Review: Resident Evil Requiem – Der Nostalgie Trip zurück nach Raccoon City

Nach einer ersten schaurigen Session auf der Gamescom konnten wir die letzten Wochen einige Stunden mit der finalen Version von Resident Evil Requiem verbringen. Ob der neue Mix aus Action und Survival Horror gelungen ist und was der Titel in gut 7-10 Stunden an Spielzeit noch zu bieten hat, findet ihr wie immer bei uns im Test heraus.

Nostalgie trifft auf einem ständigen Wechsel zwischen Action und Survival Horror

Resident Evil Requiem ist der neunte Hauptteil der Resident Evil-Reihe und spielt etwa 30 Jahre nach der Zerstörung von Raccoon City. Die Geschichte folgt hauptsächlich Grace Ashcroft, einer FBI-Analystin, die in die verfallenen Überreste von Raccoon City und zum abgelegenen Wrenwood Hotel geschickt wird, um mysteriöse Todesfälle zu untersuchen. Dabei wird sie mit persönlichen Traumata konfrontiert, da ihre Mutter vor Jahren in eben jenem Hotel ums Leben gekommen ist. Parallel ermittelt Leon S. Kennedy gegen den ehemaligen Umbrella-Wissenschaftler Victor Gideon und deckt dabei weitere Bedrohungen auf. Die Erzählung kombiniert klassischen Survival-Horror mit actionlastigen Abschnitten durch die unterschiedlichen Spielstile der beiden Protagonisten. Der Titel greift ältere Ereignisse und Charakterbeziehungen aus früheren Spielen auf und verbindet alte Story-Fäden mit neuen überraschenden Wendungen. Auch eine Rückkehr nach Raccoon City ist dabei und die Schatten vergangener Biokatastrophen werden thematisiert. Requiem nimmt hier recht wenig Rücksicht auf Quereinsteiger und erwartet, dass man vor allem mit den Ereignissen aus Resident Evil 2, 3 und 4 vertraut ist. Viele der Storyelemente funktionieren auch nur, wenn man diese Teile ausführlich gespielt hat, um nicht all zu viel zu verraten. Dieses Design zieht sich fast durch das gesamte Spiel, womit euer Spielerlebnis stark davon abhängt, wie gut euch die Masse an Nostalgie und Anspielungen abholen kann. Die wirklich „neuen“ Gegenspieler und Schauplätze tragen den Titel definitiv nicht genug, um alleine die Erwartungshaltung der Fans zu schultern.

Viele der bekannten Schauplätze profitieren von der neu Interpretation durch die Resident Evil 2 und 3 Remakes

Je nachdem wie gut ihr mit der Serie vertraut seid und wie viel ihr erkunden wollt, wird euch der Titel gute 7-12 Stunden beschäftigen. Für Veteranen gibt es den klassischen „normalen“ Modus, in dem ihr Ressourcen herstellen müsst, um überhaupt speichern zu können. Wir haben uns für die moderne Variante entschieden, die euch diese Zwänge nicht auferlegt. Resident Evil Requiem macht es sich sehr leicht indem es das Beste aus Resident Evil 2, 4 und 7 zusammenwirft. Damit bekommt ihr eine regelmäßig wechselnde Achterbahn an Action und Horror, müsst aber auch alle erwähnten Teile genossen haben, um diese neue Mischung wertschätzen zu können. Gerade die langsameren Schleichpassagen und Wartesequenzen mit Grace, bringen das Pacing (mit Absicht) stark durcheinander. Ohne all zu viel zu Spoilern, enttäuschen die Bosskämpfe und eingesetzten alt bekannten Gesichtern ein wenig. Grace bekommt zwar ein paar neue Gegenspieler zu Gesicht, aber bei Leon setzt man fast ausschließlich auf den Wiedererkennungswert der vergangenen Ableger.

Verschiedene Perspektiven direkt zu Beginn wählbar

Leon bekommt jetzt endlich die Genugtuung eine Kettensäge gegen seine Untoten Gegenspieler einzusetzen. Die dazugehörigen Effekte sehen großartig aus und die Stellen an denen ihr die Gelegenheit dazu bekommt sind zwar selten aber sehr gut ausgewählt worden. Auch Grace hat ihre eigenen spielerischen Elemente. Mit einem Blutentnahmegerät könnt ihr besiegten Gegnern Ressourcen entziehen, die sich mit weiteren Gegenständen kombinieren lassen. Dadurch habt ihr quasi jederzeit eine Craftingstelle mobil mit euch im Gepäck. Upgrades dafür sind gut versteckt und mit einem eigenen Minispiel versehen. Was das Upgraden seiner Ausrüstung angeht, ist Leon ab der Mitte des Spiels auf eigene Kisten bei Speicherplätzen angewiesen. Für alle Liebhaber von brachialer Action, bekommt ihr CP pro erledigtem Gegner als Währung und könnt diese in neue Waffen, Munition und eine verstärkte Rüstung investieren. Das Waffenarsenal orientiert sich hier sehr klassisch an den Vorgängern. Nett sind die einzelnen Upgrades bzw. das System hinter den Waffen selbst. Hier kann man sich noch etwas gezielter seine Ausrüstung zusammenstellen, wenn man knapp bei Kasse ist.

Wie bereits erwähnt sind Leons Abschnitte nur so vollgestopft mit jeder Menge Anspielungen auf seine bisherigen Abenteuer und er hat natürlich wie immer einen flotten Spruch auf der Lippe, egal was euch gerade so vor die Füße springt. Grace bekommt gegen Ende des Spiels zusätzlich Molotov Cocktails, andere Flüssigkeiten in Flaschen abgefüllt und eine Injektion, die speziell für eine neue Gegnerart ausgelegt ist. Wenn ihr explizit hier Munition sparen wollt, müsst ihr diese Injektion regelmäßig parat haben, was zumindest leicht den klassischen Gameplay Ablauf aufbricht. Ansonsten spielt sich Requiem sehr stark nach dem üblichen Muster der Serie, ohne großen Überraschungen. Das Balancing wirkt allgemein stärker auf Leon ausgelegt. Die Horrorelemente bei Grace werden ausschließlich durch kaum besiegbare Bosse oder den Mangel an Munition ausgelöst, da auch normale Gegner teilweise mehrere Kopfschüsse und einen Nahkampf-Einsatz abverlangen. Hier hätte man oftmals noch ein Stück kreativer sein können.

Die Designs der einzelnen Charaktere und Level überzeugen durchgängig

Etwas ärgerlich im New Game+ mit Leon ist die Tatsache, dass ihr Waffen nicht mehr passend zum jeweiligen Abschnitt findet, sondern selbst darauf achten müsst, wann ihr sie kauft. Wenn ihr also vergessen solltet, dass im nächsten Bereich beispielsweise ein Gewehr notwendig ist, müsst ihr einen alten Speicherstand laden. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber damit ergibt sich die Gefahr sich in aussichtslose Situation zu manövrieren, was unüblich für die Reihe ist. Immerhin darf Leon ein paar Produktplatzierungen in Zwischensequenzen setzen und bekommt eine kurze motorisierte Fahrzeug-Einlage.

Technisch kann man kaum etwas bemängeln. Es wurde alles was irgendwie geht aus der RE Engine herausgeholt. Auch die Soundkulisse überzeugt durchgängig. Gerade in den Horrorsequenzen mit Grace oder wenn ihr von Gegnern in eure Einzelteile zerlegt werdet, sieht alles fantastisch aus. Wenn ihr nah genug am Gegner dran seid, gibt es auch ein paar eigene Finisher Animationen mit Leon. Dabei erreicht man nicht das Niveau von Doom, aber bekommt doch recht blutige Resultate.

Den Titel in weiteren Durchläufen in unter 4 Stunden durchspielen, ist leicht machbar

Resident Evil Requiem erscheint am 27. Februar 2026 für die PS5, Xbox Series X/S, Switch 2 und den PC. Hier könnt ihr den Titel bereits vorbestellen.

Fazit

Resident Evil Requiem liefert alles, was man als Fan der Reihe erwarten würde, traut sich aber kaum etwas Neues und mischt Elemente, die nicht unbedingt jedem zusagen werden. Wer ein klassisches Resident Evil Erlebnis mit soliden Gameplay sucht, wird hier auf jeden Fall mehr als genug Inhalte geliefert bekommen. Wer auf einen riesigen Sprung für die Serie gewartet hat, wird sich wohl noch etwas gedulden müssen.

+ RE Engine und technische Performance überzeugen durchgängig

+ Features und Gameplay aus den Remakes und älteren Teilen der Serie fast schon perfektioniert

+ Solides Sounddesign mit jeder Menge guten Horror und Gore Momente

+ Viel Freiheiten im Leveldesign und durch Gameplay Features

– Mischung aus Action und Horror geht nicht immer ideal auf

– Kein großer Storysprung für die Serie und verlässt sich oftmals auf reine Nostalgie

– Etwas wenig Wiederspielwert durch fehlende Zusatzmodi

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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