Preview: Code Vein II angespielt – Knackig, anpassbar und mehr Fokus auf die Geschichte

Nachdem wir bereits nach einer ausführlichen Präsentation ein wenig auf die Geschichte von Code Vein II hier eingehen konnten, hatten wir nun die Möglichkeit den Titel einige Stunden bei Bandai Namco in Frankfurt anzuspielen. Was die ersten Bosse zu bieten hatten und wie der Aufbau mit zwei Zeitebenen in der Praxis wirklich den Spielverlauf ändert, könnt ihr wie immer bei uns in der Vorschau nachlesen.

Mehr Charaktere und Schauplätze auf verschiedenen Ebenen

Code Vein II erzählt eine komplexe Geschichte, in der die Charaktere durch Blut, Schicksal und Bestimmung miteinander verbunden sind. Die Handlung spielt in einer Zukunft, in der die letzten Menschen und die Revenants in einer Welt am Rande des Zusammenbruchs ums Überleben kämpfen. Nach dem plötzlichen Auftauchen einer Bedrohung namens Luna Rapacis verlieren viele Revenants den Verstand und verwandeln sich in gefährliche Kreaturen, die als Horrors bekannt sind.

Vor 100 Jahren versammelte sich die Revenant-Gesellschaft, um ein mysteriöses Phänomen namens Die Wiederkehr (The Resurgence) zu versiegeln, da dieses Lebewesen in willenlose Monster verwandelt. Das Ritual scheiterte und brachte eine neue Bedrohung hervor: die Luna Rapacis. Revenants verlieren nach und nach ihr Selbst und verwandeln sich in geistlose Horrors, die die Auswirkungen der Wiederkehr beschleunigen.

Die Spielenden übernehmen die Rolle eines Revenant-Jägers und werden von einem geheimnisvollen Mädchen namens Lou begleitet, das die Fähigkeit besitzt in die Vergangenheit zu reisen. Gemeinsam greifen sie in entscheidende historische Ereignisse ein, um das Schicksal wichtiger Revenants zu verändern, Geheimnisse aufzudecken und den Lauf der Geschichte neu zu schreiben. Lou MagMell opfert einen Teil ihres Herzens, um den Protagonisten zu retten. Die Art wie das Studio dieses Mal die Charaktere und die Welt dem Spieler näher bringen will, überzeugt etwas mehr als noch im Vorgänger. Zwischensequenzen wirken hochwertiger, inklusive den Synchronsprechern und die begehbaren Sequenzen um den Hintergrund der einzelnen Partner zu erfahren, bringen zusätzlich ein wenig mehr interaktive Komponenten mit hinein, wenn auch nicht wirklich neu oder innovativ integriert.

Mit über 4 Millionen verkauften Exemplaren von Code Vein, war das Sequel keine Überraschung. Neue Spieler muss man aber dennoch abholen und so konnten wir in der Preview bereits ein kurzes Tutorial in der Vergangenheit spielen. Dieses war von Schlauchpassagen durchzogen, gab aber eine Vorstellung der ersten Hauptcharaktere und Begleitern. Danach gab es einen Sprung in die Gegenwart, der etwa fünf Stunden Spielzeit überbrückt hat. Durch diesen abrupten Wechsel, mussten wir uns in relativer kurzer Zeit mit vielen Eigenheiten des zweiten Teils beschäftigen, die man normalerweise sehr personalisiert, Schritt für Schritt erlernen würde. Dadurch haben die beiden Bosse im spielbaren Build eine ordentliche Herausforderung dargestellt.

In der ersten großen Hauptmission beauftragt euch Josée, die Verschmutzung des Wassers in der Versunkenen Stadt zu beseitigen. Verursacht wird sie durch ein Wesen namens Metagen-Überrest, das sich im Dungeon des Versunkenen Pylons befindet. Damit wurden wir auch direkt, nach ein wenig Einspielen, in den ersten großen Bosskampf geworfen. Nach ein paar erfolglosen Versuchen, haben wir unseren Build angepasst, neue Waffen ausprobiert, Blutcodes gewechselt und konnten erste Erfolge erzielen. Die Movesets des Bosses sind trotz Hilfe durch euren Begleiter eine ordentliche Herausforderung (Die meisten Teilnehmer am Event, sind hier bereits verzweifelt). Natürlich wird es im finalen Spiel ein wenig besser, wenn man mehr Zeit hat sich mit den vielen Charaktereigenheiten, die Code Vein II zu bieten hat, auseinanderzusetzen, aber die Bosse geben euch dennoch recht wenig Zeit euch von ihren Angriffen zu erholen.

Partner sind, wie schon im Vorgänger, weiterhin ein großer Bestandteil des Spiels und können jederzeit weggeschickt werden, wenn ihr eine zusätzliche Herausforderung haben wollt. Dieses Mal wird das Partnersystem zusätzlich um Blutopfergaben erweitert. Jedes Heilen durch eure Partner bekommt einen Timer und wird schwächer, je öfter es im Kampf notwendig war. Wer sich also das Spiel wesentlich einfacher machen will, sollte seine Partner gut wählen und immer mit dabei haben. Die neuen Versuche, die euch die Blutopfergaben liefern, sind teilweise gerade für Bosskämpfe essenziell.

Gameplayvielfalt als neues Herzstück

Neben den vielen neuen Drain und Formae (über 200) Attacken, die in der Praxis sehr interessant und anpassbar gewirkt haben, wird auch der Weg den ihr gegangen seid nachgezeichnet und kann per Button aktiviert werden. Anstatt euch den Weg zur Quest vorzuzeigen, seht ihr dadurch was ihr alles im Dungeon schon erkundet habt, was unnötiges backtracking ein wenig reduziert. Formae sind übernatürliche Kräfte, die Waffenangriffe verstärken, Fernangriffe ermöglichen, Statusveränderungen verursachen und vieles mehr. Sie können flexibel offensiv oder defensiv eingesetzt werden. Wir konnten nur ein sehr begrenztes Set davon ausprobieren, aber jede einzelne Forrmae, veränderte das Gameplay und die einzelnen Kampfanimationen enorm.

Jails, als das Pendant zu den Blood Veils aus dem ersten Teil, sind auch wieder zurück und erlauben das Absaugen von Blut. Formae und co. benötigen einiges an Blut, also bleibt es weiterhin ein wesentlicher Teil der Kämpfe, genau einzuteilen, wann ihr im Kampf ein wenig Blut vom Gegner oder Boss absaugt. Trotz der Erfahrung mit unzähligen Soulslike Titeln über die Jahre, bietet Code Vein II dennoch mehr als genug Anreiz, sich mit den neuen Fähigkeiten und Blutcodes näher auseinander zu setzen, um seinen idealen Build zu finden. Wenn ihr euch bereits vor dem offiziellen Launch des Spiels zu den einzelnen Blutcodes und co. einlesen wollt, findet ihr hier bereits offizielle Guides.

Ein großes Manko ist definitiv die Kamera und die Überladung durch Effekte im Kampf selbst. Gerade beim eigentlich etwas kleineren zweiten Boss, waren wir die meiste Zeit im Boss drinnen und konnten kaum einordnen, was der Gegenspieler gerade optisch für eine Animation ausführt. Trotz der klassischen Option des Gegner fixierens, war das Erlebnis kaum vergleichbar mit anderen größeren Titeln im Genre. Hier wird hoffentlich vor allem bei den Bossen bis zum Release noch ein wenig nachgebessert. Auch ein paar der Kostüme und Waffen, haben einige amüsante Zwischensequenzen produziert, da nicht alles ideal ineinandergegriffen hat. Aber diese Probleme kommen in Soulslikes, die viele Möglichkeiten bei der Charakterstellung anbieten, dann doch des Öfteren vor und altbekannt.

Attribute hängen vom ausgerüsteten Blutcode ab. Übersteigt die Bürde eure Attribute, treten verschiedenste Effekte auf. Beispielsweise erhält ihr für Stärke mehr Nahkampfschaden, verfehlte Angriffe kosten aber zusätzliche Ausdauer. Damit borgt sich der Titel wieder ein aktuelleres Element aus einigen soulslike Titeln, etwas mehr Risiko einzugehen, für mehr Schaden, Leben oder andere positive Buffs.

Spielbare Gebiete in unseren 2-3 Stunden mit dem Preview Build umfassten: Die versunkene Stadt und der Dungeon der versunkene Pylon und Insel von MagMell (Prolog). Gerade im Dungeon, waren die klassischen Höhlenerkundungen, Aufzüge und Leitern vielfach vertreten, aber andere Schauplätze öffnen sich dafür umso mehr und lassen sich per Motorrad erkunden. Es macht auch wesentlich mehr Spaß die Welt zu erforschen, da alle NPCs die uns untergekommen sind, gute Konversationen zu bieten hatten, bei denen sich ein kurzer Stopp auch lohnt.

Die hohe Anpassbarkeit eurer Builds, zusammen mit dem ohnehin schon umfangreichen Charakter Editor aus dem Vorgänger und eine deutlich interessanter wirkendere Geschichte, lassen Code Vein II definitiv sehr vielversprechend wirken. Wir sind sehr gespannt, was der Rest des Spiels noch zu bieten hat, wie sich die einzelnen Partner und Hauptgeschichten in der Vergangenheit und Gegenwart ergänzen und wie ausgefallen die restlichen offenen Schauplätze und Bosskämpfe noch werden. Wenn die Kameraführung bis zum Launch noch ein wenig mehr Feinschliff bekommt und vor allem die Gegnervielfalt im restlichen Spiel spannend bleibt, steht dem Erfolg zumindest für Fans des Vorgängers, nichts im Weg.

CODE VEIN II erscheint am 30. Januar 2026 und kann bereits für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC via Steam vorbestellt werden.

Unseren Test zum ersten Teil, findet ihr hier.

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Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

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