Electronic Arts (EA) hat endlich veröffentlicht, was sich seit einigen Wochen abgezeichnet hat. In einer Pressemitteilung ist nun klargestellt, dass der Public Investment Fonds (PIF) Saudi-Arabiens mit Silver Lake und Affinity Partners eine Menge Geld in die Hand genommen haben und EA aufgekauft haben. In Summe handelt es sich bei dem Angebot um 55 Milliarden USD, das von der Hauptversammlung mit 99% angenommen wurde.
Damit verschwindet die Aktie von der Nasdaq Börse und geht zu 99,4% in den Besitz des PIF über. 5,5% gehören Silver Lake und das von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des amtierenden US-Präsidenten, geleitete Affinity Partners übernimmt die restlichen 1,1%. Von den 55 Milliarden USD wurden dabei 36 Milliarden von den drei Partnern direkt aufgebracht. Der Rest wird über einen Kredit finanziert, der allerdings bei EA verbleibt. Damit stehen rund 20 Milliarden Dollar Schulden bei EA in den Büchern, die erst wieder erwirtschaftet werden müssen. Diese Form von Übernahme die Leveraged Buyout genannt wird, bekommt mit diesem Kauf sogar einen neuen Rekord, da es noch nie ein betragsmäßig so großes Geschäft gab.
Wenn man bedenkt, dass EA bereits zuvor massiv versucht hat Kosten zu senken, ist der Druck nun noch wesentlich höher. Zudem steht der PIF bzw. Saudi Arabien stark in der Kritik, da über solche Käufe das angeschlagene Image des Königreichs aufgebessert werden soll. Konkret diskutieren Spieler bereits, ob die konservative Einstellung der Käufer nicht auch massiven politischen Einfluss auf Spiele wie z.B. das eher LGBTQ freundliche Die Sims nehmen könnte. Zudem sehen demokratische US-Politiker die Gefahr, dass Kundendaten zur Einflussnahme durch die Saudis verwendet werden könnten.
In den kommenden Jahren wird das Management von Electronic Arts vor der Aufgabe stehen, die Schuldenlast von rund 20 Mrd. US-Dollar schrittweise zu reduzieren, ein anspruchsvolles Unterfangen, das trotz der hohen Profitabilität des Unternehmens erhebliche Anstrengungen erfordern dürfte.
Nach Informationen von Bloomberg sollen hierfür jährlich rund 700 Mio. US-Dollar durch sogenannte „organizational efficiencies“ eingespart werden. Dies könnte unter anderem mit einem weiteren Stellenabbau einhergehen, auch wenn das Unternehmen bislang keine konkreten Maßnahmen bestätigt hat. Electronic Arts beschäftigt derzeit weltweit rund 14.600 Mitarbeiter.
In jedem Fall kommen spannende Zeiten auf Electronic Arts zu und von aussen werden wir wesentlich Einblick bekommen, da die Veröffentlichungspflichten als börsennotiertes Unternehmen nun der Vergangenheit angehören.


