Review: PRAGMATA – Kindergärtner im Weltall?

PRAGMATA ist das neuste Spiel des Kultentwicklers CAPCOM. Im Mittelpunkt steht dabei der Wartungsarbeiter Hugh, welcher sich plötzlich alleine auf einer Raumstation befindet – und nein es handelt sich hier nicht um Dead Space. Denn unsere Gegner sind keine Monster, sondern Roboter. Die Raumstation befindet sich auf den Mond und ist im Prinzip ein riesiger 3D-Drucker. Die Einheit wurde anfangs durch einen Unfall getrennt. Ob die anderen noch am Leben oder tot sind bleibt erstmal offen. Ganz alleine sind wir dennoch nicht. Direkt nach der Trennung treffen wir den Pragmata DI-0366-7. Hugh tauft den kindlich aussehenden Androiden Diana. Diana steht uns fortan mit ihren Hacking Skills gegen die fiesen Roboter zur Seite.

Hacken oder scheitern – der Gameplay-Kern von PRAGMATA

Das Gameplay fühlt sich von Beginn an sehr zugänglich und intuitiv an. CAPCOM empfiehlt direkt, mit einem Controller zu spielen – und im Spiel wird schnell klar, warum. Besonders das Hacking funktioniert über die Tasten (bei mir auf dem Xbox-Controller Y, B, A, X) sehr angenehm. Jede Taste steht dabei für eine Richtung, in die der Hack ausgeführt wird, was die Steuerung deutlich flüssiger macht. Schießen und Bewegen ist wie in jeden anderen Spiel auf den alt bewährten Knöpfen.

Das Spiel ist flüssig zu spielen und lässt auch Raum und Zeit für Erkundung. Die einzelne Abschnitte sind in Areale geteilte, welche wir von unserer Basis (Schutzraum) aus erreichen. In diesen Arealen können wir uns frei bewegen und Kisten und anderen Dinge, wie Upgrade-Komponente oder Lunafilamente finden. Diese nutzt man anschließend in der Basis, um Ausrüstung, Waffen und Dianas Fähigkeiten zu verbessern.

Die Areale sind dabei ansprechend gestaltet und laden zum Erkunden ein. Ich habe auf dem Schwierigkeitsgrad „Einfach“ gespielt, da ich den Fokus eher auf die Story lege. In meinen Augen ist das eine gute Wahl, denn besonders das Hacking kann schnell stressig werden, wenn mehrere Gegner gleichzeitig angreifen. Es ist essenziell, da man damit die Rüstung der Gegner schwächt – ohne Hacking richten die eigenen Waffen kaum Schaden an, wodurch Kämpfe wenig Sinn ergeben. Was ich im Kampf etwas vermisse, ist eine Nahkampfattacke, falls mir ein Roboter dann doch etwas zu Nahe kommt. Angriffe weichen wir mittels RB aus. Es hat bei mir etwas gedauert das Hacken und ausweichen miteinander abzustimmen. Ich denke, auf einen höheren Schwierigkeitsgrad könnte es doch zu etwas Frust führen, wenn man ständig beim Hacken gestört wird.

Große Grafik mit kleinen Perfomance-Kratzer

Ich habe das Spiel in 3840×2160 mit hohen Grafikeinstellungen gespielt. Dabei lief es in etwa 99 % der Zeit absolut flüssig. Innerhalb von rund fünf Stunden Spielzeit kam es lediglich in drei bis vier Zwischensequenzen zu kurzen Framerate-Einbrüchen.

Die Gegner sind ansprechend gestaltet, und ihre Schwachstellen lassen sich schnell erkennen. Persönlich lege ich zwar weniger Wert auf Grafik und konzentriere mich stärker auf das Gameplay, dennoch dürften Grafikliebhaber hier definitiv auf ihre Kosten kommen. Sowohl die Level als auch die Charaktere sind detailreich designend, und auch die Emotionen der Protagonisten werden überzeugend vermittelt.

Hugh & Diana – Starke Story, Starke Chemie

Wie bereits erwähnt geht es um Hugh, welcher nach einem Unfall Diana trifft. Zusammen probieren sie Kontakt zur Erde herzustellen. Währenddessen werden sie immer wieder von der autonomen Basis-KI IDUS gestört, welcher dies probiert zu vereiteln. Zu Hugh habe ich sofort eine Verbindung aufgebaut. Schon in den ersten Momenten wirkt er sympathisch, vor allem, weil er als einfacher Arbeiter dargestellt wird, der eigentlich nur seinen Job erledigen möchte. Der Einstieg in seine Geschichte gelingt direkt und ohne Umwege, wodurch man sich schnell in ihn hineinversetzen und mit ihm mitfühlen kann. Auch Diana taucht gleich zu Beginn der Handlung auf. Obwohl sich die Beziehung zwischen ihr und Hugh recht schnell entwickelt, wirkt sie keineswegs erzwungen. Viele Spiele oder Serien haben oft das Problem, das Beziehungen aufgesetzt wirken, wenn sie zu schnell passieren. Dies trifft hier nicht zu. Stattdessen fühlt sich ihre Verbindung glaubwürdig und stimmig an. Diana überzeugt dabei besonders durch ihre kindliche Art, die immer wieder für charmante Momente sorgt und dem Spieler ein Lächeln entlockt. Gleichzeitig wirken die Emotionen der Figuren authentisch und tragen viel zur Atmosphäre der Geschichte bei.

Fazit

Für mich ist das Spiel definitiv eine Kaufempfehlung. Das Gameplay ist schnell zu lernen und die Story macht Lust auf mehr. Der Spieler fragt sich ständig wie es mit Hugh und Diana weitergeht. Für Sammler und Outfitfanatiker gibt es auch etwas zu tun, da es Objekte für Diana zum Sammeln gibt und man diverse Kleidungen freischalten kann. Grundsätzlich bin ich kein Fan, davon dass Gegner in Arealen wieder spawnen. Bei diesem Spiel stört es mich allerdings nicht, da die Anzahl der Gegner sehr überschaubar ist. Eine kleine Kritik habe ich allerdings an der Standardwaffe: Nach dem Nachladen muss man zusätzlich kurz warten, bis die Waffe „abgekühlt“ ist, um das gesamte Magazin effektiv nutzen zu können. Andernfalls feuert man oft nur einen Schuss, bevor man erneut gezwungen ist nachzuladen. Besonders in Situationen, in denen der Gegner nur noch zwei bis drei Treffer benötigt, kann das ziemlich frustrierend sein.

+ Story ist interessant und die Verbindung der Charakteren wirkt nicht gepusht

+ Gameplay leicht zu lernen

+ Sammeln macht Spaß

– Manuell Speichern nur im Schutzraum

– Hacken kann bei vielen Gegnern leicht überfordern

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Written by: Stefan

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