The Rogue Prince of Persia hat etwas geschafft, dass noch keinem Spiel gelungen ist. Es hat ganze drei Preview/Reviews im Early Access bei uns bekommen. Doch mit dieser dritten Kurzreview ist damit Schluss. Endlich wird Version 1.0 veröffentlicht und die Early Access Phase verlassen. Wir durften die Releasefassung anspielen und wollen euch ein Update geben, ob und wie sich das Erlebnis verändert hat. Für das grundsätzliche Gameplay und die Story verweisen wir auf unsere beiden vorherigen Artikel hier und hier.

Der Prinz bleibt sich treu

Vorneweg gesagt sei, dass sich seit unserer letzten Preview des Roguelites (siehe hier) vor allem im Umfang und QoL Bereich einiges getan hat. Viele dieser Zusätze sind bereits aktiv im EA verfügbar und haben das Spiel durchweg besser gemacht. Wir waren zudem überrascht, dass die bewusste Entscheidung die Farbpalette des Spiels von der lila Haut des Prinzen auf einen „echteren“ Farbton zurückzuändern getroffen wurde. War das doch eine bewusste Entscheidung, die sogar extra nach außen kommuniziert wurde. Nun kann man die alte Optik aber als Kostüm freischalten und der etwas irritierende Ersteindruck aufgrund der Hautfarbe ist verschwunden.

Ansonsten steuert sich das Spiel noch immer butterweich und unsere Bedenken vor einem Jahr sind zerstreut, da wir nun keinerlei Probleme mehr hatten den Prinzen so zu bewegen, wie wir das wollten. Und das kann er immer noch wunderbar akrobatisch. Während man an Wänden im Hinter- und Vordergrund entlangläuft, sich von Wänden abstößt und über Gegner Saltos vollführt, hat man volle Kontrolle darüber wohin es gehen soll. Ein ganz sanfter Magneteffekt zieht euch zum Beispiel auf Stäbe, auf denen ihr sitzen könnt und sorgt dafür, dass man nicht zu weit springt. Man merkt, dass hier die Profis hinter Dead Cells am Werk waren, dass ebenfalls eine herausragende Steuerung besitzt.
Einmal mehr alles
Zusätzlich gibt es mehr Waffen, mehr passive Perks in Runs und eine neue Meta Progression durch Levelups. Auch eine Minimap kam hinzu, die euch das Leben erleichtert und auf der ihr mit dem richtigen Upgrade vorausgesetzt auch sehen könnt, welche Hauptbelohnung dort auf euch wartet. In Kombination mit der gelungenen Mindmap, die euch erinnert, welche Storyelemente und Levels zusammenhängen, könnt ihr euch so auch nach einer Spielpause gut wieder erinnern, wie ihr weiter im Spiel voranschreiten könnt. Was uns auch sehr gut gefallen hat ist Vayu’s Breath eine Leiste, die sich durch schnelle, akrobatische Bewegungen füllt und euch Boni bringt, wenn sie voll ist. Das ermutigt dazu möglichst schnell und flüssig durch die Levels zu huschen. Eine grandiose Idee den Spieler gleichzeitig zu belohnen und herauszufordern besser zu werden.

Trotz der massiven Aufwertung kamen uns die Runs selbst immer eine Spur zu kurz vor und das liegt ironischerweise daran, wie flüssig man sich durch die Levels bewegt. Hier „am Ende“ anzukommen, passiert einfach wie im Flug. Wir hoffen daher auf noch mehr Biome und Erweiterungen in denen man sein Geschick unter Beweis stellen kann.
Aus tausendundeiner Nacht

Auch die Musik verdient noch immer ein Lob, mit ihrem elektronischen Arabisch angehauchten Stil, wenngleich sie sich nie aufdrängt. In Sachen Grafik bleibt man abseits der eingangs erwähnten Hautfarbenthematik bei einem recht simplen, aber handgefertigten Spiel, der evtl. manchen Grafikenthusiasten etwas zu schlicht ausfallen dürfte.

Wir hätten um ehrlich zu sein nicht erwartet, dass uns RPOP dermaßen wieder in seinen Bann zieht. Wenn sich hier eine ähnliche Langlebigkeit wie bei Dead Cells ergibt, sind die 30€ für die 1.0er Version definitiv gut angelegt. Aber selbst wenn nicht, wir haben trotzdem ohne Probleme 15h Gameplay vor diesem Artikel genossen und werden definitiv noch einige Stunden hinzufügen, um alles zu komplettieren.

Fazit
Rogue Prince of Persia hat auf einem grundsoliden Early Access Beginn aufgebaut und einiges erweitert. Jetzt erscheint eine wesentlich rundere 1.0 Version, die uns nur in Sachen Levelumfang etwas traurig macht. Angesichts des exzellenten, flüssigen Gameplays fragt man sich, warum man nicht noch ein, zwei Biome mehr bekommt. Trotzdem gibt es von uns eine klare Empfehlung für alle Fans des Roguelite Plattformer Genres, die diesen sprituellen Dead Cells Nachfolger nicht verpassen sollten.
Positiv
- Der Prinz steuert sich nach kurzer Übung super flüssig
- Kämpfen und Parkours laufen macht Spaß
- Verschiedene Waffen, Subwaffen und Perks halten die Motivation hoch
- Guter Mix aus arabischen Elementen und elektronischer Musik
- Die Story und die Zeitreisen sind gut in die Biome verwoben
Negativ
- Insgesamt fühlen sich einzelne Runs sehr kurz an
- Wir würden uns trotz des vergrößerten Umfangs noch mehr Content wünschen
- Die Grafik ist relativ schlicht



