Rechte bei Microsoft – Remedy schreibt Fortsetzungen zu Alan Wake und Quantum Break ab

Das finnische Entwicklerstudio Remedy ist heutzutage vor allem bei der jüngeren Spielergeneration nur noch wenigen einen Begriff. Zum ersten Mal für Aufsehen sorgte man Anfang der 2000er Jahre mit den Titeln Max Payne 1 und 2, die sich dank der sogenannten Bullet-Time von der Konkurrenz positiv abhoben. Fortan unter der Schirmherrschaft von Take 2s Publishinglabel Rockstar Games wurde es lange Zeit still um das Unternehmen, bis man sich im Mai 2010 mit dem Pyscho-Thriller Alan Wake fulminant und exklusiv für die Xbox 360 zurückmeldete.

Das Spiel über den gleichnamigen Autor, dessen Inspirationsquellen auf der Kultserie Twin Peaks und den Werken von Stephen King beruhten, konnte durch seine spannend inszenierte und mysteriöse Story bei vielen Kritikern punkten. Was folgte waren zwei DLCs sowie ein Spin-Off für die Xbox Live Arcade, ehe man drei Jahre später bereits seinen nächsten Titel exklusiv für die Xbox One, mit dem Namen Quantum Break ankündigte!

Dieser erschien am 05.April 2016 und wusste wie schon Alan Wake mit einer spannenden Handlung und echten Schauspielern zu begeistern. Der Mix zwischen einem Videospiel- und einer TV Serie sorgte zwar für frischen Wind im Shooter-Genre, trotzdem blieb man weit hinter seinen Erwartungen als Triple AAA Titel zurück, so wie schon damals bei Alan Wake. Als dann auch noch bei der diesjährigen E3 in Los Angeles mit Control ein völlig neues Franchise präsentiert wurde, stellt sich für viele  Fans nun die Frage: Wo bleiben denn die Fortsetzungen zu Alan Wake und Quantum Break?

Antworten auf diese Fragen gab nun jüngst der CEO von Remedy, Tero Virtala in einem Interview mit Gamesindustry. Dessen Aussagen zu Folge wollte man sehr wohl Story-fokussierte Titel wie Alan Wake zu langlebigen Marken machen. Doch hier kommt ein frustrierendes Problem zu tragen, das in der Videospielindustrie weit verbreitet ist: Wenn die Rechte für ein Spiel beim Publisher und nicht beim Entwickler landen! Hierzu äußerte sich Virtala wie folgt:

Man lernt aus seinen Erfahrungen. Das gilt natürlich für die kreative Seite, aber im Besonderen für die Business-Seite einer Gaming-Produktion. Wir sind in der Lage, exzellente Spiele zu entwickeln. Aber die Art von Spiel, die wir machen, mit fesselnden Figuren und Welten, eindrucksvollen Geschichten – solche Spiele entwickelst du in der Regel als Grundbausteine für Franchises, die für lange Zeit lebendig bleiben sollten. Und jetzt [bei Quantum Break] endeten wir zum zweiten Mal an einem Punkt, wo wir die ganze Grundlagenarbeit geleistet hatten, ohne dass wir darauf aufbauen konnten.“

Diese Aussagen betreffen in diesem Fall explizit Microsoft, wie der CEO fortführt:

„Alan Wake war wirklich interessant, aber eben auch eine Zusammenarbeit mit Microsoft. Aufgrund diverser Ursachen bekam es nie einen Nachfolger. Mit Quantum Break war es das gleiche. Wir steckten jede Menge Arbeit in die Welt, die Figuren, die Geschichten, aber es bleibt eine Microsoft-Marke. Sie haben entschieden, es nicht fortzusetzen. Wenn wir eine Marke besitzen, liegt die Entscheidung bei uns, wie wir entwickeln und welche kreativen Entscheidungen wir treffen.“

Fehler, die sich  mit Control nicht wiederholen sollen! Diesmal behält Remedy die Rechte bei der eigenen Marke, um im Falle eines Erfolgs nun endlich darauf aufbauen zu können. Uns konnte Control auf der E3 jedenfalls überzeugen, womit man sich einen Platz in unserer Liste der Top 5 Spiele der E3 ergattern konnte.

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Written by: Manuel Barthes

Passionierter Achievementjäger und Manga-Experte