Deltarune Chapter 1 Review – Endlich ein Nachfolger zu Undertale

Toby Fox, eine Person, die den Indie-Hit Undertale fast im Alleingang erschuf, hat sich wieder an die Arbeit gemacht und bringt uns mit der Demo von Deltarune (ein Anagramm zu Undertale) eine Rückkehr in das Universum um Toriel, Sans und Undyne. Inzwischen ist der Titel bereits für alle Plattformen erschienen – höchste Zeit also, einen Blick auf auf das Spin-Off zu werfen.

Nicht dieselbe Story, aber dasselbe Universum

Altbekannte Charaktere wie Alphys sind wieder mit dabei.

Allein die ersten paar Minuten lassen durchblicken, dass sich Deltarune storytechnisch von Undertale unterscheidet: Als jüngeres Kind von Toriel und Asgore werdet ihr per Auto in die Schule gebracht und fahrt dabei durch eine Stadt, die völlig anders als die Gegenden in Undertale aussieht. Fans werden jedoch einige der beliebtesten Charaktere wiedererkennen: Alphys als Lehrerin, Temmie als Klassenkollegin und später auch Undyne als Polizistin – Deltarune behält die vertrauten Gesichter, verteilt die Rollen aber anders. Neu ist allerdings Susie, die Einzelgängerin in der Schule, vor der sich selbst die Lehrer fürchten – sie wird ihrem Ruf sofort in den ersten Minuten eures Aufeinandertreffens gerechtet, in denen sie euch droht, das Gesicht vom Kopf zu kauen. Kurz darauf endet ihr dabei in einer anderen, dunklen Welt und hier entspinnt sich die Legende zwischen Lightners und Darkners, in der drei Helden die Welt retten sollen.

Klassisches Kämpfen wie immer optional

Lieber die Krone vom Kopf schlagen als den Gegner direkt zu verletzen!

Wer Undertale schon gespielt hat, weiß, dass es nicht darum geht die Gegner mit Attacken zu erledigen, sondern darum, sie mit unterschiedlichen Aktionen zur friedlichen Aufgabe zu bringen. Einigen der Feinde im Kampf muss man nur schmeicheln, andere wollen Freundschaft schließen, wieder andere kann man zum Einschlafen bringen – es lässt sich aber in jedem Fall eine pazifistische Lösung finden. In Deltarune agiert man aber nicht mehr als Einzelkämpfer; es gibt nun eine RPG-typische Party mit drei Mitgliedern. Dies lässt viel mehr Spielraum für Kombinationen, wobei Susie erstmal überzeugt werden muss, nicht blind mit der Axt auf jeden einzuschlagen. Ebenfalls eine Wiederkehr feiert das Bullet Hell System, bei dem das eigene Herz den gegnerischen Angriffen ausweichen muss – je nachdem wer das Ziel ist, nehmen bei einem Treffer ein Partymitglied oder manchmal sogar alle drei Schaden.

Mehr Menü-Optionen bedeuten nicht zwangsläufig ein ausgefeilteres System.

Items zum Verbessern der Werte sind zwar verfügbar und können auch in Shops gekauft werden, zumeist ändern sie aber nicht viel an den Werten und sind eher als Scherz zu sehen: Die Weiße Schleife erhöht den Verteidigungswert nur minimal und spendiert die Fähigkeit „Cuteness“, was auf den Kampf überhaupt keinen Einfluß hat. Schlußendlich zählt einfach wie gut man sich in den Bullet Hell Sektionen der Kämpfe hält – wer allen Projektilen ausweichen kann, muss auch nie Schaden fürchten.

Fazit

Deine Maschine ist scheiße. Ist das okay?

Deltarune Chapter 1 liefert bereits ein gute Menge an Inhalt (sogar ein optionaler, geheimer Bosskampf ist für Komplettisten zu finden) und weiß mit der typischen Balance zwischen absurden Humor und Drama zu überzeugen. Die dynamische Beziehung zwischen den Protagonisten, die komplett unterschiedlicher Ansichten sind (vor allem zwischen der blutrünstigen Susie und dem friedfertigen Ralsei) sorgen durchwegs für unterhaltsame zwei bis drei Stunden und liefern einen Einblick auf die Richtung die Toby Fox mit Deltarune einschlagen will. Eine Wertung wollen wir an dieser Stelle noch nicht vergeben, doch wenn sich die Qualität von Deltarune weiter auf dem Niveau hält, kann es Undertale auf jeden Fall das Wasser reichen. Bleibt also nur noch auf die Vollversion zu warten!

Teilt uns eure Meinung mit

Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger