Hyrule Warriors Definitive Edition Switch Review – Link und Musō wie man Sie liebt (oder nicht liebt)

Wie jeder First-Party Publisher ist auch Nintendo sehr bedacht im Umgang mit der Vergabe bezüglich ihrer Lizenzen von IPs an Dritte, haben doch Anfang der 90er vor allem die Mario und Zelda Spin-Offs des „legendären“ CDi von Philips durch ihre sensationelle Unterdurchschnittlichkeit für Kopfschütteln in der Spielergemeinschaft gesorgt. Dass das Franchise rund um Prinzessin Zelda und ihrem heldenhaften Beschützer Link aber durchaus auch außerhalb von Nintendo in guten Händen liegen kann haben Omega Force und Team Ninja unter der Aufsicht von Koei Tecmo und Nintendo mit Hyrule Warriors 2014 für die WiiU bewiesen: Das Crossover, welches das klassische Prinzip der Dynasty Warriors Reihe mit dem Setting von The Legend of Zelda vermischt konnte größtenteils positive Kritiken einfangen. Bereits vor der Ankündigung als einer der fixen Kandidaten der WiiU Ports für die Nintendo Switch geltend möchte Hyrule Warriors nun auch auf dem Hybriden in der Definitive Edition ab dem 18.Mai begeistern. Erfährt in unserem Review, wie sich die Link und Musō Mixtur so gemacht hat.

Detailverliebtes Spin-Off mit Schwächen bei der Inszenierung

Die Story, welche als Spin-Off behandelt wird und nicht zum offiziellen Zelda Kanon zählt ist schnell erklärt: Die böse Magierin Cia, welche im Besitz einer der Teile des Triforce der Weisheit ist entzieht Link und Shiek, die von Impa unterstützt werden die letzten zwei Teile wodurch Sie mehrere Portale zu anderen Dimensionen aufreißt und damit ein Chaos entfesselt. Nun müssen die Helden sich aufteilen und in den Dimensionen die Ordnung wiederherstellen.

Hierbei treffen die Recken auf verschiedene Gefährten, die ihr alle einmal im Spiel selbst steuern könnt. Zuviel möchten wir nicht spoilern, aber trotzdem verraten wir euch an dieser Stelle, dass ihr nicht nur die Helden spielen werdet und sich die Anzahl der spielbaren Charaktere insgesamt auf 29 belauft. Der Fortlauf der Geschichte wird in einer Mischung aus Standbildern mit einer Erzählerin inklusiver vollständiger Vertonung und CGI Zwischensequenzen mit Textboxen und serientypischen Charaktergeräuschen anstatt Sprachausgabe erzählt.

Zwar haben sich Omega Force und Team Ninja sichtlich sehr darum bemüht die Vorlage so originalgetreu wie möglich umzusetzen und die Geschichten der Erzählerin wirken durchgehend stimmig, aber die eigentlich toll gemachten CGI Sequenzen trüben durch ihre Textboxen und den teilweise äußerst skurrilen Charaktergeräuschen den Gesamteindruck. Ohne in irgendeine Bestimmung Richtung deuten zu wollen haben wir uns vor allem bei den Geräuschen von Impa oder der großen Fee öfters gefragt ob es hier jetzt um Krieg oder doch eher um die Liebe geht.

Gameplaytechnisch 100% Musō

In Sachen Gameplay ist Hyrule Warriors Definitive Edition ein waschechter Action und Strategie Mix nach der Gangart von Warriors Spiele: Ihr müsst auf einer Map unter Vorgabe verschiedener Ziele der Reihe nach alle Festungen einnehmen bis ihr am Ende des Levels gegen einen robusteren Bossgegner unter Zeitdruck antritt. Zwar kämpft ihr in großen Stücken alleine und wechselt in den meisten der Missionen zwischen mehreren Charakteren hin und her aber dennoch müsst ihr mittels Mikromanagement inaktive Helden zu bestimmten Punkten oder Gegner schicken, damit diese Sie aufhalten oder unterstützend die Festung schwächen können.

Das Ganze gestaltet sich im aktiven Geschehen relativ hektisch und teilweise kommt es vor, dass man in den massiven Schlachten kurzfristig den Überblick verliert. Dies kann teilweise dazu führen, dass man manche Missionsziele übersieht und so viel Zeit beziehungsweise am Ende noch die Mission selbst verliert. Leider ist dies auch schon ein Problem der ursprünglichen Musō Spiele und wurde eins zu eins so übernommen.

Die Action selbst macht serientypisch einfach nur Laune: Man schnetzelt sich mittels simpler Combos durch Hundertschaften von Gegnern und sieht den KO Counter fast im Sekundentakt bis in die 5000+ pro Mission aufsteigen. Das Gefühl einen epischen Helden zu spielen wird vor allem durch die toll inszenierten Abschlussmoves perfekt transportiert, auch wenn die simple Klopperei auf Dauer sehr anspruchslos wirkt. Erfahrene Spieler sollten also in jedem Fall auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad starten.

Zwischen den Missionen könnt ihr eure Charaktere aufleveln, neue Items für Sie schmieden und Ihnen individuelle Outfits verpassen. Die Menüführung hätte etwas intuitiver sein können und so muss man oft in das Hauptmenü wechseln damit man für einen bestimmten Charakter eine spezifische Tätigkeit wie zum Beispiel das Leveln ausführen möchte.

Hübsche Charaktere, technische Unstimmigkeiten, zweischneidiger Sound

In der Grafikabteilung stechen zuerst die hübschen Charaktermodelle ins Auge: Jeder der Helden ist sehr detailgetreu inszeniert, liebevoll animiert und hübsch anzuschauen. Auch die Levelbosse und die Areale selbst wirken stimmig und wissen durchaus zu überzeugen, aber in Sachen Standardgegner und Detailgrad selbst herrscht die Musō-typische Tristesse aus Detailarmut und fehlender Weitsicht: Das erzeugt im Gesamtbild eine gewisse Widersprüchlichkeit und hinterlässt gemischte Gefühle.

Ebenfalls konträr ist die Performance im Handheld und TV Modus: Hyrule Warriors Definitive Edition läuft abgedockt mit 720P bei größtenteils 30FPS und erreicht im TV Modus dafür mit 1080P meistens 60 FPS und teilweisen Einbrüchen in Richtung der 45 Bilder pro Sekunde. Das wirkt ebenfalls etwas unsauber umgesetzt und wird hoffentlich noch mittels Patch auf ein stabileres Niveau gehoben.

Auch die Soundabteilung liefert ein zweischneidiges Schwert ab: Zwar sind die Zelda-typischen Musikstücke, welche mit Midi-drums und metallastigen E-Gitarren kombiniert werden gut umgesetzt, dennoch stören die monotonen Soundgeräusche der Helden. Man ist diese in der Tradition von Nintendo gewohnt, aber hätte man bei all dem Kampfgetümmel und den schönen CGI Sequenzen einfach mehr daraus machen können.

Die (gute alte) Preispolitik, die Probleme und der Spaß

Abschließend noch die Unterschiede zur Originalversion von 2014: Die Definitive Edition enthält alle DLCs des Originals und zusätzliche Kostüme für Link und Zelda aus Breath of the Wild sowie den entsprechenden Amiibosupport. Bedenkt man, dass man hier für eine nicht ganz technisch saubere Umsetzung erneut 59,99,- bezahlen muss ist der Preis doch recht stolz angesiedelt und muss auch hier wieder wie bereits in anderen Reviews von WiiU Portierungen angesprochen werden.

Ganz klar hat Hyrule Warriors Definitive Edition mit einigen Problemen zu kämpfen, aber dennoch macht das Spiel Laune, weiß gut zu unterhalten und hält sich mit viel Respekt an die Vorlage. Achtet jedoch darauf, dass das Prinzip der Warriors nicht jeden Geschmack treffen wird und daher primär Freunde des Spielprinzips und Zelda im Allgemeinen zu empfehlen ist.

Fazit

Hyrule Warriors Definitive Edition ist im Kern ein klassisches Musō Spiel, welches leider eins zu eins die serientypischen Probleme der Warriors Serie übernimmt und mit technischen Ungereimtheiten aufwartet, sich aber liebevoll den Elementen der Legend of Zelda Reihe bedient und so einen stimmigen Einblick eines Link und seiner Freunde bei epischen Schlachten liefert. Fans von beiden Welten sollten einen Blick auf das Hyrule abseits von Nintendo werfen.

Positiv

+ Interessante Mischung von Storyvorlage und Spielprinzip

+ Flotte und unkomplizierte Action

+ Hübsch animierte Hauptcharaktere

+ Episches Feeling wird gut transportiert

+ Interessante Story …

Negativ

– … die leider schwammig inszeniert ist

– Teils hektische Aufgabenführung

– Nervige Charaktergeräusche

– Probleme mit der Framerate

– Unnötig komplizierte Menüführung

– Schwächen des Musō Genres eins zu eins übernommen

– Preispolitik

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Written by: Patrice Naderi

Multikonsolero, Film- und Seriennerd aus Leidenschaft, Technikjunkie, Comicsammler, Sportfan und Müslivernichtungsmaschinerie.

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