Nachdem wir eigentlich schon sehr überzeugt aus unserer Preview-Session in Paris hinausgegangen sind, hatten wir nun die letzten Wochen die Möglichkeit Ace Combat 8: Wings of Theve ausgiebig im Singleplayer und sogar einige Multiplayer Partien zu testen. Was der Titel alles zu bieten hat und ob sich ein Kauf lohnt, könnt ihr wie immer bei uns im Test nachlesen.
Das Hoffnungssymbol von Theve
Der Weg vom Newbie zum Anführer steht dieses Mal im Fokus der Geschichte von Ace Combat 8: Wings of Theve. Angesetzt 10 Jahre nach den Ereignissen von Ace Combat 7 auf dem Usean Kontinent, wird die Föderation von Zentra Usea (FCU) durch die Repulik Sotoa angegriffen. Der Announce Trailer zeigt auch direkt den Einstieg in die erste Mission, in der ihr als gestrandeter Pilot vom Flugzeugträger Endurance aufgenommen werdet. Nach einer kurzen Vorstellrunde aller Crew Mitglieder, bekommt ihr dann recht flott den Titel Wings of Theve verliehen. Tasha, Coster und Baxter sind eure Begleitpiloten, die bereits in den ersten Missionen weitaus mehr Aufmerksamkeit erhalten, als die meisten Charaktere aus den Vorgängern. Man versucht auch direkt vom ersten Kennenlernen an, allen Charakteren eine eigene Note zu verleihen. Dabei wurde sich bewusst dazu entschieden, den Spieler wie in einem Rail Shooter fixiert durch den Hangar zu leiten, da bei einem komplett freien Erkunden der Umgebung vielleicht doch etwas Langeweile aufgekommen wäre. Trotzdem beschränken sich die Interaktionen mit den Charakteren auf „Drücke X um Hände zu schütteln“. Immerhin dürft ihr aber währendessen etwas vom Kamerafokus abschweifen und beispielsweise Tasha beim Basketball spielen zusehen oder einen Blick auf einen Hund werfen, während euch Baxter seine Lebensgeschichte erzählt. Wer gerne lieber den Hangar selbständig erkunden würde, kann das zumindest in der Multiplayer Lobby mit seinem selbst erstellten Avatar nachholen. In der Kampagne selbst, müsst ihr wie auf Schienen, den Ereignissen der Geschichte folgen.

Die Charaktere an sich sind für die Serie und so eine Art Spiel gut geschrieben und unterhalten euch vor allem während dem Gefecht mit unzähligen Zwischenmeldungen sehr gut. Ihr könnt auch alle paar Minuten simple Ja/Nein Entscheidungen treffen, bei dem ein „Kannst du mich hören?“ mit nein beantwortet, immer noch gut funktioniert und amüsante Reaktionen des Piloten herausholen kann. In der Hitze des Gefechts können diese Interaktionen aber manchmal komplett untergehen, weil die Auswahlmöglichkeit recht flott einfach oben mittig am Bildschirm erscheint. Nach 30 Kampagnen Missionen und rund 15 Stunden an Spielzeit, entwickelt sich die Geschichte dann doch etwas weiter und bietet einige spannende Zwischensequenzen und arbeitet die Beziehungen zwischen euch und den Partnern deutlich aus. Der eigentliche Konflitk des Protagonisten und die Welt „am Boden“ selbst, kommt dafür etwas kurz. Hier hatten wir uns nach den ersten Stunden in Paris doch etwas mehr erwartet. Inszeniert ist das Ganze für die Serie aber phänomenal, auch wenn die Hinweise am Bildschirm weiterhin nur Deko sind und nicht wirklich die Sequenzen relevant beeinflussen. Man ist hier den Weg der besseren optischen Präsentation gegangen, was für so ein Spiel Sinn macht.

Die Story ist für Quereinsteiger, wie üblich für die Serie, immer noch voll gestopft mit typischen Fraktionen und Nationen, die es nur im Spiele Universum gibt, etwas überladen. Immerhin ist aber kaum Vorwissen aus den Vorgänger notwendig. Jede Mission wird ausgiebig in einem Briefing beschrieben und mit kleinen Informationen versehen, warum man überhaupt in das Einsatzgebiet geschickt wird. Gegen dem Ende des Spiels, verliert man sich etwas in sehr merkwürdigen Storyelementen, um nochmals ein paar Angriffe auf die eigene Basis zu rechtfertigen, aber im Gesamtbild, ist das bisher die beste Geschichte, die die Serie auf die Beine gestellt hat. Bei manchen der unzähligen „Ja/Nein“ Antworten, die ihr tätigen könnt, hätte man sich aber trotzdem etwas mehr einfallen lassen können. Oftmals wird ein „Möchtest du XY im Stich lassen: Nein“ gar nicht kommentiert oder ignoriert. Es erreicht zum Glück kein Wolverine Level an „Hand Holding“, aber man hätte die Dialoge etwas sorgsamer schreiben können.

Immersion zieht sich auch durch ins Gameplay
Wie schon in unserer Vorschau angemerkt, erfindet der Titel nicht das Rad neu. Wer den Vorgänger Ace Combat 7: Skies Unknown gespielt hat, wird sich ab der ersten Sekunde wie Zuhause fühlen. Die Waffen und 30 einsatzbaren Flugzeuge wurden stark erweitert und verbessert. Kettenzerstörungen wurden auch neu für diesen Teil integriert und sehen bisher fantastisch aus, obwohl uns nur wenige untergekommen sind. Wenn das Wrack eines zerstörten Flugzeugs mit einem anderen Fahrzeug kollidiert, kann eine Kettenzerstörung entstehen. Dieses Phänomen tritt eher auf, wenn große Fahrzeuge in kleinere Ziele krachen, wenn feindliche Flugzeuge durch Maschinengewehrfeuer zerbrechen oder wenn der Rumpf als feste Masse abstürzt. In der Praxis kommt das aber nur sehr vereinzelt in der Kampagne vor. Uns sind 2-3 Missionen untergekommen, wo ihr genug Bomber auffindet, um diese Kettenreaktion auszulösen. Dafür finden sich im regulären „Dogfight“ kleine nette Details. Zerstörte Gegner retten sich teilweise mit Fallschirmen. das Tanken eurer Flugzeuge hat seine eigene Zwischensequenz (Wenn ihr sie nicht überspringt) und eure Crew versorgt euch laufend passend zur Mission mit dem richtigen Soundtrack.

Bei den größeren Gegenspielern, hätte man jedoch noch etwas mehr an Variation ins Spiel bringen können. Die riesigen Schiffe und Fluzeuge sehen spektakulär aus, werden aber doch sehr oft wiederverwertet. Hier sind zumindest unsere Bedenken aus der Vorschau bezüglich dem Kamerafokus bei wichtigen Sequenzen verschwunden, da egal wo ihr euch gerade befindet, euer Flugzeug gut neu positioniert wird. Falls ihr euch also kurz vor einem Wolkenkratzer entscheidet, dass ihr den Button drücken wollt, stürzt ihr nicht unbeabsichtigt wegen einer Zwischensequenz ab. Regeneffekte und Blitze sehen wieder einmal sehr gelungen aus, kommen aber auch recht selten in der Kampagne zum Einsatz. Man hat, verglichen mit dem Vorgänger, viele Arten von Missionen deutlich reduziert. Beispielsweise ist uns eine Suchmissionen mit versteckten Terroristen nur ein einziges Mal untergekommen und auch Eskortmissionen halten sich in Grenzen. Der Mix wirkt trotz der hohen Anzahl an Missionen sehr gelungen und man muss selten dieselbe Art von Mission, hintereinander spielen. Es gibt natürlich für Enthusiasten weiterhin einige Simulationsspiele im Genre, die das Steuern solcher Flugzeuge noch ein Stück realistischer macht, aber für die breite Masse da draußen, liefert Ace Combat 8: Wings of Theve das aktuell wohl immersivste und schönste Spielgefühl am Markt.

Auch die Personalisierungsmöglichkeiten eurer Flugzeuge wird gut in die Geschichte des Spiels integriert und laufend von Mission zu Mission erweitert. Hier ist etwas nervtötend, dass jegliche gewählte Formation und Teile-Setup mit „Das ist großartig“ kommentiert wird. Hier hätte man leicht varieren können, mit Hinweisen zur jeweiligen Mission, ob man nicht vielleicht doch Anti-Bodentruppen Ausrütung einpacken will, oder nicht. Allgemein spielt sich der Titel aber wie schon der Vorgänger fantastisch. Zwar sind die Hinweise der Crew und Missionsanweisungen oftmals stark überladen und gerade bei einer hohen Anzahl an Zielen, kann man mit dem Wechseln der Ziele etwas durcheinander kommen, aber man kommt nach ein paar Missionen sehr schnell mit dem Chaos zurecht.

Jede Menge Multiplayer Modi und ein umfangreicher Hangar
Während der Testphase hatten wir einige Stunden Zeit, um uns auch im Multiplayer auszutoben. Nach einer kurzen Charakterstellung, die recht überschaubar ist, habt ihr als Hub einen riesigen Hangar-Komplex zur Verfügung. Als Schauplatz für das Spiel ist der Bereich sehr gelungen. Innerhalb der großen Halle findet ihr ein paar Flugzeuge, eine Jukebox und Arcade Maschinen mit ein paar vollständig spielbaren Bandai Klassikern, wie Pac-Man, Galaga, Rally-X oder auch Dragon Spirit. Neben Ace Combat Zero: The Belkan War als Vorbestellerbonus, ein weiterer netter Zeitvertreib neben dem Hauptspiel.

Wir konnten Co-Op Assault/Warfare, Scramble und Deathmatch inklusive Team Deathmatch mit drei rotierenden Karten pro Modus ausprobieren. In Scramble arbeitet ihr in einem vier Spieler Team zusammen um einen Bossgegner gemeinsam zu besiegen und in Emergency Sortie, sogar mit acht Spielern. Trotz der niedrigen Spieleranzahl in dieser limitierten Phase, haben wir recht schnell Matches auf der PS5 gefunden und hatten keinerlei technische Probleme oder Lags in den Runden.

Selbst hitzige Deathmatch Gefechte liefen eigentlich komplett problemlos ab. Natürlich können wir nicht sagen, wie das ganze zum Launch laufen wird, aber der erste Eindruck zum Multiplayer war sehr positiv. Es fehlt auf jeden Fall nicht an der Vielfalt an Modi. Sowohl alle, die viel Wert auf PVP/competitive legen, als auch alle entspannten Co-Op Spieler, dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.

Es lassen sich alle Matchmaking Präferenzen bis aufs kleinste Detail anpassen und man kann auch sein eigenes Geschwader erstellen, oder anderen beitreten. Durch den Mix an Modi, dürfte der Multiplayer in diesem Teil nicht nur von Profis überschwemmt werden, sondern auch Neulingen genug Möglichkeiten bieten sich auszutoben. Es lassen sich auch, wie schon im Singleplayer, Trainingsszenarien erstellen, um sich mit Bodentruppen oder Luftkämpfen vertraut zu machen. Etwas ärgerlich ist, dass man während dem Matchmaking im Multiplayer mit keinerlei der anderen Punkte im Hub interagieren kann, also seid ihr auf Emotes und Kommunikation im Chat beschränkt, während ihr darauf wartet, dass ein passendes Match gefunden wird. Zusätzlich sind die vielen Belohnungen per Ace Pass und diversen Herausforderungen die ihr laufend erhaltet, etwas unübersichtlich gestaltet und wie vieles im Spiel, ein wenig überladen. Immerhin könnt ihr alle pro Fenster auf einmal akzeptieren, was es ein Stück weniger mühselig macht.

Am meisten überzeugt uns der Titel definitiv mit seiner Präsentation und der technische Performance. Durch die Tatsache, dass selbst in der Geschichte eine eigene Crew-Band vorkommt, ist der Soundtrack das gesamte Spiel über ein wichtiger Bestandteil und absolut gelungen. Die Flugzeuge sehen großartig aus und glänzen besonders in Action innerhalb der einzelnen Missionen und werden sogar von diversen Wettereffekten beeinflusst. Aus technischer Sicht hatten wir in rund 20 Stunden mit dem Titel, keinen einzigen Absturz auf einer PS5 Pro im Qualitätsmodus.

Ace Combat 8: Wings of Theve erscheint 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Hier könnt ihr den Titel bereits vorbestellen.
Fazit
Ace Combat 8: Wings of Theve erfindet die Serie zwar nicht neu, liefert dafür aber das bislang umfangreichste Gesamtpaket und präsentiert die Geschichte so eindrucksvoll wie kein Teil zuvor. Mit einer 30 Missionen umfassenden Kampagne, immersiven First-Person-Zwischensequenzen und einer stärkeren Bindung zu euren Crew-Mitgliedern erwartet euch eine der bisher besten Kampagnen der Reihe.
Für Veteranen fallen die Neuerungen mit einigen Quality-of-Life-Features und zusätzlichen Animationen zwar eher überschaubar aus. Wer allerdings bereits mit dem Vorgänger seinen Spaß hatte, kann mit Ace Combat 8 definitiv nichts falsch machen.

Positiv
+ Umfangreiche Kampagne mit einem guten Mix aus Missionsarten
+ First Person Immersion und gut geschriebene Charaktere helfen um die Geschichte auf ein neues Level zu heben
+ Soundtrack und Performance überzeugen das gesamte Spiel über
Negativ
– Story erkundet etwas zu selten die aufgebaute Dramatik um den Protagonisten und Ereignissen am Land selbst
– Nicht alle Entscheidungsmöglichkeiten sind wirklich notwendig gewesen und können hin und wieder im überladenen Kampfgeschehen stören
– Für Fans vom Vorgänger etwas wenig an wirklichen Neuerungen


