Iron Danger E3 Preview: Ein Dungeon Crawler, der eigentlich ein Puzzle Game mit reversiblen Aktionen ist

Das finnische Entwicklerstudio Action Squad Studios hat mit ihrem Titel Iron Danger einen absoluten Geheimtipp auf der E3 präsentiert. Auf den ersten Blick sieht das Spiel wie ein x-beliebiges Action-Adventure aus der isometrischen Ansicht aus, doch der Schein kann trügen. Sobald die zwei Protagonisten auf Gegner treffen und es folglich zum Kampf kommt, wird eine Leiste unterhalb der Aktionen eingeblendet – sie ist das Herzstück des Gameplays – und das Spiel friert quasi ein, es kommt alles zum Stillstand, bis der Spieler Befehle gibt.

Auf der Leiste sind zwei Linien enthalten, eine für jede der spielbaren Figuren. Es ist nun am Spieler diese Linien mit unterschiedlichen Aktionen zu befüllen: Mit welchem Angriff soll wo welcher Gegner attackiert werden und wo genau steht die Person zu diesem Zeitpunkt. Natürlich dauern manche der Aktionen länger als andere, zum Beispiel muss für einen Schuss mit dem Bogen erst der Bogen ausgerüstet und der Pfeil eingespannt werden – das kostet wertvolle Zeit.

Gehen wir in diesem Szenario davon aus, der Gegner war schneller, hat den Spieler noch vor dem Schuss getroffen und ihn verletzt. Nun besteht die Möglichkeit, auf der Leiste einfach zurückzuspulen und eine andere Aktion auszuprobieren – quasi eine Manipulation von Zeit. Mit dieser Funktion lässt sich jede Kampfhandlung immer und immer wieder aufs Neue ausprobieren, bis eben eine Lösung gefunden wird. Dem Spieler gefällt der Verlauf des Kampfes nicht oder denkt er hätte durch Beobachtung eine noch viel bessere Methode zur Gegnereliminierung gefunden? Einfach zurücksetzen und von neuem probieren.

Die Entwickler zeigen zur Präsentation eine Art Falle, die sie für die Mech-Feinde bauen: Neben einem hohen Baum platzieren sie eine Art von Echo-Minen, die Gegner mit Geräuschen anlockt. Sobald genug ihrer Gegner sich an Ort und Stelle positioniert haben, bringen sie den Baum mit einer Explosion zu Fall – dieser verursacht verheerenden Schaden für alle, auf die er fällt. Doch der Baum hat nicht wirklich alle getroffen, deshalb wird zurückgespult und nochmals neu geplant, sodass wirklich das Maximum an Gegnerschaden herausgeholt wird.

Der Grund für die Zeitmanipulation findet sich in der Story von Iron Danger: Kipuna, die Protagonistin und Bewohnerin eines Wikingerdorfs, wird durch einen Unfall von einer magischen Zeitscherbe durch die Brust gepfählt, der ihr die Fähigkeit verleiht, die Zeit zurückzudrehen. Sie wird zu einem wichtigen Entscheidungsfaktor im Konflikt zwischen Steampunk-Robotern und Kriegern der altnordischen Foklore.

Iron Danger wäre ohne Zeitmanipulation ein gutes Spiel mit einem interessanten und für viele ansprechenden Setting, doch die gerade die Zeitleiste ist der ausschlaggebende Faktor, der den Titel zu einem faszinierenden Spiel macht, der das gesamte Genre des Dungeon Crawlers aufbricht und mit strategischen Puzzlemechaniken neu zusammensetzt. Action Squad Studios haben mit ihrer Idee gezeigt was noch alles möglich ist und bis zu dem Release Anfang 2020 dürften sie damit noch viele Fans dazugewinnen, denn Iron Danger ist erfrischend anders als der Rest.

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger