Rapper Soulja Boy macht sich mit dem Verkauf von Bootleg-Konsole lächerlich

Eine Videospielkonsole ist eigentlich unglaublich harte Arbeit: Vom Grundkonzept über das Design bis zur Manufaktur braucht es ein ganzes Team an Spezialisten und jede Menge Zeit bis eine Konsole fertiggestellt werden kann. Rapper Soulja Boy hat letzten Monat jedoch einen wesentlich einfacheren Weg gefunden. Über Japan mal schnell ein paar tausend Billig-Konsolen bestellen, auf denen sich Emulatoren für ältere Konsolen befinden und diese dann über den hauseigenen Store unter eigenem Namen weiterverkaufen. Für das Doppelte des Einkaufspreises. Boom, so macht man Gewinn!

Genau so sehen hochwertige Produkte aus!

Was Soulja Boy natürlich nicht bedachte, ist der Fakt, dass die emulierte Software auf der Konsole und dem Handheld im Prinzip illegal ist und jedes einzelne der Spiele einen Rechtsinhaber besitzt. Damit ist bereits der Download einer einzelnen ROM strafrechtlich bedenklich, doch der offizielle Verkauf von Hardware mit besagten ROMs eine beträchtliche Strafttat. Das Startmenü von Soulja Boys Konsole sieht derweilen so aus:

Mit über 800 vorinstallierten Spielen verschiedener Konsolen (und einem SD-Kartenslot, über welchen man noch mehr ROMs laden kann), an denen Soulja Boy die Rechte zu keinem einzigen besitzt, ist der Verkauf der „SouljaGame“ alles andere als ein kleines Vergehen. Gerade der Nintendo-Konzern, von dem insgesamt fünf Emulatoren enthalten sind, hat bei der Nutzung seiner Inhalte durch Dritte immer besonders hart durchgegriffen. So wurden erst letztes Jahr durch Nintendos Einfluss einige der führenden Seiten zum Download von ROMs aus dem Netz genommen. Als mehrere Internet-Nutzer Soulja Boy auf eine mögliche Klage seitens Nintendo hinwiesen, antwortete dieser auf Twitter mit einem taktlosen, homophoben Kommentar.

Wahrlich, die Anwort eines echten Genies und Gentlemans.

Der Rapper beharrte darauf die Konsolen weiterzukaufen mit der Behauptung, dass niemand ihn jemals deswegen klagen würde. Ende Dezember kam die Klage von Nintendo aber doch, und als Strafmaß drohte die Möglichkeit von 10 bis 20 Jahren Gefängnis. Inzwischen hat Soulja Boy seine Twitter-Posts gelöscht und die Bootleg-Konsolen aus seinem Online-Shop genommen – anscheinend hatte da doch jemand Angst vor Nintendo. Schade, denn ursprünglich hatte er sogar vor, seine Produktpalette durch zwei weitere Konsolen, die“Soulja Game Fuze“ und den „Soulja Boy Mini“, zu vergrößern.

Mit 400 Dollar wäre die Fuze ein Schnäppchen für jeden Gamer geworden.
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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger