Mato Anomalies – Kurzpreview zum Detektiv JRPG

Nach dem Ankündigungstrailer aus dem Nichts zur Japan Expo (wir berichteten), kam, ebenso überraschend, bereits eine spielbare Version vom Entwickler Arrowiz ins Haus. Wir konnten also bereits einen ersten Blick auf die PC Version werfen und ca. die erste halbe Stunde von Mato Anomalies ausprobieren.

Mato Anomalies spielt in einer dystopischen Zukunft und folgt der Geschichte von Doe, einem Detektiv. Dieser wird von einer alten Bekannten “Lady Nightshade” wieder reaktiviert, um den Schmuggel von “Handout” zu untersuchen. Das Spiel lässt einen im Tutorial noch im Unklaren, worum es sich dabei genau handelt. Die Story wird durch vertonte und mit kleinen Animationen ausgestattete Comicbildern, ingame Sequenzen und an Visual Novel erinnernde Textboxen vorangetrieben. Die englischen Synchronsprecher machen dabei auf den ersten Horcher einen passablen Eindruck. Weniger immersiv und etwas lieblos, wirken dagegen die Textbox Tutorials, die man durchklicken muss. Inhaltlich erfüllen sie allerdings ihren Zweck.

Minimalistischer Grafikstil als Designelement

Grafisch erwartet einen Cel Shading und auf das Nötigste reduzierte Details. Das ist allerdings wie es scheint beabsichtigt, da z.B. alle nicht story relevanten Charaktere keine Augen besitzen und somit den Eindruck einer anonymen Masse erschaffen. Auch die Musik ist mit sphärischen Klängen eher dezent gehalten. Dieser Minimalismus wird dann in den Dungeons, die in Mato Anomalies “Lairs” heißen auf die Spitze getrieben. Dort befindet man sich dann auf einem im Nichts schwebenden Konstrukt mit grotesker Architektur aus Händen, neonfarbenen Linien und metallenen Klötzen: Ein minimalistischer Mix aus Tron, Cyberpunkästhetik und Celshading. Und auch die Gegner, Bane Tide genannt, sind groteske Monster mit wenig Details, die an eine Mischung aus Menschen und Insekten erinnern.

Im Zuge der Detektivarbeit landet man in einem der oben erwähnten Lairs und steht dem ersten Bane Tide gegenüber. Glücklicherweise wird Doe von Gram einem Schamanen gerettet, der sich dem Gegner in den Weg stellt. Und dann schaltet das Spiel in einen rundenbasierten Modus. Da es sich um die ersten Kämpfe handelt, gibt es nicht viel mehr zu tun als einfach nacheinander anzugreifen. Dabei bedient sich Gram seines Schwerts und Fähigkeiten wie Double Slash (zwei Hits) und Bladeless Blade (trifft alle Gegner). So weit Standardkost in RPGs. Aus dem UI kann man aber zumindest ableiten, dass man bis zu vier Partymitglieder haben wird und es wohl eine Art Element System geben könnte. Interessant dabei ist, dass sich das Team sich die HP zu teilen scheint. Wir hoffen es wird hier mehr Komplexität mit Statuseffekten, Elementen oder Synergien der Partymitglieder geben.

Im Körper des Feindes: Mind/Hack

Neben dem Kampfsystem gegen die Bane Tide, gibt es in Mato Anomalies auch noch Mind/Hack. Dabei kommt endlich Doe zum Zug. Wie der Name andeutet, wird bei Mind/Hack das Gegenüber infiltriert, um den Widerstand bei einer Befragung zu brechen. Das passiert in Form eines Kartenspiels, bei dem man eine Art HP Leiste auf 0 bringen muss. Dabei sind die Karten in offensive und defensive Varianten aufgeteilt und besitzen spezielle Fähigkeiten. So können defensive Karten z.B. Backlash auslösen, wodurch der Gegner bei einem Angriff Schaden im Wert der Backlash Stacks bekommt. Auch die Reihenfolge der Karten spielt eine Rolle, da einige Karten Boni bekommen wenn sie an erster, zweiter oder dritter Stelle einer Runde gespielt werden. Auch hier gilt, wie beim Kampfsystem zuvor, wir befinden uns im Tutorial, hoffen aber trotzdem, dass das fertige Spiel mehr Variantenreichtum liefert. Die Idee ist in jedem Fall interessant.

Release in 2023 – noch genug Zeit für Feinschliff

Dass sich die Tutorials von Textboxeinblendungen noch in ein immersiveres Erlebnis ändern, ist sehr unwahrscheinlich. Allerdings würde dem Spiel in Sachen Animationen, z.B. beim Laufen in der Oberwelt, ein bisschen Verbesserung gut tun. Das wirkt nämlich noch etwas hölzern. Und selbst das kurze Battle Tutorial hat schon aufgezeigt, dass Gram noch zu wenig Soundfiles hat und man denselben Spruch immer und immer wieder hört. Auch unsichtbare Wände in der Hub world reißen einen aus der dystopischen Welt heraus. Das sind aus unserer Sicht noch Baustellen, die man angehen könnte.

Wie bereits erwähnt können wir in Sachen Kampfsystem und des Mind/Hack Systems noch keine großen Aussagen treffen, da wir ja nur das Tutorial gesehen haben. Potential ist auf jeden Fall vorhanden, da man im Menü bereits Konfigurationsmöglichkeiten unter den Punkten Gears, Skills und Talenten finden kann. Gears scheinen für die ganze Party zu gelten, während Talente z.B. prozentual die Angriffskraft eines Partymitglieds erhöhen oder einzelnen Skills verbessern. Wenn hier genug Komplexität und herausfordernde Dungeons Einzug halten, die diese Modifikationen auch nötig machen, kann Mato Anomalies mit seiner mysteriösen Story ein durchaus fesselndes JRPG werden. Bis zum Release im Jahr 2023 ist auf jeden Fall noch genug Zeit für Feinschliff, bevor man auf  PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, Switch und PC (Steam) loslegen kann.

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Written by: Steve Brieller

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