Crash Team Racing Nitro-Fueled Review – Überholt Crash den italienischen Klempner im Remake?

Crash Team Racing wurde ursprünglich 1999 auf der PlayStation 1 veröffentlicht und nicht von einem kleineren Entwickler entwickelt, sondern von den Serienentwicklern Naughty Dog – jetzt besser bekannt für Uncharted und The Last Of Us. Nach dem großen Erfolg der Crash Bandicoot N. Sane Trilogy ist ein Remake für CTR unumgänglich geworden – also quetscht sich 2019 Crash in CTR Nitro-Fueled erneut hinter das Lenkrad und versucht die Spitzenposition zu erreichen.

Das ehemalige Sony-Maskottchen in neuem Glanz

Nitro-Fueled sieht fantastisch aus, bis zu dem Punkt, an dem man nie davon geträumt hätte, dass es sich um ein Remake eines PSX-Spiels handelt. Die Einflüße sind damals wie heute aber trotzdem sofort zu erkennen: Mario Kart. CTR borgt sich viele Gameplay-Funktionen von dem Parade-Funracer: Die Grundlagen sind die gleichen wie immer, wenn man auf gefährlich aussehenden Strecken herumfährt und die Konkurrenten nicht nur überholt, sondern sie auch mit Gegenständen befeuert, die sie entweder für einige Sekunden aus dem Rennen werfen oder auf andere Weise ihren Fortschritt behindern. Beim Sammeln von Wumpa-Früchten, mit der auch die Höchstgeschwindigkeit gesteigert werden kann (wie Münzen in Mario Kart), erhält man auch ein Upgrade auf die sammelbaren Waffen. Der größte Unterschied zu Nintendo’s Franchse ist aber das Driften (und der darausfolgende Turbo-Boost, den man am Ende eines jeden erhält) in eine verlängerte Kombination zu verketten.

Drift-Boosts sind der Weg zum ersten Platz.

Crash Team Racing hatte in Bezug auf Spielefortschritt nie einen Grand Prix – Wettkampf vorzuweisen, stattdessen wird die Story im Stile eines Adventures gehalten, mit einer Hub-Welt und Filmsequenzen, die zum Verständnis der Handlung beitragen. Am Ende eines jeden Areals kommt es zu einem 1 vs 1 Rennen: Die unfairen Bosscharakteren – obwohl selbst nur Standardrennfahrer – sind sehr aggressiv und spammen Items, sobald man sich hinter ihnen befindet.

Fair geht anders – Papu Papu wirft mit Glasbehältern um sich.

Pimp your Ride: Die Verbesserungen sind bemerkbar

Der Titel enthält alle 31 Rennstrecken von Crash Team Racing und Crash Nitro Kart sowie einige neue Funktionen, die im ursprünglichen Team Racing nicht vorhanden sind, einschließlich einem Online-Multiplayer und der Möglichkeit, verschiedene Karts auszuwählen, die vom Spieler angepasst werden können. Nitro-Fueled fügt auch umfangreiche Inhalte von Crash Nitro Kart hinzu, einschließlich aller Charaktere, Rennstrecken, Kampfarenen, Karts und Kampfmodi – alle im Vier Spieler Splitscreen spielbar. Zusätzliche Karts und Charakter-Skins von Crash Tag Team Racing sind ebenfalls enthalten.

Viele der Charaktere müssen natürlich erst freigschaltet werden.

Entwickler Beenox bietet neben dem Abenteuermodi „Classic“ auch „Nitro-Fueled“ an. Letzteres ermöglicht es den Spielern, zwischen den Rennen ihren Charakter und ihr Kart zu ändern (im Original war nur Crash spielbar) und zwischen drei Schwierigkeitsgraden zu wählen. Die Kurse selbst sind außer der grafischen Aufhübschung vollständig unverändert geblieben: Das bedeutet, dass das Streckendesign mancher Level noch immer schmale und enge Kurven aufweist, die für neue Spieler und sogar für Veteranen, die mehr driften als gerade fahren, sehr frustrierend sein können. Die Kursmotive sind auch weniger einfallsreich als die von Nintendo, und obwohl es nett ist, zusätzliche Strecken aus dem Sequel des Spiels hinzuzufügen, ist ihre durchschnittliche Qualität offensichtlich.

Das Facelifiting für den australischen Nasenbeutler lässt sich sehen.

Fazit

Crash befindet sich wieder auf der Überholspur – und das ist gut so! Das Genre des Fun Racers mal wieder anzukurbeln war mehr als notwendig, zumal Leute, die keine Nintendo Konsole besitzen, nur auf zweitrangige Spiele Zugriff haben. Nitro-Fueled darf von allen mit offenen Armen empfangen werden, da es die Erfolgsformel aus den 90igern erfolgreich kopiert und der Entwickler genau an den richtigen Ecken und Enden willkommene Veränderungen gemacht hat – ganz zu schweigen von dem Inhalt, der sich fast verdoppelt. Kurzum, die beste Alternative zu Mario Kart und auch als Partyspiel ein Hit!

Positiv:

+ Fun Racing Qualität direkt aus den 90igern übernommen

+ mehr Inhalte in Bezug auf Strecken und Charaktere

+ bunte Grafik frischen einen alten Klassiker auf

Negativ:

– Streckenqualität variiert stark

Teilt uns eure Meinung mit

Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger