Luigi´s Mansion 3DS Review – Getreue Portierung mit ein paar Extras obendrauf

Der kleine Bruder in Grün ist mit seinem ersten großen Stand Alone-Titel zurück! Luigi´s Mansion hat es nach 17 Jahren auf vom GameCube auf den Nintendo 3DS geschafft , auch wenn das anfangs ein wenig unwahrscheinlich schien: Zur Erstveröffentlichung 2001 wurde oft die Kürze des Spiels kritisiert, die nicht mit vollwertigen Mario-Titel mithalten könne. Und auch wenn man in Luigi´s Mansion weniger Zeit braucht zu den Credits zu kommen als in Super Mario Sunshine oder sogar Super Mario 64, so ist es doch ein einzigartiger Titel, der ein Remake mehr als verdient hat.

Alles wie gehabt

Entwicklerstudio Greezo hat mit The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Majora´s Mask bereits zwei beliebte Titel auf den 3DS portiert und bereits bei diesen fällt auf mit welcher Genauigkeit gearbeitet wurde. So auch in Luigi´s Mansion: Jedes Detail sitzt an seinem rechten Platz, es wurden sich keine Freiheiten herausgenommen. Wer das Spiel damals auf Konsole gespielt hat, wird sich auch jetzt noch prima zurechtfinden, auch wenn die Auflösung logischerweise nun ein wenig pixeliger ist.

Links GameCube (2001), rechts Nintendo 3DS (2018)

Luigi gewinnt eine Villa durch ein Gewinnspiel, an dem er gar nicht teilgenommen hat – da ist der Ärger quasi vorprogrammiert. Zu allem Unglück verschwindet sein Bruder auch noch in besager Villa und so muss Luigi seinen gesamten Mut zusammennehmen und sich all den bösen Geistern, die darin spucken, stellen. Unter anderem tauchen neben den Standard-Geistern, die über verschiedene Fähigkeiten und Elemente verfügen können, auch noch Portrait-Geister und Buu Huus auf. Die Buu Huus (mit einfallsreichen Namen wie TurBuu, RamBuu oder Buuigi) können sich von Raum zu Raum bewegen und sich wieder verstecken, sollte der Spieler ihnen nicht schnell genug folgen können.

Die Buu Huus sind selten um einen Spruch verlegen.

Jeder Portrait-Geister hingegen stellt im Prinzip ein kleines Mini-Puzzle für sich da: Wo ist der Schwachpunt des jeweiligen Gespensts und wie kann ich ihn ausnutzen? Da wären zum Beispiel Mr. Astral-Universum, der zwischen Boxsäcken trainiert oder Herr Scheunendrescher, der äußerst ungehalten reagiert, wenn man ihm das Essen vom Teller saugt. Im weiteren Spieleverlauf erhält Luigi auch die Fähigkeit Feuer, Wasser oder Eis aus seinem Schreckweg 08/15 zu pusten um Herr über seinen Gegnern zu werden.

Herr Scheunendrescher sieht nur ungern einen leeren Teller!

Aus alt mach neu

Während die Hauptstory komplett unangetastet geblieben ist, so hat die 3DS-Version doch ein paar Extras zu bieten: Jedes Bild eines gefangen Geistes in der Gallerie bietet die Chance auf einen sogenannten Gemäldekampf – quasi ein Rückkampf mit dem Portrait-Geist, in dem die Zeit gestoppt wird. Bei diesen Auseinandersetzungen kann ein zweiter Spieler per Download Play tatkräftig mit einem grünen Charakter, dessen Name hier nicht genannt werden darf, aushelfen. Falls zwei Spieler Luigi´s Mansion für 3DS besitzen bietet sich ihnen sogar die Chance direkt die gesamte Villa zu zweit in Angriff zu nehmen.

Nach dem Beenden der Story wird man dazu eingeladen, sich gleich wieder in das Geschehen zu stürzen: Die „versteckte Villa“ ist der Hard Mode von Luigi´s Mansion. Geister besitzen deutlich mehr HP, ihre Angriffe sind stärker, an Stelle von Herzen sind nun überall Giftpilze und selbst die Boss-Gegner ändern ihr Angriffsmuster leicht. Der normal Modus bietet keine große Herausforderung, doch hier muss man schon klug vorgehen und sollte oft speichern, da es leider keine Auto Save-Funktion gibt.

Wohin es als nächstes gehen soll, wird bei Professor I.Gidd entschieden.

Neben Extra-Modi werden auch Optionen im Gameplay geboten: Der aus Luigi´s Mansion 2: Dark Moon Stroboblitz der Taschenlampe ist eine Alternative mit der man die Geister durch ein aufgeladenes Blitzlicht schocken kann, anstatt, wie gehabt, einfach auf sie zu leuchten. Zusätzlich kann die Ausrichtung des Schreckweg 08/15 entweder mit dem Steuerkreuz oder durch die Motion Control des Nintendo 3DS bedient werden. Leider sind keiner der beiden Optionen wirklich praktisch, da die Bedienung des Steuerkreuz umständlich ausfällt und die Motion Control einfach zu schwammig ist. So ist auch die neu konzipierte Minimap auf dem unteren Screen schön anzusehen und verleiht ein wenig Retro-Feeling, doch die Anzeige von Luigis Position beschränkt sich auf einen ungefähren Bereich anstatt der genauen Stelle.

Weiters können auf dem Gameboy Horror bereits gefangene Gespenster sowie Items und Geld angezeigt werden.

Fazit

Wer Luigi´s Mansion damals nicht gespielt, hat jetzt eine prima Gelegenheit den Titel nachzuholen. Wer das Spiel auf dem GameCube oft gezockt hat, wird auch hier zufrieden sein: die 3DS-Portierung ist unter Berücksichtigung des leistungsschwächeren Handhelds eine 1:1 – Blaupause des Originals. Der großartige Charme von Luigi, der die Melodie des Geisterhauses mitpfeift oder dem die Hände zittern, wenn er eine neue Tür öffnen muss, ist gekonnt eingefangen worden. Das Gameplay fühlt sich zudem kein bisschen verwässert an; nur bei der Steuerbedienung mussten zwangsläufig ein paar Abstriche gemacht werden. Der ehemaligen Kritik, dass der Titel zu kurz sei, ist nun aber Contra gegeben worden: Dank des „versteckten Villa“-Modus wird des Spieler eingeladen es nochmals auf einem erhöhten Schwierigkeitsgrad zu versuchen und weiteren Enden freizuschalten, was den Wiederspielwert durchaus erhöht.

 

Solo Wertung

Positiv:

+ tolle Umsetzung mit Liebe zum Detail gegenüber dem Original

+ hoher Wiederspielwert dank Hard Mode und Gemäldekampf

+ erstmals komplett im Koop durchspielbar

Negativ:

– Steuerung des Staubsaugers umständlich und unintuitiv

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger