Wir hatten die letzten Tage die Möglichkeit, das neue Heave Ho 2 von Le Cartel Studio, gepublished durch Devolver Digital, für euch zu testen, und wir können euch schon vorab verraten: Es hat verdammt viel Spaß gemacht!
Heave Ho 2 ist ein typisches Couch Coop Game, in dem man mit zwei bis vier Spielern gemeinsam versucht, in verschiedenen Welten ans Ziel zu gelangen.
Greifen, Halten, Furzen
Das Spielprinzip ist einfach. Jeder Spieler steuert eine Figur, deren Arme sich ausschließlich über den linken Stick (beim Controller) bewegen lassen. Mit den hinteren Triggern könnt ihr dann die jeweilige Hand schließen. Zudem könnt ihr einen mächtigen Furz aufladen, um euch noch einen extra Boost zu verschaffen oder ungewollte Begleiter loszuwerden.

Man kann das Spiel zwar mit der Tastatur spielen, wir würden aber einen Controller empfehlen. Zuerst war es für uns ein wenig ungewöhnlich, beide Hände mit einem Stick zu steuern, aber im Nachhinein hätte uns eine separate Steuerung pro Hand vermutlich noch mehr überfordert.
Das Ziel ist es, sich durch das Greifen der anderen Spieler an Händen (oder am Kopf) und am Gelände fortzubewegen und verschiedene Level abzuschließen.
Vom Lamm bis zum Taucher

Ihr habt diverse unterschiedliche Figuren zur Auswahl, darunter auch bekannte Gesichter wie „Dave the Diver“ oder das Lamm aus Cult of the Lamb. Neben der Auswahl der Figur könnt ihr euch auch entscheiden, ob ihr mit oder ohne Handschuhe spielen wollt, die zur Hilfestellung ein L und R aufgedruckt haben und sich auch farblich unterscheiden. Mit dem Abschließen von Leveln schaltet ihr neben weiteren Charakteren auch unterschiedliche Gadgets frei, wie Greifhaken oder Kameras, um eure Schandtaten festzuhalten. Die Fürze lassen sich zudem auch customizen.
Miteinander oder gegeneinander, Hauptsache chaotisch
Es gibt zwei verschiedene Spielmodi: die normalen Koop-Level und einen Showdown-Modus, in dem ihr gegen eure Freunde antreten könnt. Diese könnt ihr sowohl im Couch Coop an einem Gerät als auch, erstmals im Vergleich zum Vorgänger, online mit Freunden bestreiten. Dabei ist es zum Beispiel auch möglich, dass an jedem Gerät jeweils zwei Personen spielen. Wir haben es sowohl zu zweit als auch zu viert (2+2) getestet, und es hat ohne Probleme sofort funktioniert. Wenn ihr alleine unterwegs seid, bleibt euch leider nur die Möglichkeit, online nach Mitspielern zu suchen, da ihr mindestens zwei Personen zum Spielen braucht.

Wenn man nicht gerade gemeinsam im Voice Chat sitzt, könnt ihr euch mit einem steuerbaren Pfeil oder einem Emote-Rad verständigen.
Die Level passen sich zudem der Spieleranzahl an. Bei vier Spielern gibt es etwa mehr Hebel, die man ziehen muss, um weiterzukommen, als zu zweit.
Ihr könnt zusätzlich ein kurzes Tutorial spielen, welches euch die Grundlagen beibringt. Dazu lässt sich im Hauptmenü eine Übersicht über die Herausforderungen aufrufen.
Wollen Sie noch ein wenig Senf?
Damit ihr wisst, worauf ihr euch einlasst, holen wir euch kurz ab, was euch in den Welten von Heave Ho 2 so erwartet.
Der Koop-Modus ist in unterschiedliche Welten mit steigendem Schwierigkeitsgrad aufgeteilt, die alle auch einen unterschiedlichen Gameplay Fokus haben. Jede Welt bringt euch dabei eine gewisse Anzahl an Leveln mit jeweils einem Hauptziel und zwei bis drei Herausforderungen.
Bei den Herausforderungen müsst ihr z.B. eine Münze, die im Level versteckt ist, mit zum Ziel bringen oder das Ziel in einer bestimmten Zeit erreichen.
Die erste Welt hat eine Winterthematik, in der es einfach nur darum geht, das Spiel zu lernen und gemeinsam ans Ziel zu kommen. Dabei wirft das Spiel einem einige Hindernisse, wie Seilbahnen, Sprünge und Gegner, die einen mit Schneebällen bewerfen, in den Weg.

In der zweiten Welt müsst ihr wiederum hauptsächlich Rätsel lösen, indem ihr als Team Schlüssel sucht, quasi Memory spielt oder Gegenstände sortiert, um ans Ziel zu gelangen.

Oder ihr findet euch in der Küche wieder, wo ihr mit euren Freunden diverse Gerichte zaubern müsst. Da ist Chaos vorprogrammiert, da es schon mal vorkommen kann, dass ein Spieler im Mixer vergessen wird und mit im Getränk landet, oder aber ein Spieler die Senftube zu gern hat und mehr damit beschäftigt ist, seine Freunde einzusenfen, als zu helfen.

Kopfüber in den Abgrund
Solltet ihr im Koop-Modus in den Tod stürzen oder aufgespießt werden, ist das kein Problem, da ihr einfach wieder respawnt. Von Zeit zu Zeit gibt es Checkpoints, die aber nicht markiert sind. Wenn ihr zu lange braucht, kommt außerdem eine zaubernde Katze (Abrakatzdabra) mit einem Hebel geflogen. Zieht ihr den Hebel, bekommt jeder Spieler einen fliegenden Rettungsring, der einen in der Luft hält. Wir haben diesen jedoch eher als störend empfunden, da er die Bewegung doch ein wenig einschränkt beziehungsweise verändert. Dadurch war er eher nervig als hilfreich. Leider kann man dieser Katze kaum ausweichen und zieht dabei manchmal versehentlich den Hebel. Zusätzlich zur Katze könnt ihr, sobald mindestens 50 % der Spieler das Level abgeschlossen haben, per Joystick auf der Zielplattform eine Drohne spawnen und den restlichen Spielern zur Hilfe eilen (oder ihnen das Leben schwerer machen).

Wenn Freundschaften enden (kurzzeitig)
Neben den Koop-Welten gibt es auch noch den Showdown-Modus, in dem ihr entweder jeder gegen jeden oder in Teams in drei unterschiedlichen Disziplinen antreten könnt. Hier wird es meistens erst richtig turbulent, wenn ihr andere Spieler daran hindert, das Ziel zuerst zu erreichen, einen Hebel zu ziehen oder im Deathmatch am längsten am Leben zu bleiben. Zusätzlich zu den Anforderungen der jeweiligen Disziplin spawnen nach einiger Zeit auch Item Kanister, in denen Gadgets wie Greifhaken, Laserpistolen, die versteinern lassen, oder auch Lichtschwerter enthalten sind.

Wie lange, wie flüssig, wie teuer
Um alle Level zumindest durchzuspielen, braucht man gute 10 bis 15 Stunden. Wenn man dazu noch alle Herausforderungen abschließen möchte, braucht man wahrscheinlich knapp das Doppelte.
Die Performance war auf jedem unserer Systeme absolut flüssig, wobei auch die Systemanforderungen sehr genügsam sind.
Heave Ho 2 gibt es seit dem 16.07. für PC und Switch 1/2 zu einem Preis von 9,99 €, was wir mehr als fair finden.
Wenn ihr euch zuerst selbst von dem Spiel überzeugen möchtet, könnt ihr zumindest auf Steam eine Demo austesten.
Fazit
Heave Ho 2 macht genau das, was man von einem Couch-Coop Spiel erwartet. Es bringt Chaos und jede Menge Lacher mit Freunden auf den Bildschirm. Die Steuerung braucht kurz Eingewöhnung und sorgt während des Spielens auch immer wieder für eine Herausforderung, was aber gar nicht negativ ist,2 sondern unserer Meinung nach Teil des Spielspaßes ausmacht. Die Welten bieten mit ihren unterschiedlichen Gameplay Schwerpunkten genug Abwechslung, um über die gesamte Spielzeit bei Laune zu halten. Auch die Optik und gerade der Sound haben uns sehr gut gefallen und sind einfach passend für so eine Art von Spiel.
Dass Heave Ho 2 erstmals auch online spielbar ist, macht es zugänglicher als den Vorgänger. Kleinere Schwächen wie der beinahe aufgezwungene Rettungsring von der kaum vermeidbaren Katze trüben den Spaß nur minimal. Bei einem Preis von 9,99 € gibt es wenig Gründe, hier nicht zuzugreifen, wenn ihr eine Gruppe zum Zocken habt.
Positiv
- Eingängige, schnell erlernte Steuerung trotz ungewöhnlichem Konzept
- Große Vielfalt durch unterschiedliche Welten mit eigenem Gameplay-Fokus
- Erstmals Online-Modus zusätzlich zum Couch-Coop
- Faire Länge (10–15 Std., mit Herausforderungen deutlich mehr) zum kleinen Preis
- Flüssige Performance bei niedrigen Systemanforderungen
- Es macht mit Freunden einfach riesigen Spaß
Negativ
- Fliegender Rettungsring schränkt die Bewegung eher ein, als dass er hilft
- Der Katze Hebel Mechanismus lässt sich kaum bewusst vermeiden



