Review: PATAPON 1+2 REPLAY – Zurück zum Groove der PSP Ära

Wir kehren zurück ins Jahr 2007. Eine Zeit in der Sony mit der PSP wagemutig war und einem Konzept wie dem von Patapon grünes Licht gab. Nun gibt es eine erneute Auflage der ersten zwei Teile für PC, Playstation 5 und Nintendo Switch. Wir haben uns die Finger in der Steam Variante wundgetrommelt und die wenigen Verbesserungen dieser Version mit der Lupe gesucht.

PATA PATA PATA PON – Auf der Suche nach IT

Als Gottheit der Patapons soll man ihrem Stamm helfen nach Earthend zu kommen um IT zu finden. Was IT ist, weiß zwar keiner, aber das ist kein Grund nicht ans Ende der Welt zu wandern. Eure Aufgabe ist es mittels Trommeln Befehle zu geben, um die Patapons gegen diverse Gegner zum Sieg zu führen. Das Spiel gibt euch dabei den Rhythmus vor und wenn man zum Beispiel die PATA und die PON Trommel mittels PATA PATA PATA PON kombiniert, laufen die Patapons nach vorne. PON PON PATA PON sorgt dagegen für Angriffe, während CHAKA CHAKA PATA PON zur Verteidigung aufruft. Eure Patapons wiederholen dabei immer eure Befehle, was zu einem schönem „Call and response“ Muster führt. Wer dabei schön im Rhythmus bleibt und nichts auslässt, der gerät dann sogar in den Fever Mode, bei dem eure Patapons wesentlich stärker werden und die Musik ihren Höhepunkt erreicht.

Eine erstes Feature von REPLAY ist die Möglichkeit sich diese Befehle dauerhaft anzuzeigen. Das war in den Vorgängerversionen leider nicht möglich. Das ist besonders hilfreich, wenn man längere Spielpause einlegt und sich nicht zuerst wieder in einer leichten Mission einspielen will. Das ist auch deswegen hilfreich, da insbesondere in Patapon 1 Fehler in späteren Missionen sehr teuer kommen können, wenn z.B. ein Boss eure Patapons frisst. Patapon 2 ist insgesamt ein klein wenig einfacher, aber trotzdem nicht geschenkt.

PON PATA PON PATA – Immer schön im Rhythmus bleiben

Um mehr Tiefe zu schaffen gibt es verschiedene Patapons, die ihr mitnehmen könnt. Zum Beispiel gibt es die Speerträger Yaripon, die aus der zweiten Reihe ihre Waffen werfen. Um sie zu schützen, solltet ihr aber Tatepon mit Axt und Schild mitnehmen. Und selbst Kavallerie in Form der Kibapons ist verfügbar. Die verschiedenen Klassen schaltet ihr dabei im Verlauf der jeweiligen Geschichte frei und neue Einheiten für die Klassen beschwört ihr, indem ihr gesammelte Ressourcen opfert. Umso seltener die Ressource, umso stärkere Patapons in verschiedenen Farben stehen euch zur Verfügung. Allerdings können diese keine Helme tragen, was sie um die Spezialfähigkeiten dieser Helme bringt. In Patapon 2 ist dieses System mit der Evolution Map verändert worden, auf der ihr jedem Patapon einzeln den Rareponstatus zuteil werden lassen und neue Klassen freischalten könnt.

Und wie ihr hier bereits herauslesen könnt, gibt es auch ein Ausrüstungssystem. Und alle Ressourcen, Geld (genannt Ka-Ching) und die Ausrüstung findet ihr in den Levels oder zwischen den Missionen in Minispielen. Allerdings ist das meiste davon an den Zufall gebunden und das Spiel wird dadurch manchmal sehr grindy. Dafür wachsen euch eure hochgezüchteten Patapons ans Herz und jeder Verlust wiegt schwer. Wohl dem der die Kopfbedeckung gefallener Patapons aufhebt, denn dann können sie wiederbelebt werden. Insgesamt sind die Systeme für ein Rhythm Game auffallend komplex und es macht Spaß seine Armee immer stärker werden zu lassen.

Don DoDon DoDon – Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Ein weiteres Zusatzfeature der REPLAY Fassung ist die Möglichkeit ein Offset im Optionsmenü einzustellen. Bei Rhythm Games, die auf Konsolen gespielt werden, kann es durch die Verzögerung zum Fernseher oft zu Problemen kommen, da Bild und Ton nicht 100% zusammenpassen. Klugerweise gibt es nun also einen Regler dafür. Leider hat man keine Möglichkeit direkt im Menü einen Test dafür durchzuführen. Das bedeutet, man stellt nach einem vagen Gefühl das Offset ein, lädt einen Level, probiert aus, ob man nun besser im Rhythmus bleiben kann und wiederholt diese Prozedur so oft wie nötig. Warum hier kein simpler Test eingebaut wurde oder sogar eine automatische Kalibrierung, ist ein Geheimnis geheimer als IT.

Zusätzlich kann man auch den durchaus knackigen Schwierigkeitsgrad pro Spiel zwischen easy, normal und hard einstellen, um das Spiel zugänglicher zu machen. In Sachen Grafik hat man den zeitlosen Grafikstil schärfer gemacht und ansonsten das bereits sehr liebevoll designte Spiel so gelassen wie es ist. Leider wurde den Zwischensequenzen nicht annähernd dieselbe Liebe zuteil, denn diese sehen immer noch recht verwaschen aus. Das war es dann auch schon mit den spürbaren Verbesserungen. In Wahrheit gibt es, ausser bei der Switch, sogar ein Downgrade: Der Multiplayermodus von Patapon 2 ist nur dort verfügbar. Patapon 3 ist grundsätzlich nicht mit dabei und wird wahrscheinlich irgendwann separat nachgeliefert.

Fazit

PATAPON 1+2 REPLAY ist immer noch ein hervorragendes Rhythm Game, das sehr gut gealtert ist. Nur der Mangel an echten Verbesserungen hinterlässt einen faden Beigeschmack. Für dreissig Euro zwei Spiele, die in ihrer Remastered Version in Playstation Plus enthalten sind, zu bekommen, während der dritte Teil aussen vor gelassen wird, ist gerade noch im Bereich des Akzteptablen, aber insgesamt würde man mehr erwarten. Wer Patapon noch nicht kennt oder großer Fan ist, kann allerdings bedenkenlos zugreifen, bekommt er doch das Erlebnis aus 2007/2008 auf moderner Hardware.

  • Immer noch tolles Gameplay mit unverwechselbarem Charme
  • Die HD Auffrischung sieht gut aus
  • Ein paar Quality of Life Features machen das Spiel zugänglicher
  • Umständliche Timing Kalibrierung
  • Multiplayermodus nur für die Nintendo Switch
  • Kein Patapon 3 enthalten
  • Kein zusätzlicher Content (Missionen, Artbook etc.)
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Written by: Steve Brieller

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