Preview: Ace Combat 8: Wings of Theve – VR ist tot, lang lebe First-Person-Immersion 

Wir konnten auf Einladung von Bandai Namco Entertainment den nächsten Ableger der Ace Combat Serie einige Stunden in Paris vorab anspielen. Wie uns die ersten Missionen gefallen haben und wie stark der neue Fokus auf die Story sich bisher auswirkt, könnt ihr wie immer bei uns in der Vorschau nachlesen.

Das Hoffnungssymbol von Theve

Der Weg vom Newbie zum Anführer steht dieses Mal im Fokus der Geschichte von Ace Combat 8: Wings of Theve. Angesetzt 10 Jahre nach den Ereignissen von Ace Combat 7 auf dem Usean Kontinent, wird die Föderation von Zentra Usea (FCU) durch die Repulik Sotoa angegriffen. Der Announce Trailer zeigt auch direkt den Einstieg in die erste Mission, in der ihr als gestrandeter Pilot vom Flugzeugträger Endurance aufgenommen werdet. Nach einer kurzen Vorstellrunde aller Crew Mitglieder, bekommt ihr dann recht flott den Titel Wings of Theve verliehen. Tasha, Coster und Baxter sind eure Begleitpiloten, die bereits in den ersten Missionen weitaus mehr Aufmerksamkeit erhalten, als die meisten Charaktere aus den Vorgängern. Man versucht auch direkt vom ersten Kennenlernen an, allen Charakteren eine eigene Note zu verleihen. Dabei wurde sich bewusst dazu entschieden, den Spieler wie in einem Rail Shooter fixiert durch den Hangar zu leiten, da bei einem komplett freien Erkunden der Umgebung vielleicht doch etwas Langeweile aufgekommen wäre. Trotzdem beschränken sich die Interaktionen mit den Charakteren auf „Drücke X um Hände zu schütteln“. Immerhin dürft ihr aber währendessen etwas vom Kamerafokus abschweifen und beispielsweise Tasha beim Basketball spielen zusehen oder einen Blick auf einen Hund werfen, während euch Baxter seine Lebensgeschichte erzählt.

Die Charaktere an sich sind für die Serie und so eine Art Spiel bisher gut geschrieben und unterhalten euch vor allem während dem Gefecht sehr gut, mit unzähligen Zwischenmeldungen. Ihr könnt auch alle paar Minuten simple Ja/Nein Entscheidungen treffen, bei dem ein „Kannst du mich hören?“ mit nein beantwortet, immer noch gut funktioniert und amüsante Reaktionen des Piloten herausholen kann. In der Hitze des Gefechts können diese Interaktionen aber manchmal komplett untergehen, weil die Auswahlmöglichkeit recht flott einfach oben mittig am Bildschirm erscheint.

Eine weitere interessante Entscheidung, neben dem starken Fokus auf die Geschichte, ist, dass euer Protagonist vollkommen stumm ist und relativ früh im Spiel einen Tom Cruise „lookalike“ (Cope) nach einer kurzen Tutorial Vorstellung an die Seite gestellt bekommt. Neben dem Aufbau eurer Crew Mitgleider und der Beziehung zu den einzelnen Charakteren, wird auch relativ schnell ein erstes großes Mysterium aufgebaut, das in den spielbaren Missionen bei weitem nicht geklärt wird. Auf Details verzichten wir aus Spoilergründen natürlich. Als Ansporn für den Spieler wirkt dieser Storybestandteil sehr gelungen und ist ein ein erster Hinweis auf die Qualität der Geschichte. Wir haben bisher keine Infos zur vollständigen Missionsanzahl erhalten, aber falls der Titel wieder 20 Missionen in der Kampagne zu bieten hat, konnten wir fast ein Drittel des Spiels begutachten. Der neue Fokus auf die Story Immersion und Präsentation zieht sich, im Gegensatz zu Teil 7, durchs gesamte Spiel. Ihr könnt während Missionen spannende Ereignisse direkt in den Fokus holen (Nicht nur den Verlauf eurer Raketen wie im Vorgänger) und das geht interessanterweise auch mitten im Gefecht. Die Mission läuft zwar während der Sequenz weiter, aber wir haben es dennoch geschafft währenddessen nicht in irgendwelchen Gebäudefassaden zu landen.

In Sachen First Person Immersion geht man teilweise soweit, dass bestimmte Sequenzen sogar aus der Sicht einer Handykamera, die die akute Szene filmt, gezeigt werden. Solche Sequenzen nehmen glücklicherweise aber nicht überhand.

https://www.youtube.com/watch?v=eifYpw6YxgA

Die neuen Features im Überblick

Im Bezug auf die Begleitpiloten gibt es eine große Neuerung in Ace Combat 8. Ihr könnt ihnen per Richtungstaste vier verschiedene taktische Anweisungen geben. Verteilter Angriff (Die Flügelmänner bewegen sich unabhängig vom Spieler, wobei jeder ein anderes Ziel angreift), Frontalangriff (Greift den Gegner an, den der Spieler gerade anvisiert), Einsatz von Spezialwaffen und Deckung (Die Flügelmänner positionieren sich hinter dem Spieler und priorisieren Angriffe auf Gegner, die den Spieler ins Visier nehmen). In der Praxis hilft euch das um 2-3 Gegner extra zu erledigen, aber eine gesamte Mission werden die Partner damit nicht für uns lösen. Vermutlich wird es in späteren Missionen, in denen Ziele weit auseinander sind wichtiger die Anweisungen zu nutzen, aber die ersten Missionen waren auch gut ohne machbar.

Teil 8 erfindet ansonsten das Rad nicht wirklich neu und entpuppt sich stattdessen als solide Erweiterung zum Vorgänger. Die Waffen und 30 einsatzbaren Flugzeuge wurden stark erweitert und verbessert. Kettenzerstörungen wurden auch neu für diesen Teil integriert und sehen bisher fantastisch aus, obwohl uns nur wenige untergekommen sind. Wenn das Wrack eines zerstörten Flugzeugs mit einem anderen Fahrzeug kollidiert, kann eine Kettenzerstörung entstehen. Dieses Phänomen tritt eher auf, wenn große Fahrzeuge in kleinere Ziele krachen, wenn feindliche Flugzeuge durch Maschinengewehrfeuer zerbrechen oder wenn der Rumpf als feste Masse abstürzt. Gerade in Mission 11 ist das praktisch, da hier drei große Bomber im selben Tempo fliegen und durch das Zerstören des obersten, reißt er seine Kollegen direkt mit ins Verderben. Wer Skies Unknown ausgiebig gespielt hat, wird am deutlichsten merken, wie sich das Handling der Waffen und Flugzeuge verändert hat. Die Steuerung wirkt deutlich „wuchtiger“, womit es sich weitaus besser anfühlt, die verschiedenen Flugzeuge mit ihren Eigenheiten zu steuern. Man legt natürlich weiterhin den Fokus eher auf Arcade Gameplay und ist weit entfernt von einer richtigen Simulation, aber die kleinen Feinheiten, die hier verbessert wurden, geben der Immersion, neben dem großartigen Sounddesign und allgemeinen Präsentation, einen weiteren Boost.

Der Aircraft Tree wurde gegenüber Skies Unknown auch leicht abgeändert. Optisch erkennt man wenig Unterschiede, aber beispielsweise sind eure gekaufen Flugzeuge jetzt mehrmals upgradebar. Damit könnt ihr, falls die Credits mal nicht für ein neues Vehikel reichen sollten, einfach das Bestehende nochmals aufleveln. In späteren Missionen könnt ihr auch zwei Spezialwaffen auswählen und jedes einzelne Flugzeug eurer Begleitpiloten personalisieren oder automatisch passend für die Mission ausrüsten lassen.

https://www.youtube.com/watch?v=YVmCO1Y4m04

Man hat sich auch bemüht Quereinsteiger deutlich besser aufzunehmen, als noch bei den Vorgängern. Neben dem ausführlichen Tutorial und dem immersiven Storyeinstieg, gibt es auch einen separaten Trainingsmodus, der euch erlaubt ein wenig die Steuerungsvarianten und Eigenheiten der Serie vorab auszutesten. Der Strangereal (ein Paralleluniversum der Erde) Storyaufbau den alle nummerierten Titel der ACE-COMBAT-Reihe (3, 4, 5, ZERO, X, 6, 7 und 8) aufweisen, erlaubt auch einen komplett frischen Einstieg in die fiktive Welt, ohne viel Vorwissen mitzubringen. Auch wenn der Titel 10 Jahre nach den Ereignissen aus Skies Unknown spielt, müsst ihr im Prinzip nichts zur Serie wissen. Die diversen Fraktionen befinden sich auf so vielen unterschiedlichen Gebieten und Kontinenten im Konflikt, dass man hier ohne viel Kontext immer wieder für eine neue Fraktion oder Stadt mitfiebern kann. Durch den starken Fokus auf eure Crew und die Story Präsentation, wirkt es auch dieses Mal deutlich weniger verwirrend und zerstückelt, als das sonst in der Serie üblich ist.

Wir konnten zusätzlich den Titel bisher nur auf Normal spielen. Alle anderen Schwierigkeitsgrade (Casual Easy, Easy und Hard) stehen erst zum Release des Spiels zur Verfügung.

Kein VR-Modus und Unklarheiten zum Multiplayer

Etwas aus der Zeit gefallen, war der VR-Modus, den man noch in Skies Unknown integriert hatte. So wie viele andere Spielereihen, die damals einen VR-Modus integriert hatten, wird auch Wings of Theve keinen mehr haben. Immerhin gibt es aber wieder einen Multiplayer, aber momentan noch keine Details wie der Online Co-Op genau abläuft, welche Missionen integriert sind und wie die genaue Erfahrungspunkte/Fortschrittverteilung ablaufen wird. Cross Platform, eine Air Base Lobby inklusive Versus Missionen wurden aber bestätigt und es wird definitiv keinen Split-Screen Co-Op, sondern nur reine Online-Modi geben. Mit über 21 Millionen verkauften Einheiten quer verteilt über die gesamte Reihe von 1995-2019, steht hier nach 30 Jahren Ace Combat mit Teil 8 aktuell ein sehr solide wirkender Eintrag in den Startlöchern.

Kurz gefasst, spielt sich Ace Combat 8: Wings of Theve in so gut wie allen Bereichen besser als sein Vorgänger, bietet weitaus spannendere Bosskämpfe, mehr Auswahl an Waffen, Flugzeugen und einen noch stärkeren Fokus auf die Story und Präsentation. Es bleibt spannend wie sich das noch durchs restliche Spiel ziehen wird und was vor allem der Multiplayer alles zu bieten hat, wer aber Skies Unknown mochte, wird hier auf jeden Fall sehr gut abgeholt. Das verstärkte Augenmerk auf die eigenständige Geschichte und die neuen einsteigerfreundlichen Elemente, werden den Titel sicherlich einige neue Fans bescheren und vielleicht auch den älteren Teilen der doch sehr umfangreichen Serie, wieder neues Leben einhauchen.

Als Vorbestellerbonus gibt es zusätzlich als Port Ace Combat Zero – The Belkan War (Ursprünglich für PS2 erschienen), das zum Launch am 02. Oktober verfügbar sein wird.

Ace Combat 8: Wings of Theve erscheint am 2. Oktober 2026 für PS5, Xbox Series S/X und PC (Steam).

Teilt uns eure Meinung mit

Written by: Gabriel Bogdan

Redaktionsleiter/Vernichter von Cornflakes und Vollzeit Gamer

No comments yet.

Leave Your Reply