt habt. Wir geben zu, dass wir uns an der ein oder anderen Herausforderung die Zähne ausgebissen haben. Die Completionists unter euch haben also durchaus etwas zu tun.

Star Fox vs Star Wolf

Eine weitere Änderung ist der gänzlich neue Multiplayermodus, bei dem ihr in 4vs4 Matches in drei Missionen Areale erobert, Asteroidenenergie sammelt oder Fracht zurückbringt. Fehlende Teammitglieder für Team Star Fox bzw. Team Star Wolf werden dabei von Bots aufgefüllt, die Menschen allerdings nicht das Wasser reichen können. Die Matches machen Spaß und wer abgeschossen wird, kommt nach ca. 10 Sekunden wieder zurück aufs Schlachtfeld. Auf Dauer bietet der (online) Multiplayer aber zu wenig Tiefgang und mit nur drei Karten/Missionen ist auch hier wenig Vielfalt am Tisch.

Unsere Review wollen wir aber mit unserem heimlichen Highlight abschließen. Der originale Soundtrack wurde seinerzeit von Koji Kondo und Hajime Wakai komponiert und war bereits damals ein atmosphärischer Ohrenschmaus. Für Star Fox für die Switch 2 wurde diese Grundlage genommen, modernisiert und orchestral arrangiert. Das gibt dem Ganzen einen filmischen Touch und erinnerte uns tatsächlich ein wenig an Star Wars, was wahrscheinlich nicht ganz unabsichtlich ist. Gleichzeitig sind die Originale aber immer noch deutlich herauszuhören und liefern die nötige Portion Nostalgie für solch ein Remake.

Fazit

Optisch und akustisch hat uns Star Fox auf ganzer Linie überzeugt. Die gesamte Atmosphäre ist intensiver, immersiver und lässt trotzdem nicht die Portion Nostalgie für Veteranen vermissen. Umso trauriger ist es, dass es keine zusätzlichen Missionen gibt, die die relativ kurze Singleplayer Kampagne erweitern. Der Challengemodus ist zwar eine nette Dreingabe für Achievementjäger, aber ganze Missionen oder gar eine zweite Kampagne hätten dem Remake sehr viel Mehrwert hinzugefügt. Auch der Multiplayermodus leidet unter wenigen Karten/Missionsarten, obwohl das Grundprinzip Spaß macht. Wir hoffen, dass Star Fox ein Reboot der Serie darstellt und die hohe Qualität in weiteren Spielen gehalten werden kann.

  • Grafisches Update holt Star Fox in die Moderne
  • Hervorragendes orchestrales Arrangement des OST
  • Neue Zwischensequenzen und Dialoge für mehr Atmosphäre
  • Das grundsätzliche Gameplay ist immer noch sehr spaßig
  • Keine neuen Missionen und daher eine kurze Singleplayer Kampagne
  • Die etwas schwammige Steuerung des Originals bleibt
  • Auch der Multiplayer hat wenig Abwechslung zu bieten
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Written by: Steve Brieller

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