Die „Top 5 Spiele des Jahres“ von Julian aus der Redaktion

2017 hatte einige Highlights im Peto für Gamer aller Macharten: Besonders für Nintendo Switch-Besitzer können sich über die qualitativ hochwertigen Exklusivtitel freuen, aber auch Besitzer anderer Konsolen könnnen sich im Grunde nicht beschweren. Als jemand der drei PlayStation-Generationen unter seinem Fernseher stehen hat, wird meine Liste auch eher in diese Richtung gehen, was aber nicht bedeutet, dass die Titel nicht auch für andere Geräte oder PC erhältlich sind oder auf diesen weniger Spass machen. Unter meinen Favoriten sind möglicherweise ein oder zwei Games, die es auch in die Top 5 anderer Autoren geschafft hat, mein Augenmerk liegt aber darauf euch ein paar „Underdogs“ dieses Jahres vorzustellen.

 

PLATZ 5: A HAT IN TIME

Gutes Spieledesign ist keine Hexerei. Sollte es zumindest nicht sein…  Dennoch fällt es auch den großen Studios regelmäßig schwer ein Spiel zu produzieren, dass wenigstens in einem Punkt überzeugen kann. A Hat in Time ist die Antithese dazu: eine einfache Spielemechanik, motivierende Storyelemente und Charaktere mit soviel Witz, dass man sich unweigerlich an den großartigen Humor von LucasArts-Spielen wie Day of the Tentacle oder Sam & Max erinnert fühlt. Ursprünglich als Kickstarter-Projekt von Jonas Kærlev gegründet, dessen Ansicht nach zu wenige 3D-Platformer auf dem Markt waren, wurde das Projekt so groß, dass er auf Frewilligenarbeit anderer Entwickler zurückgreifen musste. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und, obwohl nur mit relativ kurzer Spielzeit versehen, ist es eine gelungene Alternative zu Nintendo´s italienischem Klempner.

Wir haben A Hat in Time für euch auf PlayStation 4 und PC getestet.

 

PLATZ 4: PREY

Ein nicht linearer Shooter, von Kritikern gelobt, der fortführt, was mit System Shock 2 so erfolgreich begonnen wurde. Solide Story, spannungsgeladene Atmorsphäre und Fähigkeiten, die es einem, unter anderen, erlauben sich in eine Kaffetasse oder eine Packung Chips zu verwandeln. Das alles von Arkane Studios, den Entwicklern von Dishonored 1 & 2. Was nach einem todsicheren Erfolgsrezept klingt, hat im Bereich Verkaufszahlen leider enttäuschend abgeschnitten. Die Gründe dafür kann man an verschiedenen Stellen suchen: Publisher Bethesda hat den Titel nicht gut vermarktet oder es liegt an den Gamern selbst, die 2017 Online Multiplayer Arena-Shootern den klaren Vorzug geben. Wenn die Online-Server für die momentanen Spiele-Bestseller dann in der Zukunft geschlossen werden, wird Prey als Must-have für die aktuelle Generation gehandelt werden. Bis dahin muss sich das Spiel eben noch gedulden…

Einen ausführlichen Review gibt´s hier.

 

PLATZ 3: UNDERTALE

Okay, es ist ein bisschen geschummelt, dass Undertale auf dem dritten Platz meiner Liste für 2017 sitzt. Ursprünglich schon vor zwei Jahren für PC veröffentlicht, hat es das Game diesen August nun auch auf die PS4 geschafft und wird deshalb ganz schamlos von mir in die Liste aufgenommen. Denn Undertale ist nicht nur eines der besten sondern auch eines der wichtigsten Spiele der letzten Jahre: Ein Indie-Titel mit mehr Einfallsreichtum als alle Triple A-Titel des vergangenen Jahres zusammengenommen und ausgestattet mit einem Konzept, das den Spieler schon fast dazu auffordert, es mindestens dreimal durchzuspielen. Dazu noch das gekonnte Spiel mit den Klischees eines jeden RPGs, indem Grinding plötzlich Massenmord bedeutet und XP für Execution Points anstatt Experience Points steht. Undertale hat auch heute noch eine treue Fanbase, die einem online mit Mord und Todschlag droht, sollte man auch nur ein Fitzelchen Kritik daran äußern. Den störenden Punkt mal ausgenommen, solltet ihr Undertale trotzdem unbedingt spielen!

 

PLATZ 2: TELLTALE’S GUARDIANS OF THE GALAXY

Telltale´s Resüme an Versoftungen bekannter Film- und Fernsehfranchises dehnt sich mit jedem Jahr weiter und weiter. Borderlands, Game of Thrones, Jurassic Park, Batman und Fables sind nur ein paar Beispiele, die von Telltale die bekannte, episodische Spielestruktur erhalten haben. Guardians of the Galaxy weicht augenscheinlich nicht von dem Prinzip anderen Telltale-Spiele ab. Dialoge, obligatorische Quick-Time-Events und kleine Bereiche zum Erforschen in Point-and-Click-Manier stellen auch hier das gesamte Gameplay dar. Doch gerade die Formel aus Argumentieren und Wahl eines Teampartners während dafür ein anderer im Stich gelassen wird, passt perfekt auf die Guardians. Emotionale Last aus der Vergangenheit, die Star-Lord, Gamora, Drax und Rocket mit sich tragen, führen das Team an den Rand des Zusammenbruchs und darüber hinaus. Neben The Walking Dead, Tales of the Borderlands und The Wolf Among Us eines der besten Spiele aus dem Hause Telltale.

 

PLATZ 1: THE LEGEND OF ZELDA – BREATH OF THE WILD

Der Ausdruck Killerapp steht im Videospielbereich für ein Spiel, das den Kauf einer ganzen Konsole rechtfertigt. Qualitativ mit so viel Spielspass versehen und exklusiv nur auf einer Hardware erhätlich, gilt es alleine schon als ausschlaggebender Kaufgrund. Die gesamte Zelda-Reihe ist für mich ein ständiger Grund, Nintendo viel Geld zu geben und ich bin bis auf einen einzigen Titel immer der Meinung gewesen, dass es die Sache wert war. Breath of the Wild bildet da keine Ausnahme, auch wenn das Spiele-System komplett überholt wurde und den Vorgängern ein wenig unähnlich geworden ist. Dennoch: Seitdem ich Ocarina of Time in meiner Kindheit gespielt, vergleiche ich alle großen Spieletitel mit dem Spaß, den ich damals hatte. „Okay, das Spiel war gut, aber war es auch so gut wie Ocarina of Time?“ muss ich mich dann selbst fragen. Die Antwort lautet ausschließlich immer Nein! Breath of the Wild hat es allerdings bis zu einem „Fast“ geschafft. Mit dem neuen DLC, das ein Motorrad zum Rumcruisen bereitstellt, kommt es vielleicht sogar noch weiter.

Die Rezension unseres Redaktionsleiters könnt ihr hier nachlesen.

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger

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