Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX Review – Die geballte Dungeon Crawler-Power im Pokémon-Universum

Im Jahre 2005 wurde in Japan ein neues Spielprinzip mit der Pokémon Franchise versucht: Nintendo vergab die Lizenz an Entwickler Chunsoft, welcher wiederum die niedlichen Taschenmonster mit einer eigenen IP, Mystery Dungeon kreuzte, und so erblickten Pokémon Mystery Dungeon: Blue Rescue Team und Red Rescue Team für Game Boy Advance und Nintendo DS das Licht der Welt. Hierbei handelte es sich nicht um das rundenbasierte Aufeinandertreffen von Trainern, die ein Pokémon nach dem anderen in den Kampf schicken, sondern um eine ganze Gruppe Pokémon, die sich in Rogue-like-Manier durch die Dungeons kämpfen. Inzwischen sind eine ganze Reihe an Pokémon Mystery Dungeon Titeln erschienen und nun hat Nintendo beschlossen, die beiden Erstlinge zu vereinen und auf die Switch zu portieren.

Ein Pokémon kommt selten alleine…

Zu Beginn von Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX bekommt ihr ein simples Persönlichkeitsquiz gestellt, und je nach Antworten wird eines von 16 Pokémon für euch ausgewählt. Keine Sorge, falls ihr nicht das Pokémon bekommt, das ihr ursprünglich haben wolltet, denn ihr könnt die Auswahl ablehnen und dann manuell ein anderes wählen.

Danach wird aus den 16 noch ein zweites Pokémon von euch ausgesucht welches euch ab der ersten Minute des Spiels begleitet – so ist es das Pokémon, das den Spieleravatar verwirrt vorfindet, weil dieser ein Mensch war und sich im Körper eines Pokémon vorfindet. Doch viel Zeit zur Erklärung bleibt nicht, denn kurz darauf geht es auch schon in den Kleinhain zur ersten Mission. Nach erfolgreichem Bestehen hat eure befreundetes Pokémon schließlich die Idee ein Rettungsteam zu gründen und damit gerät die Sache ins Rollen.

Dungeons, Dungeons, Dungeons und nochmal Dungeons

Der Kerne eines Rogue-likes sind immer die sich veränderten Areale, in denen man auf die Gegner trifft – sprich die Dungeons. Während man anfangs nur zu zweit durch diese streift, wächst die Anzahl der Teammitglieder später rasant an: Entweder durch Storyverlauf oder aber auch durch die gewisse Fähigkeit (die mit speziellen Items namens Regenbogengummis erlernt) könnt ihr besiegte Pokémon auf eure Seite ziehen, sodass sie permanente Partner werden. Doch Vorsicht: Wer nicht die entsprechenden Pokémon Camps in Besitz hat, der muss sich nach Abschluss des Dungeons in dem man ein Pokémon rekrutiert hat, auch schon wieder verabschieden. Zum Beispiel hat sich uns ein starkes Onix während des Dungeons angeschlossen, musste sich dann aber leider verabschieden, da wir die Geröllhöhle nicht besaßen und es dementsprechend nirgends unterbringen konnten.

In eben diesen Camps kann man die alliierten Pokémon außerhalb der Dungeons besuchen, um sie mit Gummis zu füttern oder auf andere Weise zu verstärken, damit sie bei der nächsten Mission ihr volles Potential ausschöpfen können. Ebenfalls sollte man öfters die kleine Siedlung in der Nähe des eigenen Heims besuchen, denn dort kann man nicht nur Items und Proviant kaufen (es gibt eine Magen-Anzeige in den Dungeons, und sobald diese auf null fällt, verliert der Betroffene beständig KP), sondern eben auch neue Poké-Camps und nebenbei bei Makuhita ein Intensivtraining absolvieren, sollte man sich im Besitz eines Tickets dafür befinden.

Diese Trainingseinheiten sind wie Dungeons aufgebaut, besitzen jedoch ein relativ knappes Zeitlimit. Dennoch können sich flinke Spieler hier einen großen EP-Bonus holen. Doch nicht nur die Pokémon selbst leveln in Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX, auch ihre Attacken werden stärker je öfter sie eingesetzt werden. Daher lohnt es sich zweifach Attacken zu verlinken. Durch die Verlinkung können in Dungeons alle verlinkten Attacken gleichzeitig eingesetzt werden. Des Weiteren steigt die erhaltene Erfahrung, wird ein Pokémon durch eine Link-Attacke besiegt. Natürlich müssen die steigenden AP-Kosten im Auge behalten werden.

Im Bezug auf Änderungen zum Original ist es jetzt möglich ein Team aus insgesamt acht Pokémon zu formen, während man Dungeons vorher nur zu dritt betreten konnte. Zusätzlich kann der Spieler nun einen „Auto-Mode“ aktivieren, bei dem der Squad automatisch durch den Dungeon navigiert und den bestmöglichen Weg sucht. Sollte man derweilen auf gegnerische Pokémon treffen, schaltet sich der „Auto-Mode“ wieder ab. Dafür wird aber durch das Drücken des A-Knopfes immer die für die Kampfsituation beste Attacke ausgewählt, wodurch einem die Entscheidung, welche der vier Attacken man selbt anwenden möchte, abgenommen wird.

Fazit

Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX kann sich als Remake durchaus sehen lassen, denn fast jeder Bereich des Vorgängers wurde verbessert und aufpoliert: Durch das Zusammenlegen von Pokémon Mystery Dungeon: Blue Rescue Team und Red Rescue Team erhöht sich die Anzahl der Pokémon im Spiel bereits, zusätzlich wurden noch viele weitere der aktuellen Pokémon hinzugefügt und obendrauf sind nun auch Megaevolutionen verfügbar. Augenscheinlich sind auch die wunderhübschen Grafiken und Animationen, die dem Spiel nochmal einen ganz eigenen Reiz geben. Die Entscheidung die Basisattacke zu streichen wird allerdings einigen Freunden des Originals sauer aufstoßen, ansonsten ist das Gameplay relativ unberührt geblieben. Alle Fans von qualitativen Dungeon Crawlern und Pokémon-Liebhaber, die mal etwas anderes als die Hauptserie probieren wollen, können hier bedenkenlos zugreifen.

Positiv

+ tolle Grafiken und lebendige Animationen

+ eine riesige Zahl neu eingeführter und bereits bekannter Pokémon

+ teils kompliziertes Gameplay wird schrittweise genau erklärt

+ einsteigerfreundlicher als die Originalvorlagen

Negativ

– keine Basisattacke mehr verfügbar

– Leistungseinbrüche beim Laufen in den Dungeons

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger