Review: God of War Sons of Sparta – Überraschend durchschnittlich

Als Shadow Drop nach der letzten State of Play veröffentlicht, war nicht nur die Überraschung über den Titel selbst groß. Auch die Tatsache, dass man hier Mega Cat Studios beauftragt, mit gerade einmal 24 Mitarbeitern ein 2D Metroidvania God of War zu veröffentlichen, war eine sehr gewagte Idee. Ob der Titel den großen Erwartungen gerecht wird und ob man hier auch ein vernünftiges Metroidvania serviert bekommt, könnt ihr wie immer bei uns im Test nachlesen.

War hier ein Zusammenhang mit God of War wirklich notwendig?

In God of War: Sons of Sparta wird die Geschichte des jungen Kratos erzählt, der gemeinsam mit seinem Bruder Deimos die grausame Ausbildung der Agoge im antiken Sparta durchläuft. Als ein Mitkadett unter mysteriösen Umständen verschwindet, verlassen die beiden heimlich ihre Ausbildung, um ihn zu suchen, und geraten dabei auf eine gefährliche Reise voller Prüfungen, Kämpfe gegen mythische Kreaturen und militärischer Herausforderungen. Während sie sich durch feindliche Gebiete schlagen und die Härte ihrer Heimat sowie die Erwartungen der spartanischen Kultur spüren, wird ihre Brüderbindung auf die Probe gestellt. Gleichzeitig beginnt sich Kratos’ unerbittlicher Charakter zu formen, da er lernt, Pflicht, Stärke und Opfer über alles zu stellen, während ein verborgenes Geheimnis über ihre Mission ans Licht kommt, das nicht nur ihr Schicksal, sondern auch seinen späteren Weg als Krieger maßgeblich beeinflusst.

Bereits 2010 hat God of War: Ghost of Sparta auf der PSP, die Vorgeschichte von Kratos und sein Verhältnis zu Deimos mehr als genug beleuchtet. Der Ansatz, einen noch jüngeren Kratos zu begleiten, ist zwar an sich interessant, wurde aber sehr generisch umgesetzt. In dieser frühen Phase und wie es präsentiert wurde, kann man hier bis auf ein paar Anspielungen und Easter Eggs selbst als Veteran nur ganz wenig Zusammenhänge mit beispielsweise Ghost of Sparta erkennen und bekommt hier eine sehr lieblose, aber dafür eigenständige Geschichte in gut 11-15 Stunden an Spielzeit präsentiert. Immerhin werden größere Abschnitte der Geschichte von Kratos selbst, im Alter der God of War Trilogie erzählt, mit dem originalen Synchronsprecher von damals. Eine wirklich spielerische Motivation wird erst nach mehreren Stunden vor die Füße des Spielers geworfen. Zudem gibt es bis zu den letzten beiden finalen Kämpfen keinen wirklichen großen Gegenspieler. Die verpassen dann der Geschichte einen kurzen Aufwind, bevor es um die Credits, ein paar Dialogen innerhalb von Sparta, den lokalen Multiplayer Modus (Optional) oder dem Erkunden der noch offenen Gebiete geht.

Allgemein macht Sons of Sparta hier nicht zwingend viel falsch, aber auch absolut nichts besonders oder neu. Sowohl die Geschichte als auch der Metroidvania Aspekt des Titels spielt sich nach einer Blaupause ab, die man in unzähligen Spielen aus dem Genre schon weitaus besser umgesetzt gesehen hat. Hinzu kommen viele technische Probleme, die gerade in so einem Titel einfach nicht passieren dürfen. Gegner und Audio (Dialoge) setzen regelmäßig aus, laufen automatisiert gegen Wände, lassen sich von fixierten Stellen zu leicht ausschalten und in eigentlich recht unspektakulären Segmenten des Spiels kommt es regelmäßig zu immensen Framerate-Einbrüchen. Vor allem bei Bosskämpfen auf höheren Schwierigkeitsgraden kann das zu vielen Frustmomenten führen. Zusätzlich hat man einen lokalen Co-Op bereits in der Ankündigung zum Titel verpackt, der aber erst nach dem Durchspielen freigeschaltet wird und sich nur auf Herausforderungen in einem separaten Dungeon beschränkt. Die Tatsache, dass euch Deimos sehr gerne während Bosskämpfen im Weg steht und gerade in einem Metroidvania eigentlich nur für mehr unnötige optische Reizüberflutungen sorgt, als wirklich im Kampf zu helfen, könnte ein Indiz sein, dass man hier ursprünglich das gesamte Spiel als Co-Op Titel geplant hatte. Viele Bosse halten selbst auf Mittel und Leicht so viel aus, dass die Theorie dazu stimmen könnte.

Der Skillbaum ist recht überschaubar und erweitert sich laufend im Spielverlauf

Keine großen Überraschungen (auch nicht spielerisch)

Ist Sons of Sparta ohne den God of War Faktor, wenigstens ein gutes Metroidvania? Sowohl die kurze als auch lange Antwort ist hier eindeutig: Nein. Sowohl Waffen als auch Upgrades sind stilistisch gut auf Kratos zugeschnitten, liefern aber nichts markantes, was man nicht schon um einiges besser in unzähligen Metroidvania Ablegern der letzten Jahrzente gesehen hat. Auch das upgraden selbst und die einzelnen Ressourcen sind sehr minimalistisch gehalten, wodurch alles nur zu einer reinen „Zahl XY geht nach oben“ suche hinausläuft. Die wirklich spannenden Bereiche des Spiels, offenbaren sich im letzten Drittel, wobei kaum ein Abschnitt aufkommt, der wirklich viel kombinieren der einzelnen Fähigkeiten erfordert. Ein Prince of Persia: The Lost Crown oder auch Hollow Knight, fühlen sich in diesem Bereich fast wie in einer komplett anderen Liga an. Der Einsatz eines Speers passt zwar zur Spielreihe und thematisch, ist aber in der Praxis sehr träge umgesetzt. Zusammen mit dem eigentlich für Co-Op ausgelegten Balancing, muss man gerade bei Bossen hunderte generische Angriffe absetzen, um die Lebensleiste runter zu bekommen.

Die einzelnen Schauplätze und Gegenstände sind zwar sehr passend zu den Hauptspielen inszeniert, kommen aber nie an die Qualität die man von God of War gewohnt ist heran. Es fehlt auch definitiv an epischen Momenten innerhalb der Story. Selbst die Bosse sind bis auf ganz wenige Ausnahmen, eher eine Fußnote, gegenüber den Kreaturen und Göttern, die man sonst von God of War gewohnt ist.

Fazit

God of War Sons of Sparta ist leider weder ein guter God of War Ableger, noch ein gutes Metroidvania und verpackt zusätzlich den an sich reizvollen lokalen Multiplayer, hinter einem generischen Dungeon nach Abschluss der Hauptgeschichte. Wer nicht zwingend alles was mit God of War im entferntesten zu tun hat spielen muss, sollte diesen Titel eher komplett auslassen.

+ Genügend Inhalte und versteckte Easter Eggs für 11-15 Stunden an Spielzeit

– Generische Geschichte die wenig zur Saga beiträgt

– Technische Probleme und schlechtes Balancing ziehen sich durchs gesamte Spiel

– Keine Innovation in Sachen Metroidvania Elemente

– Lokaler Multiplayer nur auf einen Modus nach dem Durchspielen beschränkt

– Generisches Gameplay was kaum an die Vielfalt und Brutalität der Saga herankommt

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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