Review: Spongebob Schwammkopf – Giganten der Gezeiten ist ein sympathischer Plattformer

SpongeBob hat im Gaming-Bereich schon viel erlebt. Ob kultige Remakes oder kleinere Abenteuer zwischendurch, der Schwamm ist einfach nicht totzukriegen. Mit dem Giganten der Gezeiten bekommen wir nun ein neues Spiel, das sich besonders an jüngere Spieler richtet, aber trotzdem genug Charme bietet, um auch ältere Fans wieder in die bunte Welt von Bikini Bottom zu ziehen. Nicht nur die Serie erfreut sich großer Beliebtheit auch die Videospiele stehen in dem nichts nach. Sowohl groß als auch klein spielen die Plattformer gerne und können ihre Zeit dort versenken.

Grafik & Präsentation – Im richtigen Modus steigt der Spielspaß

Optisch liefert das Spiel eine schön bunte, saubere Welt, die dem Serienlook treu bleibt. Die Figuren wirken lebendig, Animationen sind charmant und passen perfekt ins SpongeBob-Universum.
Aber: Ich empfehle den Performance-Modus.

Im Grafikmodus wirkt zwar alles etwas hübscher, aber der Performance-Modus läuft deutlich flüssiger und spielt sich dadurch viel angenehmer. Die leichte visuelle Einbuße nimmt man gerne in Kauf, weil der Spielspaß spürbar steigt.

Ein kleines, aber sehr liebevolles Detail fällt sofort auf:

Der Controller ändert je nach Charakter die Farbe.
Spielt ihr SpongeBob? Gelb.
Spielt ihr Patrick? Rosa.
Es ist ein Mini-Gimmick, aber eins, das zeigt, dass sich die Entwickler Mühe gegeben haben.

Cutscenes & Dialoge – Viele Nebencharaktere und leichte Verzögerungen

Bei den Zwischensequenzen und Gesprächen zeigt sich eine klare Schwäche des Spiels:
Die Cutscenes verzögern sich leicht, und besonders störend ist die Pause nach jedem Satz.
Man wartet jedes Mal ein bis zwei Sekunden, bis die nächste Zeile startet. Dadurch entsteht keine richtige Gesprächsdynamik.

Das Problem fällt so oft auf, dass es das Verfolgen der Dialoge etwas anstrengend macht.
Wir vermuten stark, dass es an den Übersetzungs- bzw. Synchronisationsprozessen liegt, weil Timing und Ablauf irgendwie nicht sauber zusammenpassen.

Aber es gibt auch eine positive Nachricht:
Die bekannten deutschen Synchronsprecher sind wieder dabei und sie liefern Serienqualität.
Patrick klingt wie Patrick, Thaddäus wie Thaddäus, Mr. Krabs wie Mr. Krabs. Das trägt enorm zur Atmosphäre bei und rettet an vielen Stellen das holprige Timing. An der Stelle nochmal den größten Respekt an: Santiago Ziesmer! Seine Stimme ist unverwechselbar und hebt das komplette Spiel nochmal eine Liga höher.

Gameplay & Nebenquests – Liebevolle Standardkost

Spielerisch ist Giganten der Gezeiten ein recht klassisches Jump ’n’ Run bzw. Plattformer mit leichten Rätselpassagen. Für Kinder hervorragend geeignet, für Erwachsene angenehm entspannt, auch wenn die Rätsel teilweise sehr leicht sind. Bevor man eine Sprungpassage oder ein kleines Rätsel beginnt, zeigt eine Kamerafahrt exakt, wohin man muss.
Damit geht ein wenig der Entdecker- und Rätselspaß verloren.

Die Nebenquests hingegen sind sympathisch gestaltet. Inhaltlich sind sie nichts Besonderes. Hol dies, mach das, bring etwas von A nach B. Aber sie ermöglichen, mehr Figuren aus dem Universum zu treffen. Es ist viel Fanservice. Und man muss immer ein wenig schmunzeln wenn man die Insider der Serie erkennt. Mir wurde vor etwa 20 Jahren das berüchtigte F.U.N-Lied von einem damaligen Freund gezeigt und ich habe mich wirklich gefreut als eine Quest so hieß. Ich musste direkt an den Moment denken, da er in meinem Kopf unfassbar verankert war.

Ein Beispiel:
Mrs. Puff taucht auf und bittet uns, den Strand sauber zu machen.
Es ist simpel, aber charmant. Und genau solche kleinen Momente machen den Reiz des Spiels aus. Wir müssen gucken wo der Müll umherliegt und sofern wir dann alle gefunden haben, gibt es eine Belohnung in Form von einer Truhe. In der Truhe sind zum einen viele Münzen und zum anderen freischaltbare Sachen die Ihr im Shop erwerben könnt.

Sehr leichtes Kampfsystem – umso bessere Bossfights

Die Bosskämpfe gehören zu den Highlights im Spiel.
Sie sind kreativ, gut inszeniert und bieten immer wieder die Möglichkeit, zwischen SpongeBob und Patrick zu wechseln. Jeder Boss hat seine eigene Schwachstelle, und je nach Figur muss man anders reagieren. So müssen wir beispielsweise eine Phase abwarten bevor wir attackieren können. Oder wir müssen Gegner mit Fässern abwerfen um sie für einen Augenblick angreifbar zu machen.

Schade ist allerdings, dass es keinen Koop-Modus gibt.
Gerade weil man ohnehin zwischen zwei Hauptcharakteren wechselt, hätte ein Koop das Spielerlebnis wirklich wunderbar ergänzt. Gemeinsam durch Bikini Bottom zu laufen wäre großartig gewesen aber diese Chance wurde leider verschenkt.

Ein zu leichtes Spiel für ältere – perfekt für Kinder?!

Das Spiel richtet sich eindeutig an eine jüngere Zielgruppe.
Ältere Spieler haben natürlich trotzdem Spaß. Besonders, wenn sie SpongeBob mögen, aber das Niveau der Rätsel ist sehr niedrig.

Die ständigen Kameraeinblendungen, die genau zeigen, wohin man gehen muss, verstärken diesen Eindruck.
Für Kinder ist das super, damit sie wissen, wohin sie gehen müssen.
Für Erwachsene ist es etwas zu viel Hilfe, da wir dabei nicht selbst denken müssen. Versteht mich nicht falsch, wir waren selbst Kinder, als wir das geschaut haben. Allerdings hätte dem Spiel ein paar Einstellungsmöglichkeiten, mit denen wir die Schwierigkeit hätten anpassen können, gut getan.

Für den ersten Durchlauf hatten wir etwa 9-10 Stunden Spielspaß. Dabei haben wir auch einige Nebenquests erfüllt und Collectables eingesammelt, wovon es sehr viele gibt. Ihr könnt also gut 15 Stunden in das Spiel investieren.

Grundsätzlich können wir sagen, dass die Spiellänge für einen Plattformer ausreichend ist. Es ist nicht zu kurz, aber auch keineswegs zu lang.

Fazit

SpongeBob Schwammkopf: Giganten der Gezeiten ist ein buntes, charmantes und liebevoll gestaltetes Abenteuer, das vor allem die jüngere Generation ansprechen soll. Das merkt man an vielen Stellen.
Leichte Rätsel, klare Hinweise und ein sehr zugängliches Gameplay machen es ideal für Neulinge und Kinder.

Die Verzögerungen in den Cutscenes und die merkwürdigen Pausen in den Dialogen stören, werden aber durch die hervorragenden deutschen Sprecher wieder etwas abgefangen.

Der Performance-Modus ist Pflicht, die Bosskämpfe sind kreativ, und viele kleine Details wie der farbwechselnde Controller zeigen, wie viel Herz hier drinsteckt.
Ein Koop wäre das i-Tüpfelchen gewesen, fehlt aber leider komplett.

Für Erwachsene ist es eher ein entspanntes, charmantes Wohlfühlspiel.
Für Kinder ein großartiges kleines Abenteuer voller bekannter Figuren.

Wer SpongeBob mag, bekommt hier ein rundes, sympathisches Spiel, das zwar nicht perfekt ist, aber definitiv Spaß macht.

Street Fighter Collection Wertung

  • Viel Liebe zum Detail z.B. Controller
  • Grafik sieht gut aus, auch im Performance-Modus
  • Synchronsprecher liefern wirklich ab
  • Das Spielerlebnis ist zu einfach
  • Kein Koop-Modus, obwohl es möglich gewesen wäre
  • Verzögerte Cutscenes und Gespräche stören dem Spielfluss
Teilt uns eure Meinung mit

Written by: Chris Hoke

No comments yet.

Leave Your Reply