Luigi’s Mansion 3 Review – Typ mit grüner Mütze fällt zum dritten Mal auf okkulte Betrugsmasche rein!

Der kleine Bruder des weltberühmten Klempners mit dem Schnurrbart zu sein, ist schon doof. Obwohl man eigentlich einen Kopf größer ist und auch höher springen kann, übernimmt das Prinzessinenretten immer er und erntet dafür den ganzen Ruhm. Falls man mal eine Villa in einem Wettausschreiben gewinnt, stellt sich die als Horrorhaus heraus. Und nach überstandenem traumatischen Erlebnis wird man später von dem verrückten Professor ein zweites Mal zu paranormalen Abenteuern gezwungen. Doch nun hat sich das Blatt gewendet: Fortuna scheint Luigi wieder hold zu sein und er gewinnt für sich und seine Freunde einen Aufenthalt in einem Luxushotel – und diesmal bleibt es gruselfrei. Garantiert!

Luigi und der niemals endende Horror seines Lebens

Luigi sollte inzwischen ein Muster erkennen.

Luigi hat sich eine Auszeit redlich verdient. Nachdem er König Buu Huu bereits zweimal geschlagen hat, fährt er mit Mario, Prinzessin Peach, drei Toads und Polterpinscher, einem Geisterhund, den Luigi im letzten Teil lieb gewonnen hat, zu einem gewonnenen Aufenthalt in einem mehrstöckigen Luxushotel. Doch bereits in der ersten Nacht stellt sich heraus, dass die tagsüber so freundliche Inhaberin des Hotels, Sarah Schreck, in Wirklichkeit ein Geist ist und mit niemand anderem als König Buu Huu gemeinsame Sache macht. Ihr Plan ist es, die Bewohner des Pilzkönigreichs in Gemälde zu bannen, und dies gelingt ihnen auch spontan bei allen – außer Luigi, der flieht durch einen Müllschlucker.

„Stellen Sie sich auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten ein!“ – Inhalt von Luigi’s Glückskeks

Nach der Rutschpartie ist Luigi plötzlich wieder mittendrin: Eine riesiges Gebäude bis oben hin gefüllt mit allen möglichen Gespenstern, Geistern und anderen spukhaften Erscheinungen. Kurz darauf trifft Luigi abermals auf Professor I. Gidd, der Professor, der ihn schon zweimal bei der Geisterjagd mit allerhand Technologien unter die Arme gegriffen hat, vor allem mit dem Schreckweg, von dem es jetzt eine neue Version gibt, den Schreckweg F-LU.

Der von I. Gidd entwickelte Virtual Boo wird einigen Nintendo-Fans möglicherweise bekannt vorkommen.

Der brandneue Staubsauger – jetzt mit eingebautem Schleimdoppelgänger

Bei dickeren Geister plagt sich der Schreckweg ein wenig…

Fans der Vorgänger werden sich schnell zurecht finden: Mit der Lampe gilt es die Geister zu erschrecken und dann saugt man wie wild drauf los. Neu ist die Fähigkeit, die angesaugten Spektralwesen mehrmals hintereinander auf den Boden klatschen zu lassen, was ihnen gesundheitlich äußerst abträglich ist. Außerdem besitzt man mit der Düsterlampe nun einen Gegenstand, der unsichtbare Möbelstücke, Türen, Schatzkisten und sogar Buu Huus enttarnt. Auch der Schreckweg F-LU überschattet mit seiner Funktion, haftende Pümpel verschießen zu können, seine Vorgänger; diese können wiederum angesaugt werden und so falsche Wände und Hindernisse aus dem Weg räumen.

Buu Huus werden verwundbar nachdem sie sichtbar gemacht wurden. Dieser hätte wohl besser sein Zunge im Mund gelassen.

Die mit Abstand größte Neuerung des Schreckwegs ist die Möglichkeit eine exakte Kopie von Lugi aus grünem Glibber zu erzeugen – genannt Fluigi. Fluigi bringt viele Vorteile mit sich: Er besitzt all die Fähigkeiten von Lugi, und kann nebenbei auch problemlos durch Gitter wandern und in Abflüssen versinken, um für Luigi unerreichbare Stellen auszukundschaften. Mit vereinten Kräften können sie darüber hinaus schwerere Hindernissen gemeinsam aus dem Weg räumen. Die fatale Schwäche Fluigis ist Wasser – sobald er damit in Berührung kommt, löst er sich sofort auf.

Fluigi nimmt ein Bad in Holzpfählen, für Luigi würde der Spaß tödlich enden.

Multiplayer abseits des Gruselhotels und der Shop nützlicher Gegenstände

Dank Fluigi bietet sich die Option an, das gesamte Hauptspiel mit einem Freund im lokalen 2 Spieler Coop durchzuspielen. Wer noch mehr Spieler einbeziehen möchte, kann eines der drei Vs.-Minispiele im Polterpark ausprobieren: Bei „Pool-Münzjagd“ gewinnt das Team mit den meisten Münzen, bei „Geisterjagd“ entscheidet der Punktestand besiegter Geister und „Kanonade“ lässt die Teams im Saugschießen gegeneinander antreten.

Für eine Onlineparty steht der Wirrwarrturm zur Verfügung: Hier werden kooperativ Geister eingesaugt, bis eine Etage komplett geisterfrei ist. Dann geht es zur nächsten weiter – man kann hier zwischen 5, 10, oder zufällig vielen Etagen auswählen. Doch Vorsicht: Wer nicht genug Freunde mitbringt oder zu langsam Gespenster fängt, dem wird das knackige Zeitlimit schnell ein Ende setzen. All diese Modi sind über I. Gidds Labor im Keller des Hotels anwählbar und neben den Mehrspieleraktivitäten lässt sich dort überdies noch ein Shopping-Netzwerk finden. Hier können hilfreiche Verbrauchsgegenstände gegen das Geld, das Luigi überall so zahlreich findet, eingetauscht werden. Der Goldknochen belebt Luigi nach einem Game Over wieder und Buu-Huu-Finder sowie Juwelen-Finder setzen Markierungen auf der Karte.

Endlich finden die aufgesammelten Reichtümer von Luigi eine Verwendung!

Fazit

Luigi’s Mansion 3 bietet wesentlich mehr Inhalt als seine beiden Vorgänger, nicht nur im Bezug auf Spiele-Umfang sondern auch in den weitläufigen Etagen. Diese sind zudem noch so randvoll mit Geheimnissen, dass aufmerksame Spieler jeden wohl mehrmals absuchen und immer neue Geheimnisse finden können, denn mit der Kombination aus Düsterlampe, Pümpel und Fluigi lassen sich durchaus anspruchsvolle Rätsel lösen. Der Coop ist eine nette Draufgabe, Nintendo scheint ein Multiplayer-Part für den dritten Ableger ein Anliegen gewesen zu sein. Ein Aspekt, der allerdings nicht bedacht wurde, ist die Vibrationsfunktion, die bei der Jagd nach Buu Huus verwendet, aber von der Nintendo Switch Lite nicht unterstützt wird. Dies macht die Angelegenheit auf dem reinen Handheld leider zu einem nervigen Rätselraten. Ansonsten ergänzt Luigi’s Mansion 3 die Spielebibliothek der Nintendo Switch ganz wundervoll. Hut ab für den kleinen Bruder, dessen Pech uns so viel Spielspaß bereitet!

Positiv

+ mehr Spiele-Inhalt als je zuvor bei Luigi’s Mansion

+ hohe Motivation zum Ausprobieren dank vieler gebotener Möglichkeiten

+ Mehrspieler-Modi auch für Coop-Spieler interessant

Negativ

– Fehlen einer Rumble-Funktion bei der Nintendo Switch Lite nicht beachtet

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger