Castlevania Requiem: Symphony Of The Night & Rondo Of Blood Review – Eine Rückkehr der Klassiker

Konami ist eine Unternehmen, das in den letzten Jahren einige unkluge Entscheidungen getroffen hat und nun einen Grossteil der Einnahmen aus einem anderem Bereich als Gaming bezieht. Was natürlich schade ist, denn Konami hat in seinen Glanzzeiten einige der populärsten Videospiele aller Zeiten auf die Konsolen gebracht. Suikoden, Silent Hill, Contra, Pro Evolution Soccer und Metal Gear Solid (die einzige IP an der Konami eisern festhält) sind nur fünf Beispiele der weltklasse Spielebibliothek, auf der Konami sitzt. Und natürlich lässt sich daraus noch Profit schlagen, deshalb werden ja auch regelmäßig alte Titel auf aktuelle Konsolen portiert – und der neueste Eintrag in dieser lange Reihe an Re-Realeses ist Castlevania Requiem: Symphony Of The Night & Rondo Of Blood. Wir haben die Collection für euch getestet.

Castlevania: Rondo Of Blood

Der Endboss der ersten Stage. [Bild nicht optimiert]

Rondo of Blood wurde ursprünglich 1993 in Japan für die PC Engine CD veröffentlicht und erfreute sich unter Fans ernormer Beliebtheit: Auch heute gilt der Titel noch als einer der besten Arcade-Plattformer aller Zeiten und überzeugt mit knackigem Gameplay sowie schöner Pixelgrafiken. Man schlägt sich mit einem Mitglied der berüchtigten Vampirjäger-Familie, Richter Belmont, durch die 9 linearen Stages (mit 4 Alternativrouten) um am Ende Dracula zur Strecke zu bringen. Wer seine drei Versuche verliert, muss die Stage von vorne beginnen – ein Zwischenspeichern ist auch nicht möglich. Der typisch hohe Schwierigkeitsgrad von Plattformern der Neunziger sorgt dabei für jede Menge Frustmomente, aber motiviert immer wieder einen weiteren Verusch zu starten, da Gegner (meist) nie unfair werden. Richter besitzt neben seiner zuverlässigen Peitsche die Chance eine Fernkampfwaffe (z.B. Wurfaxt, Heiliges Wasser, Wurfmesser, etc.) aufzunehmen, die zudem auch noch auf die zerstörische Superattacke Einfluss hat.

Richter ist mit einem heiligen Kreuz ausgerüstet, welches wie ein Bumerang funktioniert. [Bild auf 4:3 optimiert]

Castlevania: Symphony Of The Night

Ein Zusammentreffen mit Tod, einem Helfer Draculas, verheißt nichts Gutes für Alucard.

Das wesentlich bekanntere Symphony of the Night feierte vier Jahre später auf der PlayStation sein Debüt und ist ein waschechter Metroidvania-Titel: Ihr rennt durch Dracula´s Schloss, welches einen riesigen Dungeon bildet, der euch oft Hindernisse in den Weg stellt für die ihr erst eine gewisse Fähigkeit (z.B. das Verwandeln in Fledermaus, Wolf oder Nebel), Beschwörung oder Item benötigt. Alucard ist der Sohn Draculas, der von den Machenschaften seines Vaters nichts mehr wissen will, aber jetzt dazu gezwungen ist, den neuen Lord des Schlosses, Richter Belmont zu töten. Zusätzlich levelt er durch das Töten von Gegnern auf und kann sich RPG-klassisch mit neuen Waffen, Rüstungen und Accessoires ausrüsten. Ein weiterer Unterschied zu Rondo of Blood bildet das Storytelling: Die Geschichte steht hier klar im Vordergrund und wird mit Dialogen vorangebracht, die auf deutsch, englisch oder japanisch über die Scheibe flimmern können.

Alucard bei einer ausgedehnten Shopping-Tour.

Fazit

Konami´s Idee das bekannte Symphony of the Night, welches manche als eines der besten Spiele aller Zeiten handeln, mit dem soliden, aber eher unbekannten Rondo of Blood in eine Kollektion zusammenzupacken klingt auf dem Papier grandios, doch leider mangelt es an der Ausführung. Allein schon das Übermenü wirkt äußerst lieblos gestaltet, so dass dem Betrachter die Vermutung nahe gelegt wird, dass Konami mit kurzer Arbeit über populäre Titel hohe Profite einstreichen will. Auch die unscharfe 4:3 Bildoptimiererung, die als Alternative zu dem Originalbild angeboten wird, wirkt da ein wenig unausgegoren. Es wäre Konami ein Leichtes gewesen eine Retro-Portierung á la Capcom abzuliefern, die von Bonus-Material und Extra-Inhalten nur so strotzen, stattdessen hat man sich in diesem Fall auf das Notwendigste beschränkt. Trotz allem sind die beiden enthaltenen Castlevania-Titel kritisch betrachtet noch immer großartige Spiele, von denen man sich freuen kann, sie auf der aktuellsten Konsolengeneration vertreten sehen zu dürfen.

Positiv:

+ Genre-Abwechslung durch Arcade-Plattformer und Metroidvania

+ fordernder, aber fairer Schwierigkeitsgrad in beiden Titeln

+ hoher Wiederspielwert

Negativ:

– Portierung beschränkt sich auf das absolute Minimum

– 4:3 Scaling unsauber

 

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Written by: Julian Bieder

Retro-Zocker, Gwent-Experte und eifriger Trophäenjäger