Review: Riders Republic – Ein Revival des Funsports aus Chaos und Spielspass

Ihr vermisst spaßig arcadige Funsport-Spiele wie SSX oder Downhill Domination? Dann sollte Riders Republic von Ubisoft, oder genauer gesagt den Machern von Steep, genau euer Ding sein. Denn es vereint direkt mehrere Sportarten, packt eine große Open World drauf und bietet sogar noch Rennen bei denen alle Sportarten während des Rennens mit 64 Spielern gewechselt werden. Klingt großartig? Ob es das wirklich ist, findet ihr in unserem Test heraus.

Zu Lande, zu Skier, Snowboard, Fahrrad oder in der Luft

Riders Republic ist im Kern ein Extremsportspiel. Es bietet sechs verschiedene Sportarten: Fahrradrennen, Fahrradtricks, Skifahren, Snowboarden, Snowboardtricks und Wingsuit-Fliegen. Der Karrieremodus des Spiels dreht sich um diese sechs verschiedenen Sportarten. Dabei geht es vor allem darum, an verschiedenen Events teilzunehmen, bei denen sogar teilweise bis zu 64 Spieler gleichzeitig gegeneinander antreten können. Darunter fallen Rennen, Trick-Events, Turniere, Massenrennen oder Herausforderung. Beispielsweise gibt es da die der Shackdaddy-Bandits, bei denen ihr schon einmal auf einem Fahrrad samt Raketenantrieb Checkpoints abfahrt. Sobald ihr in diesen Events gewinnt, schaltet ihr größere Boss-Events frei. Darunter das ultimative Event des Spiels: das Riders Ridge Invitational. Auf dem Weg dorthin aber warten neue Ausrüstung, Kosmetika und Sponsoren auf euch. Es gibt also genug zu tun.

Schräge Outfits gibt es in Hülle und Fülle.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass das Spiel mehr Arcade als Simulation ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Realismus völlig aus dem Fenster geworfen wird. Alle im Spiel enthaltenen Extremsportarten haben eine ähnliches Handling, so dass es leicht ist, nahtlos von einem Sport zum anderen zu wechseln, mittem im Flug sogar, wenn ihr wollt. Man hat eine Taste zum Fahren, eine Taste zum Bremsen, eine Taste zum Sprinten und ein paar für Tricks. Der Haken dabei ist die Steuerung. Denn diese könnte präziser sein. Die Lenkung geht nicht so flüssig von der Hand und wir haben unsere Probleme mit den zur Verfügung stehenden Steuerungsarten. Ihr könnt selbst wählen, ob ihr die „Rider“- oder „Trickster“-Option nehmen wollt. Erstere erlaubt es euch, mit dem rechten Analog-Stick die Kamera zu drehen und mit den Face-Buttons Tricks auszuführen. Letztere belegt den rechten Stick mit den Trickmanövern, wobei aber die Kamera nicht mehr gesteuert werden kann. Das dritte Profil, mit dem sich Riders Republic wie Steep spielt, bietet leider ebenfalls keine Kamerasteuerung. Somit wechselt man immer hin und her, da man mit der Rider-Steuerung nur Erkunden und Rennen absolvieren sollte, mit der Trickster-Version wiederum aber nur Trick-Events.

Zu Fuß kann man leider nicht springen, weshalb ich hier kurz gefangen war.

Open World mitsamt aller typischen Inhalte

Der Karrieremodus des Spiels führt euch zunächst in die Radrennen ein, und jede der anderen Sportarten wird im Laufe des Spiels freigeschaltet. Je nachdem, wie gut man in den verschiedenen Disziplinen abschneidet, dauert es etwa ein bis zwei Stunden, bis man alle Sportarten des Spiels freigeschaltet hat. Das bedeutet, dass ihr erst einmal mit dem Fahrrad um die Sequioa fahren müsst, bevor ihr mit dem Wingsuit über die Karte fliegen könnt. Ihr könnt aber auch direkt in den Zen-Modus des Spiels wechseln, eine Art Free-Roam-Gameplay-Modus, in dem alle Fahrzeuge des Spiels freigeschaltet werden – einschließlich einiger Fahrzeuge, die in keinem der Sport-Events verfügbar sind, wie Raketenski, ein Propeller-Schirm oder ein Schneemobil. Diese zusätzlichen Fahrzeuge bieten euch mehr Abwechslung bei der Fortbewegung, das euch die Erkundung der Welt gegen Ende des Spiels wirklich erleichtert. Mein Favorit ist übrigens insgesamt das Fahrrad, da die Rennen in der zuschaltbaren Ego-Perspektive einfach nur der Wahnsinn sind und das schnelle Runterheizen eines Berges nie an Spaß verliert.

Die Map zeigt nicht nur allerhand Events, sondern auch andere aktive oder aufgezeichnete Spieler.

Das bringt uns zur Open-World des Spiels. Das Spiel nutzt topografische Informationen aus GPS-Daten, um eine Karte zu erstellen, die sieben verschiedene US-Nationalparks nahtlos in eine riesige Karte einbindet. Und diese ist wirklich riesig, kann aber mittels Schnellreisepunkte oder Fahrzeug recht angenehm fix bereist werden. Ihr habt darauf allerlei Events der verschiedenen Sportarten zur Verfügung, welche mit weiterem Fortschritt natürlich mehr werden. Habt ihr nur Lust die Karte zu erkunden, könnt ihr dabei Stunt-Events finden, Collectibles sammeln oder einfach die Landschaft genießen. Collectibles sind mit 45 Sehenswürdigkeiten samt Erklärungen oder Relikten, die Ausrüstung bringen, übrigens durchaus schön eingebunden. Wenn ich auch auf die weit weniger innovativen Ballons, die einfach nur bisschen Geld bringen, hätte verzichten können. Und wenn wir schon bei verzichten sind. Solltet ihr einmal crashen, könnt ihr das Geschehen jederzeit zurück spulen. Doch wählt ihr stattdessen direkt am Unfallpunkt zurückgesetzt zu werden, erwarten einen häufig ein böses überraschen. Ich bin dabei leider mehr als oft stecken geblieben, was durch erneutes zurücksetzen nicht behoben wurde und somit doch wieder gespult, oder nach dem Zeitverlust direkt neu gestartet, werden musste. Wirklich nervig.

Extremsport hat endlich ein Zuhause

Der Shop ist leider voller Echtgeld-Items, die alle mit den sogenannten Republic Coins erworben werden.

Was den sozialen Aspekt des Spiels angeht, so gibt es ein Hub namens Rider’s Ridge, wo man den Shop, eine Trick-Akademie, Online-Events und andere Aktivitäten findet, an denen man teilnehmen kann. Der Shop bietet dabei ein sich änderende Auswahl an Items, die sowohl mit Ingame-, als auch Echtgeld bezahlt werden können. Und natürlich sind die ausgefallenen Outfits wie ein Giraffenanzug nur über eine kleine Investition zu haben. Das klingt nicht nur nach Methoden eines Free-to-Play-Titels, sondern hat in einem Vollpreis-Spiel einfach absolut nichts verloren. Doch immerhin sind all diese Inhalte nur kosmetischer Natur. Außerhalb der Rider’s Ridge findet man übrigens allerhand andere Live-Spieler, die durch die Landschaft ziehen. Auch wenn es sich bei den meisten von ihnen um Geister handelt – aufgezeichnete Pfade anderer Spieler, die in die Cloud hochgeladen und in euer Spiel geladen werden -, sorgen sie dafür, dass sich die Welt bevölkert anfühlt. Sogar während man in Yosemite bergab fährt, sieht man manchmal andere Fahrer, die nicht am Rennen teilnehmen, die Gegend aber auf und ab fahren.

Sponsoren bieten eine Art Daily- und Weekly-Challenges.

Das anfängliche Tutorial des Spiels mag sich schleppend anfühlen, aber es ist ein notwendiger Schritt, um sich mit den verschiedenen Möglichkeiten des Spiels vertraut zu machen. Hat man die erste Hürde nämlich erst einmal überwunden, wird das Spiel nur selten langsamer. Von hier an geht es nur noch um Spiel und Spaß. Und dieser kommt bei der Vielzahl an Events, der Abwechslung mit den Gefährten sowie der Online-Rennen wirklich nicht zu kurz. Eine Story gibt es dabei nicht wirklich, außer dass ihr der beste Rider werden wollt. Doch hin und wieder kreuzen einige Nebencharaktere euren Weg. Diese sind liebenswert abgedreht, können einem aber auch auf den Geist gehen. Doch da sie eh nicht Hauptbestandteil sind, könnt ihr diese bei Bedarf auch ignorieren, ohne dass euch etwas am Spielspaß verloren gehen sollte.

Ausrüstung erlangt ihr nur durch Levelaufstiege der jeweiligen Sportart.

Aus der Ferne wunderschön

Riders Republic ist auf der Playstation 5 wiklich wunderschön. Allerdings gibt es einige Schauplätze, die zu kahl aussehen, und einige Objekte weisen nur grobe Texturdetails auf. Dank der Geschwindigkeit des Spiels sind diese leicht zu übersehen, aber jeder, der einen Moment innehält, um die Landschaft zu betrachten, könnte am Ende die Stirn runzeln, wenn er diese zackig aussehenden Objekte bemerkt. Die größten Übeltäter sind die Büsche, die völlig zerklüftet aussehen, sowie einige Bäume, deren Laub merklich verpixelt ist. Die Charaktermodelle machen jetzt auch nicht so viel her, sind aber meist eh in Kostüme oder Outfits gehüllt, damit dies nicht weiter ins Gewicht fällt. Das Sounddesign ist insgesamt immer solide und trägt sehr gut zum Geschwindigkeitsgefühl bei. Vom Soundtrack waren wir jetzt nicht total begeistert, aber genug Auswahl ist vorhanden. Mit einigen bekannten Bands wie Green Day oder The Offspring läuft im Radio immer etwas, um dabei zu bleiben.

In Bezug auf die Zugänglichkeitsoptionen hat das Spiel ebenfalls einiges zu bieten. Farbenblindheitsmodi, Text-to-Speech, Sprachoptionen, Untertitel und Menü-to-Speech-Optionen sind allesamt verfügbar. Zu Beginn des Spiels gelangen wir sogar in das Menü mit den Zugänglichkeitsoptionen, in dem die Sprachausgabe standardmäßig aktiviert ist. Das einzige Problem mit der Barrierefreiheit des Spiels ist die ständige Online-Verbindung, so dass der Zugang zu einigen Spielmodi eingeschränkt ist, wenn man offline ist. Zusatzinhalte sind übrigens schon angekündigt und es kann bereits Ubisoft-typisch ein Year-1-Pass erworben werden, welcher wohl auch BMX-Fahrräder enthalten soll.

Fazit

Riders Republic bringt Extremsport endlich zurück. Und nicht nur einen, sondern direkt mehrere. Der riesige Spielplatz, den Ubisoft hier geschaffen hat, ist dabei nicht nur häufig wirklich schön anzusehen, sondern macht durch die vielen Möglichkeiten an Events einfach Spaß. Ein tolles Geschwindigkeitsgefühl, spaßige Massenrennen und enorm viel zum Freischalten werden einen lange bei Laune halten, sollte man sich darauf einlassen. Leider muss man auch mit nervigen Rücksetzpunkten, Grafikaussetzern, cringigen Charakteren und Steuerungsprofilen, die nicht ganz so funktionieren, wie sie es sollten, Vorlieb nehmen. Doch selbst damit lohnt sich Riders Republic für alle Funsport-Freunde, da es von dieser Art Spiele mittlerweile viel zu wenige gibt.

Riders Republic ist am 28. Oktober 2021 für PC, PlayStation 4 & 5, Xbox One & Series erschienen.

Positiv:

+ beeindruckende Open World

+ große Auswahl an unterschiedlichen Events

+ bis zu sechs verschiedene Sportarten

+ Massenrennen mit 64 Spielern

+ super Geschwindigkeitsgefühl, besonders in der Ego-Perspektive

+ wunderschöne, weitreichende Landschaften

+ 45 reale Sehenswürdigkeiten zu entdecken,…

Negativ:

– …plus weitere zu große Anzahl weit weniger interessanterer Sammelitems

– Grafikaussetzer in der Detailansicht

– zurücksetzen ist selten hilfreich

– teils furchtbare Dialoge

– Shop voller Echtgeld-Items

– Steuerungsarten nicht komplett durchdacht

– Online-Verbindung Pflicht, da es im Offline-Zen-Modus keinerlei Fortschritt gibt

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Written by: Nick Erlenhof

Hitoshura, Sith & FOXHOUND-Spectre

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