Dragon Quest Builders 2 Review – Kein Stein bleibt auf dem anderen

Während der erste Teil von Dragon Quest Builders wohl noch als Versuch angesehen werden kann, von der übergroßen Beliebtheit von Minecraft zu profitieren, kann man mit Teil 2 feststellen, dass Square Enix weit mehr versucht, als nur ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Natürlich erinnern das Stapeln von Blöcken und das Craftingsystem noch immer sehr an das Vorbild von Markus Persson, doch inzwischen hat Dragon Quest Builders einen eigenen Schliff und damit auch eine eigene Identität erhalten. Wir erzählen euch hier genau was im Sequel vor sich geht!

Eine Fortsetzung der Story von Dragon Quest II

Dragon Quest Builders 2 nutzt das selbe Konzept wie der erste Teil: Die Geschichte eines der Hauptableger wird fortgesetzt. In diesem Fall ist es das Ende von Dragon Quest II, das alternativ weitererzählt wird. Der Endboss Malroth ist nicht vernichtet worden, sondern strandet ohne Gedächtnis mit dem Protagonisten auf einer kleinen Insel, wo sie sich schließlich auch zu einem Team verbünden.

Der Protagonist und Malroth im Kampf

Doch beginnen wird mit dem Anfang: In der Welt von Dragon Quest Builders 2 ist das Bauen (das Builden) streng verboten, das Zerstören wird wiederum hochgelobt und jeder Bürger wird dazu ermutigt. Jeder Erbauer wird mit dem Tode bestraft, deshalb findet sich der Spieler zu Anfang auf einem Gefangenenschiff wieder. Die Monster-Besatzung lässt ihn dort kleine Arbeiten verrichten – quasi das Basistutorial des Spiels – bis das Schiff leckschlägt. Der Schaden stellt sich als zu groß heraus, sodass nicht mal der Builder ihn reparieren kann.

Zuerst können die Löcher noch geflickt werden, doch die Lösung ist nur von kurzer Dauer.

So landet der Erbauer mit Malroth (der allerdings nicht auf dem Schiff war) auf der Insel des Erwachens, wo die dominante Lulu das Duo auch sofort mit Aufträgen überhäuft – sie will ein Haus, ein Bett zum Schlafen und zubereitete Nahrung zum Essen. Über den Spieleverlauf wird man noch viele NPCs wie Lulu treffen, die Anforderungen an den Builder stellen und die in einer komfortablen Siedlung leben wollen, im Gegensatz zu Lulu aber auch bereit sind, dafür auszuhelfen.

Meist werden mehrere Aufgaben auf einmal gestellt.

Craften und Bauen sind immer noch das A und O

Während die Insel des Erwachens zwar eure eigene Insel ist, so müsst ihr doch auch die benachbarten Inseln bereisen um den Bewohnern dort zu helfen. Diese Siedlungen sind anfangs sehr klein und zählen nur wenige Siedler doch mit ein wenig Fleiß beginnt der Builder mehr Felder und mehr Behausungen zu bauen, die neue Einwohner anlocken. Zuerst reagieren die NPCs auf den Akt des Bauens sehr verhalten, da ja die Todesstrafe darauf steht, doch nach einiger Zeit lassen sich immer mehr Personen davon überzeugen mitzuarbeiten.

Die Siedlung blüht im wahrsten Sinne des Wortes auf.

Naturgemäß spielt neben dem Bauen auch das Crafting eine wichtige Rolle: An speziellen Werktischen werden mit den notwendigen Materialien Zier- und Nutzgegenstände hergestellt, während das Lagerfeuer für Essen und der Amboss für Waffenherstellung dient. Das Bestellen von Feldern wird über das Aufstellen einer Vogelscheuche markiert – zuerst gräbt ein riesiger Wurm die Erde auf, danach wird sie von den NPCs durchgepflügt. Zuletzt legt der Spieler unterschiedliche Samen in die Erde und kann dann den Pflanzen beim Wachsen zusehen. Doch Vorsicht: Öfters am Tag kann es passieren, dass Gegnergruppen eure Siedlung angreifen. Ihr könnt aber den tapferen Siedlern Waffen zustecken, wodurch sie euch im Kampf nützlicher sind, als die blossen Fäuste zu schwingen.

Die Bewohner stellen sich dem Kampf.

Neben der Pflege eurer Siedler und Felder bietet Dragon Quest Builders 2 abseits der Dörfer auch kleinere Sidequests an, die ebenfalls beim Spielefortschritt helfen. Einmal muss man eine bestimmte Anzahl von Gegner erledigen oder auch den Altar einer Kirche komplett umdekorieren. In letzterem Fall erhält man zum Beispiel einen Bauplan, an den man sich genau halten muss, damit das Projekt ein Erfolg wird.

Der Plan gibt die genaue Bauweise vor.

Oberste Priorität im Spiel genießt allerdings das Gottesgewächs – es wächst in der Mitte einer Siedlung und wird mit dem Spielefortschritt ständig größer. Beim Erreichen einer neuen Siedlungsstufe (die man erreicht, sobald alle Missionen abgeschlossen sind und die Bewohner besonders zufrieden) versammelt sich das Dorf um ihn und bestaunt seinen Wachstum. Das ist den Anhängern Hargons natürlich ein Dorn im Auge und sie versuchen alles, den Baum zu vernichten.

Das Gottesgewächs bringt den Bewohnern neue Hoffnung.

Als Neuerungen gegenüber dem ersten Teil fällt auf, dass der Builder nun tauchen und sich auch unter Wasser bewegen kann, eine Fähigkeit die mit einer Atemleiste begrenzt ist. Zusätzlich erhält man etwas später im Spiel auch den Flautigen Mantel, der einen funktionalen Gleiter darstellt, der es einem ermöglicht große Distanzen zu überwinden und auch keinen Fallschaden zu nehmen.

Der Builder und Malroth überqueren per Gleiter große Distanzen.

Auch ein paar neue Spielefeatures abseits dem Gameplay stechen im Sequel positiv hervor: Alleine die Möglichkeit, dass vier Spieler zugleich in der selben Welt bauen, craften und Monster vermöbeln können, ist eine Verbesserung zu Dragon Quest Builders. Wer lieber alleine spielt, aber seine Stadt oder gebauten Kreationen herzeigen möchte, kann über den integrierten Fotomodus Bilder machen und sie dann über spezielle Anschlagtafeln hochladen oder sich die Bilder der anderen Spieler ansehen. Obendrauf bietet eine im Retrostil gehaltene Karte ein bequemes Schnellreisesystem.

Die Karte ist hübsch anzusehen und nützlich noch dazu.

Fazit

Dragon Quest Builders 2 macht im Prinzip alles richtig: Eine nette Geschichte verbunden mit motivierendem Missionsaufbau bieten den kreativen Spielern ihre ganz eigene Möglichkeit sich zu entfalten. Malroth macht sich als ständiger Companion nicht nur im Kampf nützlich, sondern hilft auch beim Sammeln von Materialien. Die beiden größten Probleme des Spiels waren allerdings auch schon im ersten Teil vorhanden: Der Grind, den manche Missionen dem Spieler abverlangen, sind manchmal einfach zu zeitintensiv und das Sammeln einer hoher Anzahl an Objekten wird schnell langweilig. Zusätzlich bietet das Spiel generell zu wenig Abwechslung neben dem Basteln und Bauen und den gelegentlichen Monsterwellen. Dragon Quest Builders 2 wird Fans des ersten Teils und auch Minecraft-Fanatikern Spaß machen, ansonsten kann der Titel als nette Beschäftigung für zwischendurch angesehen werden.

Positiv:

+ Spielemotivation wird über die meiste Zeit gehalten, vor allem im Co-Op

+ Atmosphäre wird liebevoll dargestellt

+ Neuerungen wie Tauchen und Gleiten machen das Spiel komfortabler

Negativ:

– Einige Sammelmissionen ermüden durch zu hohe Anzahl an gesuchten Objekten

– keine wirkliche Abwechslungen in Form von Minispielen

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger