Am 28. Juni 2000 ging mit Diablo 2 ein absoluter Dauerbrenner und der Gottvater der Hack’n’Slay Action RPGs an den Start. 21 Jahre später bekamen Fans mit Diablo 2 Resurrected ein gelungenes Remake, dass eine sehr aktive Community besitzt. Und nun beglückt uns Blizzard aus dem nichts mit Reign of the Warlock. Ein Bezahl DLC, der eine neue Klasse, neue Items, Endgamecontent und lange gewünschte Quality of Life Elemente einführt. Wir haben uns den Warlock geschnappt und uns erneut durch die fünf Akte von Diablo 2 gekämpft.
Wie schwer kann eine Zweihandaxt schon sein

Das Gefühl mit einem neuen Charakter die Höhle des Bösen in Akt 1 zu säubern, in Akt 3 Mephisto im Kerker des Hasses aufzusuchen oder in Akt IV Diablo in seinem eigenen Heiligtum niederzuprügeln, gab es zuletzt mit Lord of Destruction, dem ersten und bis jetzt einzigen Add-On. Und mit dem Warlock hat man eine Klasse zur Hand, die verschiedene Archetypen vereint und uns sehr viel Spaß gemacht hat. Mit reiner Willenskraft kann man nämlich Dämonen an sich binden und diese für einen Kämpfen lassen oder sie sich für Buffs mit „Consume“ einverleiben.

In einem zweiten Skilltree finden sich dagegen die Zauberer unter euch wieder. Dort finden sich Feuer und Miasma basierte Attacken, die allesamt grafisch ansprechend umgesetzt wurden. In der Community wurden allerdings Stimmen laut, die dem Warlock sogar etwas zuviel Effektfeuerwerk nachsagen. Das können wir nur zum Teil nachvollziehen, allerdings bekommt man grafisch aufwendige Effekte wesentlich früher als bei anderen Klassen zu sehen.

Im letzten Skilltree kann man dann die größte Stärke des Warlocks voll ausspielen. Dank seiner magischen Kräfte kann er nämlich Zweihandwaffen in einer Hand halten und gleichzeitig klassenspezifische Bücher oder andere Offhandgegenstände mit sich führen. Passend dazu finden sich im Eldritch Skilltree Fähigkeiten, die Waffen manipulieren und euch so im Nahkampf effektiv machen.
Das wichtigste Feature findet sich in der Truhe

Doch all diese mächtigen Fähigkeiten, die sich für uns teilweise fast overpowered angefühlt haben, verblassen neben einem von der Community vielfach gewünschten Feature. Runen, Edelsteine und Materialien können endlich in der Truhe gestapelt werden und nehmen nicht mehr wertvollen Platz im Inventar weg. Vorbei die Zeiten in denen man „Runebarb3“ angelegt hat, um seine wachsende Runensammlung auszulagern. Als zusätzliches Zuckerl wurde sogar ein Horadrimwürfelfeld in die Truhe integriert, damit man schnell Runen oder Edelsteine craften kann.

Ebenfalls ein wunderbares Feature für Vielspieler ist der neu eingeführte Lootfilter. Durch Anzeigebeschränkungen kam es früher zu dem Fall, dass bei zuvielen Items am Boden, nicht mehr alle Gegenstände angezeigt werden konnten, wodurch man evtl. gutes Loot übersehen hat. Jetzt kann man mittels einstellbarer Filter genau steuern, ob man z.B. weiße Gegenstände überhaupt noch sehen möchte. Das geht hinunter bis zur Art und Qualität des Items, wodurch man Runenwort Rohlinge explizit von einem „weiße Gegenstände Verbot“ ausnehmen kann.

Mehr Terror für alle

Bezüglich Items gibt es zudem weitere positive Neuigkeiten zu vermelden. Neben den speziellen Büchern für den Warlock und einer Änderung von Dolchen (ebenfalls für den Warlock), gibt es zwei Sets, fünf Runenwörter und zwölf Uniques nur in Reign of the Warlock zu finden. Und alles was ihr davon findet wird nun in der sogenannten Chronik festgehalten. Diese Mitschrift wurde von Spielern bis dato mit Webseiten oder externen Tools gemacht und ist nun ins Spiel integriert.

Für das Endgame wurden drei neue Elemente eingefügt. Zunächst wurden die in Resurrected per Patch eingeführten Terrorzonen ausgeweitet und wer Aktbosse in Terrorzonen farmt, kann Gegenstände finden mit denen er einen gesamten Akt terrorisieren kann. Das spielt dem zweiten Element in die Karten, denn die Herolde des Schreckens spawnen mit geringer Wahrscheinlichkeit, wenn ihr ein Bossmonster in einer Terror Zone besiegt. Sobald ihr diesen Gegner dann besiegt habt, könnt ihr im selben Spiel weiter Bosse töten und mehr Heralde anlocken, die noch stärker sind und höhere Chancen auf seltene Gegenstände haben. Zudem sind sie nun die einzige Dropchance auf Sunder Charms, die Immunitäten von Gegnern aufheben können. Nebenbei könnt ihr von Terror Aktbossen fünf Statuen finden, die euch die größte neue Herausforderung bringt: Die Colossal Ancients. Die Urahnen am Berg Arreat sind jedem Spieler bekannt, der sich auf den Weg zu Baal gemacht hat. Nun sind sie in einer wesentlich stärkeren Version zurück und entsprechen vom Konzept Ubertristram (wo ihr Baal, Mephisto und Diablo in einer sehr starken Version besiegen müsst). Als Belohnung erhaltet ihr starke Juwelen zum Sockeln, die eine bessere Version der Regenbogenfacetten darstellen.

Ade Oldschool Optik
Um Reign of the Warlock Negatives abzugewinnen, muss man sich schon anstrengen. Ein winziger Nachteil, wenn ihr einen Charakter in die Reign of the Warlock Ära hebt (so wie man sich früher zwischen Diablo 2 und Lord of Destruction entscheiden musste), ist es, dass ihr den Zugriff auf die Oldschool Optik verliert, da der Warlock und die neuen Items nicht für die alte Engine designed worden sind. Ein ebenfalls kleiner Wermutstropfen ist es, dass die NPCs in den Akten nicht speziell auf den Warlock reagieren bzw. wir zumindest keine neuen NPC Monologe gefunden haben.

Abseits dessen fällt es uns wirklich schwer ein schlechtes Wort über dieses Überraschungsaddon zu finden und wenn man den Reaktionen der Community Glauben schenken darf, geht es den meisten Spielern ebenso. Da taucht für einige auch der alte Glanz von Blizzard wieder auf, den sie im Laufe der Zeit verloren haben.
Fazit
Das Addon Reign of the Warlock erfüllt lang gehegte Wünsche der Community, liefert euch eine gut zu spielende, spannende neue Klasse und baut sein Endgame aus. Aktive Spieler von Diablo 2 können die 25€ hier ohne Nachzudenken ausgeben. Und wer noch keinen Kontakt hatte, kann sich jetzt auch auf Steam die Infernal Edition für 40€ sichern, die Resurrected und das Addon enthält.
Positiv
- Die neue Warlock Klasse macht Spaß und fühlt sich frisch an
- Neuer Endgame Content für Enthusiasten
- Lang gewünschte Quality of Life Verbesserungen
Negativ
- Kein Umschalten auf die alte Grafik mehr
- NPCs reagieren nicht speziell auf den Warlock
- Der Warlock fühlt sich eine Spur zu stark an



