Der sehr erfolgreiche Anime My Hero Academia bekommt eine weitere Videospielumsetzung mit MY HERO ACADEMIA: All’s Justice. Bandai Namco hat es uns ermöglicht vorab eine handvoll ausgewählter Missionen in verschiedenen Modi sowie den vollen VS Modus am PC anzuspielen. Lest hier unseren Ersteindruck des Arena Fighters von Byking Inc..
Im Fokus stehen Staffel 7 und 8
In der Welt von My Hero Academia besitzen etwa 80% aller Menschen jeweils eine spezielle Fähigkeit, die sie zum Guten oder zum Bösen nutzen können. Logischerweise gibt es daher Superhelden und Schurken, die gegeneinander kämpfen. Der Anime verfolgt in diesem Rahmen die Story von Izuku Midoriya einem Jungen, der zu Beginn noch ohne spezielle Fähigkeit (im englischen „Quirk“) durchs Leben geht, aber dann vom stärksten aller Helden All Might mit einem Quirk ausgestattet und in der U.A. High School für Helden aufgenommen wird.

Inzwischen umfasst der Hauptanime acht Staffeln und ist seit Dezember 2025 abgeschlossen. Daher konzentriert sich All’s Justice im Story Modus auf die letzten beiden Staffeln und weniger auf den Beginn der Geschichte. In unserer Previewsession hatten wir im Story Modus zudem nur vier späte Kapitel zur Auswahl, die sich mit dem Kampf Katsuki Bakugo vs. All For One beschäftigen. Das Spiel richtet sich also definitiv an Fans des Animes, die mit der Geschichte Schritt gehalten haben. Alle anderen spoilern sich im Story Modus massiv den Manga/Anime. Das liegt insbesondere auch daran, dass die Bilder und Videos der Zwischensequenzen aus dem Manga entnommen und teilweise animiert worden sind.
Ohne Rücksicht auf Verluste
Unter dieser Prämisse steigen wir also direkt in einen zentralen Storykampf ein und werden erst einmal verprügelt, während rund um uns herum die Arena und damit Gebäude kaputt gehen. Die AI ist zwar nicht sonderlich stark eingestellt, aber ohne die Übung der vorangegangen Kapitel müssen wir uns natürlich zuerst einmal zurechtfinden. Wer die Vorgänger MY HERO ONE’S JUSTICE 1 und 2 gespielt hat, wird sich aber recht schnell heimisch fühlen. Wir konnten mit einer kurzen Runde im Tutorial und Trainingsmodus uns jedenfalls mit dem Grundkonzept vertraut machen und konnten so unseren Sieg erringen. Wichtig war dabei jedenfalls der Rising Modus der euren Kämpfer temporär in einen aufgepowerten Zustand versetzt und zudem eure Spezialattacke verstärkt.

Das zentrale Element des Kampfsystems ist aber wieder ein Schere, Stein, Papier Prinzip, das mit normalen, unblockbaren und aufladbaren Angriffen arbeitet. Normale Attacken sind schneller als unblockbare Angriffe und die aufladbare Version absorbiert normale Attacken, während die unblockbaren Angriffe ihrem Namen gerecht werden und durch Blocks hindurchgehen. Desweiteren gibt es Movement Optionen wie Dashen, Springen und viele der Angriffe sind auch gut geeignet um Distanzen zu überbrücken. Je nach Szenario besteht euer Team aus bis zu drei Kämpfern, die ihr dynamisch auswechseln könnt und die sich durch ihre Quirks, ihr Movement und ihren Attacken unterscheiden. Kämpfe sind dann zuende, wenn auf einer Seite alle Charaktere besiegt sind.

Team Up Missions für mehr Abwechslung

Die vier Kapitel des Story Modus haben sich in zwei Zwischensequenzen und zwei Kämpfe aufgeteilt. Es scheint so, als ob sich das durch den gesamten Modus zieht und Abwechslung eher durch die Team Up Missions und das Hero’s Diary auftaucht. Diese beiden Modi konnten wir ebenfalls kurz anspielen und sie beschäftigen sich im Fall der Team Up Missions mit Übungseinheiten in einer virtuellen Realität der Highschool und Kurzgeschichten der einzelnen Schüler. Storytechnisch gibt es in beiden Modi neues zu sehen und keine 1 zu 1 Wiederholung des Animes.

In den Team Up Missions durchlauft ihr mit einem größtenteils selbstgewählten Team aus Schülern Trainingseinheiten. In einer der beiden spielbaren Missionen wird beispielsweise ein historischer Kampf für die Gruppe nachgestellt und neben dieser Herausforderung dreht auch noch die künstliche Intelligenz eines programmierten Superschurken in der Simulation durch. Richten darf es natürlich dann euer Team. Wenn ihr zwischen den Hauptzielen noch andere Aufgaben gelöst habt, dann verstärkt sich dadurch euer Team in den drei verschiedenen Kategorien Attack, Cure und Result. Letzteres verbessert eure Punkte, die schlussendlich für eure Missionsbewertung relevant werden. Attack und Cure verbessern dagegen das was man erwarten würde, nämlich euren Angriffswert und wieviel ihr heilt.
Heldentagebücher

Der oben erwähnte Hero’s Diary Modus zeigt kurze und zuvor nirgends aufgetauchte Hintergrundgeschichten aller storyrelevanten Schüler und teilt sich, wie der Story Modus, in reine Zwischensequenzen und interaktive Kämpfe/Aufgaben auf. Jeder Schüler hat drei solcher Einträge und während der Humor nicht zu kurz kommt, fühlt sich das nach eher wenig Content an. Das gilt vor allem deswegen, weil wir bei den für uns drei spielbaren Figuren (Minoru Mineta, Eijiro Kirishima, Mina Ashido) in weniger als einer Stunde durch waren. Dabei haben wir u.a. Katzen auf einem Spielplatz „gesammelt“, Sparringskämpfe durchgeführt und Dialogen gelauscht. Das war nett, aber, wie gesagt, nicht abendfüllend.

Neben den Kämpfen, die sich in der Preview nur durch die Anzahl an Gegnern in der Arena wirklich unterschieden haben, kann man dazwischen auch mit anderen Charakteren sprechen und deren Minimissionen erfüllen, sich in Shops heilen, in Minispielen partizipieren und zum nächsten Missionsziel laufen. So mussten wir z.B. Checkpoints abklappern oder unseren flüchtenden Lehrer einfangen. Leider waren diese Sequenzen sehr unsauber zum Steuern, da unsere Figur gern an Hindernissen hängen blieb und die Kamera sich auch eher suboptimal verhält. Wir hoffen, dass der Team Up Modus in seiner Gesamtheit noch ein paar bessere Aufgaben parat hält.

Einmal alle Kämpfer bitte

Zuletzt konnten wir noch unbeschränkt den normalen VS Modus spielen. Dabei wählt man sein und das gegnerische 3er Team und gibt sich dann auf die Mütze. Die Auswahl an möglichen Protagonisten ist dabei inkl. Vorbesteller DLC bei sage und schreibe 68 Helden und Schurken. Diese Zahl wird ein klein wenig relativiert, da es teilweise nur verschiedene Varianten einer Person sind, aber nichtsdestotrotz wird wohl jeder Fan seine Lieblingstruppe zusammenstellen können.

In Sachen Stages gibt es neun Stück, aber wir konnten keinen großartigen Unterschiede feststellen, die über die Optik hinausgehen. Eine Ausnahme bilden Gebäude, die euch etwas Sicht wegnehmen und z.B. auf Okuto Island am Strand schlicht nicht vorhanden sind. Der Einfluss aufs Gameplay bleibt aber gering.

Online konnten wir uns leider noch nicht prügeln, aber inhaltlich dürfte sich auch dort nichts im Vergleich zu den offline Modi ändern. Alles in allem hatten wir in der Preview Spaß an den knalligen Kämpfen, aber der Team Up Mission Modus wird entscheiden, ob man im Single Player voll auf seine Kosten kommen wird. Lange muss man auf die Vollversion jedenfalls nicht mehr warten, denn bereits am 6. Februar erscheint MY HERO ACADEMIA: All’s Justice für Playstation 5, Xbox Series X|S und den PC (Steam).


